Ehrenamt

Mit Geduld und Herzblut: Karl Posselt ist neuer Ehrenherzog der Kommune Hadersleben

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Karl Posselt engagiert sich für das, was ihm am Herzen liegt.

Wie wird man Ehrenherzog in Hadersleben? Karl Posselt engagiert sich seit Jahren für seine Heimatstadt Woyens – jetzt wurde er für seinen Einsatz ausgezeichnet. Ein Einblick in seine Motivation.

Karl Posselt aus Woyens (Vojens) ist der neue Ehrenherzog der Kommune Hadersleben. Vor rund 14 Tagen erhielt der 73-Jährige, recht unvorbereitet, wie er berichtet, einen Anruf von Bürgermeister Mads Skau (Venstre), als Posselt gerade aus der Dusche kam.

Am Sonnabend wurde er nun im Rahmen des Herzog-Hans-Festivals feierlich geehrt – für sein ehrenamtliches Engagement. „Das ist für mich eine große Ehre und eine große Anerkennung. Es freut mich, dass alles so auf einen fruchtbaren Boden gefallen ist“, sagt Karl Posselt am Telefon im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

Posselt: Pflicht, etwas zurückzugeben

Viele Jahre lang arbeitete Karl Posselt im Bibliothekswesen, auch in leitender Position. „Ich bekomme eine gute Pension, ich finde, es ist eine Pflicht, etwas zurückzugeben und mich zu engagieren – am besten lokal.“

Als Politiker müsse er sich vielleicht auch mal mit Dingen beschäftigen, die ihm nicht so am Herzen liegen. Das will er nicht, deshalb engagiert er sich im Ehrenamt für das, was ihm an eben diesem Herzen liegt: Woyens, sein Schachklub und das ehrenamtliche Stadterneuerungsgremium „Forum Vojens“, dessen Vorsitzender er ist.

Der Ehrenherzog in Amt und Würden auf der Kutschfahrt durch Hadersleben

Das Forum setzt sich für die Entwicklung der Bahnhofsstadt ein. So konnte 2024 mit dem Abriss des Gebäudes am Trekanten Platz für neue Nutzungsmöglichkeiten geschaffen werden, eine Jugendklub-Initiative startete in einem Nebengebäude des Bahnhofs durch – und der Bahnhofsplatz erhielt eine öffentliche Toilette.

„Das ist keine One-Man-Show. Wir sind viele, und ich bin nur einer davon“, sagt der 73-Jährige, der 2016 Vizevorsitzender war, aber dann doch recht schnell den Vorsitz übernahm, weil der Vorsitzende krank wurde.

Geduld ist wichtig

Für ihn ist im Forum das Wir wichtig. „Wir arbeiten dafür, Dinge zu realisieren. Dazu braucht man Geduld, und ich bin eine geduldige Seele. Das ist in einer Demokratie nun mal so, da braucht man Geduld, bis die Dinge umgesetzt werden. Ich bin froh, dass uns die Kommune immer unterstützt hat, wenn es um größere Vorhaben ging.“ Karl Posselts Engagement ist eine Lebenseinstellung.

„Ich bin in Mögeltondern groß geworden und war im Sportverein aktiv. Da wurde ich schnell gefragt als junger Mensch: Willst du nicht die Jungen trainieren? Da bekommt man dann schnell das Gefühl, dass man gebraucht wird. Und das Engagement blieb. Das hat mich ein Leben lang begleitet. Ich halte nichts davon, wenn sich Leute in den sozialen Medien dauernd beschweren. Man muss auch selbst etwas machen, nicht nur kritisieren.“