Kommunalhaushalt

Baden, lernen, pflegen: Hadersleben stellt die Weichen

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Das Leben in der Kommune Hadersleben soll auch im Alter lebenswert sein (Modellfoto).

Neues Schwimmbad, Pflegeplätze, besseres Lernen: Die Kommune Hadersleben will investieren – trotz knapper Kasse. Der neue Haushalt soll den Alltag für viele Menschen verbessern. Auch wenn nicht alle im Kommunalparlament mitziehen, steht der politische Kurs fest.

Wie lässt sich Hadersleben zukunftsfähig machen? Das war eine zentrale Frage der Haushaltsverhandlungen. Von 2026 bis 2029 fließen Hunderte Millionen Kronen in Projekte, die den Alltag spürbar verändern sollen. Eine breite Mehrheit des Haderslebener Kommunalparlaments hat sich auf einen gemeinsamen Etat geeinigt. Bürgermeister Mads Skau (Venstre) drückt das so aus: „Wir stellen mit diesem Budget die Weichen.“

Streit um Pflegeplätze

Immer mehr Menschen suchen einen Pflegeplatz; rund 30 stehen aktuell auf der Warteliste. Im Pflegeheim „Kong Frederik IX.“ entstehen 15 bis 20 zusätzliche Plätze. Die politische Mehrheit plant, das leer stehende Pflegezentrum Hiort Lorenzen wieder zu nutzen, aber nicht als Pflegeheim.

Daher lehnen die Sozialdemokraten Jens Chr. Gjesing und Lone Ravn den Haushalt ab – aus Protest gegen die Entscheidung beim Hiort-Lorenzen-Center. Sie kritisieren, dass die Anlage nicht wieder als Pflegeheim genutzt werden soll – und sprechen von einem „Fehler mit Folgen“.
Auch Thomas Vedsted von der Liberalen Allianz hat den Etat nicht unterschrieben. Er plädiert für Steuererleichterungen.

Schwimmen mit Aussicht – vielleicht

Das vor ein paar Jahren geschlossene Hiort-Lorenzen-Heim wird wieder eröffnet – allerdings nicht als eigentliches Pflegeheim (Archivfoto).

Im „Udsigten“, dem ehemaligen Krankenhaus am Damm, plant die Kommune ein neues Schwimmbad mit Wellness-Bereich in Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen. 170 Millionen Kronen stehen bereit. Ob gebaut wird, entscheidet sich erst, wenn alle potenziellen Partner verbindlich zusagen. „Die Kommune hat laut Etat nun sechs Monate Zeit dafür, das juristische Fundament zu legen“, sagt Mitinvestorin Kristin Arendt, Direktorin von „Saxejendomme“.

„Wir wollen nichts überstürzen“, so auch Bürgermeister Skau am Rande der Verhandlungen. Somit wird das neu gewählte Kommunalparlament Anfang nächsten Jahres eine endgültige Entscheidung treffen.

Campus im Norden der Domstadt

Ein gemeinsamer Bildungscampus soll Lernorte in Hadersleben bündeln. Das Kommunalparlament strebt bessere Bedingungen für Schülerinnen und Schüler an, um den Bildungsstandort Hadersleben zu erhalten. Der Campus soll im Norden der Stadt entstehen. Wo genau, ist bislang offen.

Große Pläne, enges Budget

Der Kommune fehlen jährlich 35 Millionen Kronen, um den Betrieb am Laufen zu halten. Um trotzdem investieren zu können, will sie in Budgetanalysen mögliche Einsparungen prüfen. Welche das sind – und ob sich dort wirklich sparen lässt – steht noch in den Sternen.