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Dies sind die neuen Eigentümer von SønderjyskE

Dies sind die neuen Eigentümer von SønderjyskE

Dies sind die neuen Eigentümer von SønderjyskE

Hadersleben/Haderslev
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Der Fußballklub SønderjyskE ist fest in Familienhand: bei Markus Kristoffer Hansen und Søren Davidsen. Foto: Jonas Brønd Nielsen, jv.dk

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Eine Familie mit tiefen Wurzeln in Nordschleswig und ein Stahlunternehmer aus Süddänemark tragen in Zukunft die Verantwortung für den Fußballklub SønderjyskE.

Morten und Markus wer? Journalisten und SønderjyskE-Fans mussten am Sonntagabend erst einmal Google fragen, um herauszufinden, wer die neuen Eigentümer des Fußballklubs SønderjyskE sind. Viel schlauer wurden sie dabei nicht, wobei eines dennoch schnell klar wurde: Die Familie Kristoffer Larsen betreibt einen milliardenschweren Stahlhandel im süddänischen Hedensted.

Kombiniert mit dem Herzen und dem Geld der zweiten Eigentümer-Familie, der Familie Davidsen aus Woyens (Vojens), war das zunächst ein gutes Zeichen für die Fans: Das nötige Geld scheint vorhanden zu sein, auch wenn der Klub jetzt mit Kronen zweier dänischer Firmen betrieben werden soll statt mit Dollars des bisherigen Eigentümers, dem Amerikaner Robert Platek.

Geld mit Stahl verdient

Morten Kristoffer Larsen (60) und sein Bruder Michael haben mit der Firma Euro-Steel Danmark A/S ein Vermögen gemacht – an die 1,7 Milliarden Kronen, Tendenz steigend. Im vergangenen Geschäftsjahr machte das Unternehmen ein Plus von 200 Millionen Kronen.

In der jüngsten Ausgabe des Wirtschaftsmagazins „Økonomisk Ugebrev“ über die reichsten Familien Dänemarks belegte die Stahl-Familie Platz 100.

In den vergangenen Jahren ist das Geschäftsimperium auch außerhalb der Kern-Branche gewachsen. So hat Morten K. Larsen unter anderem in Immobilien, Produktionsunternehmen sowie Landwirtschaft investiert: Seine Landwirtschaftsbetriebe – Viehbetrieb und Schweinemast – gehören zu den größten Dänemarks.

Scheuer Unternehmer

Auf der anderen Autobahn-Seite in Hedensted betreiben übrigens zwei weitere Brüder, Jens und Anders, das landesweite Lkw-Unternehmen Lastas, doch eine Zusammenarbeit wird es nicht geben: Die Brüder-Paare haben sich zerstritten.

Morten Kristoffer Larsen ist als geschäftstüchtiger, aber scheuer Unternehmer bekannt, der sich aus dem öffentlichen Rampenlicht heraushält. Nicht einmal im örtlichen Wirtschaftsverein kennen sie den größten Unternehmer im Ort. Nur dass er einen guten Riecher hat, wenn es um Geschäfte geht und seine Ziele hartnäckig verfolgt.

Außerdem griff er seiner Heimatstadt finanziell unter die Arme, als aus Horsens vor einigen Jahrzehnten eine Kultur- statt eine Gefängnisstadt wurde mit riesigen Konzerten namhafter Bands aus aller Welt.

Schließlich erweckte Larsen den schlummernden Hafen in Horsens wieder zum Leben, als er von dort aus seine Stahltransporte anliefern und auslaufen ließ.

Markus Kristoffer Hansen ist neuer Miteigentümer von SønderjyskE. Foto: Jonas Brønd Nielsen, jv.dk

Sohn beim Fußball

Daher wird es auch Sohn Markus Kristoffer Hansen sein, der die Fußball-Geschäfte durch das neu gebildete Unternehmen MKH Fodbold A/S mit Sitz in Christiansfeld steuern wird. Er hat im väterlichen Betrieb gelernt und ist für verschiedene Geschäftsbereiche verantwortlich.

Für die meisten sicherlich überraschend: Sohn Markus war schon oft beim Fußball, aber nicht etwa in der Heimat bei AC Horsens oder im Nachbarverein Vejle Boldklub – sondern auf den Zuschauerrängen im Hadersleben Stadion.

Er mag die DNA des Fußballklubs, so Markus Kristoffer Hansen im Interview mit „jv.dk“. Er wird die familiäre Verbindung zu der anderen Eigentümer-Familie sein: die Davidsens aus Woyens.

Familie mit hellblauem Blut

Povl Davidsen und seine Baumarktkette „Davidsen“ spielen nicht in derselben finanziellen Liga wie Larsens Euro-Steel, Davidsen ist aber vermögend – und wir reden von mehreren Hundert Millionen Kronen.

Davidsen hat bereits mehrfach tief in die Taschen greifen müssen, um den Sport in Nordschleswig zu finanzieren – und zu retten. Schon zu Zeiten des Eishockeyklubs Vojens IK kam die Rettung aus dem Baumarkt.

Diesmal kommen die finanziellen Mittel von der Familie Davidsen selbst. Was aber vielleicht noch wichtiger ist als das Geld ist das Engagement, das dahintersteckt: Povl Davidsen trägt SønderjyskE im Herzen, und er hat seine Familie mit dem hellblauen Blut infiziert.

Heldenstatus für Rettungstat

Für seine erneute Rettungstat wächst in diesen Tagen der Respekt vor dem geerdeten nordschleswigschen Urgestein. In den sozialen Medien wird ihm geradezu der Heldenstatus zuteil.

SønderjyskE ist jetzt eine Familienangelegenheit. Bei den Davidsens und den Kristoffer Larsens.

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