Immobilienmarkt

Röm-Sommerhäuser an Deutsche verkauft

Röm-Sommerhäuser an Deutsche verkauft

Röm-Sommerhäuser an Deutsche verkauft

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: dpa

Die Zahl der Ausnahmegenehmigungen für ausländische Staatsbürger zum Kauf eines Ferienhauses in Dänemark steigt. Die Dänische Volkspartei wirft dem Justizministerium und der dänischen Botschaft in Deutschland vor, Ausländern beim Umgehen der Sommerhausklausel zu helfen.

Das dänische Justizministerium hat im vergangenen Jahr mit 308 Ausnahmegenehmigungen deutlich mehr ausländischen Staatsbürgern eine Sondergenehmigung erteilt, die ihnen den Kauf eines dänischen Ferienhauses erlaubt. In den Jahren vor 2010 gab es nur rund 50 dieser Genehmigungen im Jahr, durch die die Sonderregel unwirksam wird, die Dänemark seit dem EU-Beitritt hat. Diese besagt, dass der Erwerb von Sommerhäusern in Dänemark auf dänische Staatsbürger und Ausländer mit mehr als fünf Jahren Wohnsitz in Dänemark begrenzt ist. Das berichtet Jyllands-Posten.

Der Tonderner Immobilienmakler Michael Riis erklärt gegenüber dem Nordschleswiger, dass auch in Nordschleswig, u. a. auf der Insel Röm, Sommerhäuser an ausländische Kunden gegangen sind. „Die ausländischen Sommerhauskäufer, auf Röm meist Deutsche, mussten allerdings eine besondere Verbindung zu Dänemark nachweisen. Das konnten Urlaubsaufenthalte auf Röm über 40 Jahre oder auch dänische Großeltern sein“, so Riis. „Ich habe den Eindruck, dass die Behörden dabei in den vergangenen Jahren großzügiger als früher verfahren“, so der Makler.

DF wettert gegen das Justizministerium

Der wirtschaftspolitische Sprecher der dänischen Volkspartei (DF), Kristian Skibby, wettert gegen den liberalen Sommerhauskurs. In Jyllands-Posten wirft er dem Justizministerium und der dänischen Botschaft in Deutschland vor, Ausländern beim Umgehen der Sommerhausklausel zu helfen. Justizminister Søren Pape Poulsen (Kons.) weist das zurück. Es seien mehr Ausnahmen erteilt worden, weil es mehr Anträge gab. Meist hätten Schweden und Norweger Ferienhäuser erworben. Er berichtet, dass man eine Versuchsregelung prüfe, in bestimmten Gegenden Sommerhäuser für Ausländer erwerbbar zu machen.

Michael Riis weist darauf hin, dass in Tondern die Kommune bei einem hohen Leerstand an Häusern interessiert sei, dass Gebäude an ausländische Interessenten verkauft werden. Das sei bei normalen Immobilien ohne Status Sommerhaus relativ einfach, da es für die ausländischen Neubesitzer keine Wohnsitzpflicht mehr gebe. Vielen Immobilien drohe ohne Aufkauf durch auswärtige Interessenten der Verfall.

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