Umwelt und Natur

Giftige Qualle aus dem Pazifik hat ihren Weg in die Ostsee gefunden

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Klammerqualle (Gonionemus vertens)
Die Klammerqualle (Gonionemus vertens) wird immer häufiger an der norwegischen und schwedischen Küste gesichtet. Nun wurde auch ein Exemplar am Öresund gefangen.

Die Klammerqualle kommt eigentlich im Pazifik vor. Über Ballastwasser oder am Rumpf von Schiffen gelangt sie auch in unsere Breitengrade. Der Klimawandel könnte die Verbreitung in Nord- und Ostsee begünstigen. Jetzt wurde ein Exemplar am Öresund gefangen. Der Kontakt mit der Qualle ist schmerzhaft und kann gefährlich sein.

Eine giftige Qualle, die normalerweise im Pazifik beheimatet ist, wurde im Öresund gefunden. Das berichtet „TV2“. Die Klammerqualle befindet sich nun im Öresund-Aquarium (Øresundsakvariets vandmandsakvarie). Dessen Leiter Jens Peder Jeppesen vermutet, dass die Qualle über das Ballastwasser von Schiffen in die dänischen Breitengrade gelangt ist.

Die Qualle war ein unbeabsichtigter Fang im Öresund, erklärt der Aquariumchef. Mitarbeitende des Öresund-Aquariums waren dabei, Feuerquallen für das Aquarium zu fangen. Die sogenannte Haftqualle hatte sich an einer der Feuerquallen festgesetzt und war so ins Öresund-Aquarium gelangt.

Man kann jedoch nicht sicher sein, den ungebetenen Gast im Aquarium zu sehen. Er hat sich nämlich versteckt, schreibt der Sender. Die geringe Größe ermöglicht es der Qualle, sich in Spalten zu verkriechen.

Jens Peder Jeppesen
Jens Peder Jeppesen (Archivfoto)

„Es gibt Gründe, sich vor der Qualle in Acht zu nehmen“, so Jens Peder Jeppesen. Gegenüber „TV2“ sagt er, dass sie „klein, mysteriös und wahnsinnig giftig“ ist.

Von Muskelkrämpfen bis zum anaphylaktischen Schock

Gegenüber „Ritzau“ erläutert er, in der Literatur sei beschrieben, dass man unter anderem Muskelkrämpfe und neuropsychische Veränderungen bekommen kann, was dazu führen kann, dass man sich ganz anders verhält. „Es gab einmal eine Person, die beim Baden in die Lippen gestochen wurde. Und sie beschrieb es so, als hätte sie fünf große Nadeln durch die Lippe gestochen bekommen“, sagt er.

Laut Jens Peder Jeppesen wird außerdem beschrieben, dass man einen anaphylaktischen Schock bekommen kann, der lebensbedrohlich sein kann. Gleichzeitig ist die Qualle so klein und kaum sichtbar, dass man sie spürt, bevor man sie sieht, erklärt er. Die Klammerqualle ist nur zwischen einem und drei Zentimetern im Durchmesser und beinahe durchsichtig.

Die Qualle wurde auch an mehreren Stellen entlang der norwegischen Küste gesichtet. Zuletzt wurde sie an der Küste von Arendal beobachtet, berichten der norwegische Fernsehsender „TV2“ und das Medienunternehmen „VG.no“.

Erhöhtes Risiko in der Nacht oder in Algenfeldern

In den Nachtstunden besteht ein erhöhtes Risiko, mit ihr in Berührung zu kommen, erklärt der Aquariumleiter. „Wir wissen jedenfalls, dass sie aufgrund ihrer Biologie tagsüber offenbar an festen Oberflächen – etwa Seegras – haftet. Dann hängt sie mit einem Fangfaden im Seegras und frisst Plankton“, sagt Jens Peder Jeppesen. „Aber in den Nachtstunden löst sie sich vom Seegras und schwebt im freien Wasser, weil Plankton im Meer in den Nachtstunden an die Oberfläche schwimmt.“

Invasive Art wird in Zukunft häufiger

Die Art wurde zuvor in der Gegend um Stavanger beobachtet. Laut dem norwegischen Meeresforschungsinstitut handelt es sich um eine invasive Art. Thomas Dahlgren, Meeresforscher an der Universität Göteborg, warnt im schwedischen TV-Sender „TV4 Nyheterna“ davor, dass die Art aufgrund des Klimawandels an den hiesigen Küsten deutlich häufiger vorkommen wird.

Erste Hilfe bei Verbrennungen durch Quallen