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Maut: Dänen sollen in Deutschland gescannt werden

Maut: Dänen sollen in Deutschland gescannt werden

Maut: Dänen sollen in Deutschland gescannt werden

Apenrade/Aabenraa
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Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Mit Einführung der PKW-Maut sollen dänische Autofahrer auf deutschen Autobahnen von automatischen Systemen erfasst und kontrolliert werden. Wer keine Vignette hat, muss ein Bußgeld zahlen. Wann geht es los? Wieviel wird es kosten? Ein Überblick.

Noch ist es Zukunftsmusik, die PKW-Maut soll auf deutschen Autobahnen erst Ende 2020 eingeführt werden. Doch schon jetzt steht fest: Nach Abschluss der „technischen Umsetzung des Erhebungs- und Kontrollsystems“ sollen dänische Autofahrer gescannt und daraufhin kontrolliert werden, ob es eine gültige elektronische Vignette gibt.

„Per Scan wird in Sekundenschnelle ermittelt, ob das Kfz-Zeichen freigeschaltet ist. Wenn nicht, ist grundsätzlich ein Bußgeld fällig“, teilte das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Dänische Autofahrer werden online eine Vignette buchen können. Dabei müssen die genauen Fahrzeugdaten (Kraftstoffart, Hubraumgröße und Schadstoffklasse) angegeben werden – andernfalls droht die teuerste Einstufung, die jährlich 130 Euro kostet.

Vignette per App

„Die Vignetten können über eine App per Smartphone und Tablet oder über das Internet gebucht werden. Zusätzlich ist die Einbuchung an Verkaufsstellen bzw. Tankstellen und Terminals möglich“, so das Ministerium.

Für die Überwachung wird das Bundesamt für Güterverkehr zuständig sein. Es soll dabei „stichprobenartige Kontrollen“ mit Hilfe von Kontrollbrücken-, portablen Kontrollgeräten und Kontrollfahrzeugen geben.

Die PKW-Maut („Infrastruktur-Abgabe“) soll nach Angaben des Ministeriums für Fahrzeughalter außerhalb Deutschlands nur auf Autobahnen gelten. Vignetten werden für zehn Tage, zwei Wochen oder ein Jahr freigeschaltet.

So soll es gehen: Deutsche PKW-Maut für Dänen

Nachdem der Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof am Mittwoch erklärte, dass eine PKW-Maut in Deutschland nicht gegen europäisches Recht verstoße, ist die Einführung der Maut nach übereinstimmender Meinung weit wahrscheinlicher geworden.

Der Generalanwalt reagierte in seinem Schlussplädoyer vor dem Gerichtshof auf eine Klage Österreichs und der Niederlande gegen die Deutsche Maut. Beide Länder machten geltend, dass Fahrer aus dem Ausland diskriminiert würden.

In der Praxis soll es laut Bundesverkehrsministerium so sein, dass die Maut bei in Deutschland zugelassenen Fahrzeugen automatisch mit der Steuer zusammen abgebucht und großenteils gegengerechnet wird. PKW mit Euro 6 werden dabei unterm Strich sogar etwas günstiger abschneiden als bisher. Ein Golf Diesel von 2003 soll laut einer Beispielrechnung des Ministeriums in der Summe (Infrastrukturabgabe plus KFZ-Steuer) gleich viel zahlen wie bisher.

Für Fahrzeuge, die in Dänemark und in anderen Ländern außerhalb Deutschlands zugelassen sind, sind die Halter selbst für die Registrierung verantwortlich. Nach Erwerb der Vignette wird das Fahrzeugkennzeichen im System freigeschaltet.

BAG kontrolliert

„Im Rahmen einer Kontrolle durch das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) können falsch angegebene Fahrzeug-Parameter identifiziert werden“, so das Bundesministerium in einem Artikel zum Thema.

Dann würde der fehlende Beitrag plus einem Verwarn- oder Bußgeld nacherhoben. Dies gilt natürlich auch für Dänen, die sich gar nicht erst registrieren lassen und einfach so über die Autobahngrenze nach Deutschland fahren.

Info Maut

Halter von Fahrzeugen, die im Ausland zugelassen sind, können statt einer Jahresvignette auch eine Kurzzeit-Vignette für zehn Tage oder zwei Monate buchen. Je nach Fahrzeug-Daten liegt die günstigste Vignette für zehn Tage bei 2,50 Euro, die teuerste kostet 25 Euro. Zwei Monate kosten zwischen 7 Euro und 50 Euro.

Es soll auch möglich sein, die Vignetten an Verkaufsstellen und Tankstellen zu kaufen. Für den Betrieb und den Einzug der Gelder sind die von der Regierung beauftragten Betreiberfirmen zuständig.

Benziner wesentlich günstiger

  • Die Maut wird entsprechend Hubraumgröße des Motors, Schadstoffklasse und Kraftstoffart (Diesel oder Benzin) berechnet
  • Diesel: Pro angefangenem 100 ccm Hubraum werden für eine Jahresvignette 5 Euro fällig, wenn das Auto die Schadstoffklasse Euro 4 und Euro 5 hat.
  • Benzin: 2 Euro pro 100 ccm Hubraum (Euro 4 und Euro 5)
  • Beispiel: Die Jahresmaut für einen 1,6 Liter Diesel (Euro 4 oder 5) kostet 80 Euro, für einen gleich großen Benziner 32 Euro
  • Der Jahres-Höchstpreis beträgt 130 Euro
  • Die Kurzzeit-Vignetten werden in sieben Tarifstufen entsprechend den Fahrzeugdaten eingeteilt.

Beispiel: Ein1,6 Liter Diesel (Euro 4 oder 5) gerät in Preisstufe 4. Eine 10 Tages-Vignette soll 14 Euro kosten, eine 2-Monatsvignette 40 Euro. Ein entsprechender Benziner (Preisstufe 2) darf für 4 Euro zehn Tage auf deutschen Autobahnen fahren.

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