Kriminalität

Effekt der Grenzkontrollen auf Einbruchsstatistik offen

Effekt der Grenzkontrollen auf Einbruchsstatistik offen

Effekt der Grenzkontrollen auf Einbruchsstatistik offen

Nordschleswig
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Foto: Scanpix

Die Polizeistatistik legte am Montag neue Zahlen zum dritten Quartal vor: Sie zeigt kaum Raubüberfälle im Landesteil und 396 gemeldete Gewalttaten. Bei der Einbruchsstatistik kann die Regionalpolizei keine Belege für den Faktor Grenzkontrollen finden. Zwei Polizeiinspektoren kommentieren die neuen Zahlen für unsere Zeitung.

1.011 mal meldeten Bürger der Region Südjütland und Nordschleswig in den vergangenen drei Monaten einen Einbruch bei der Polizei an – doch nur 201 Fälle endeten mit einer Strafanzeige gegen einen Verdächtigen. Das zeigen neue Quartalszahlen zur Kriminalität, die die Polizei am Montag veröffentlicht hat.
Demnach bringen nur 19,9 Prozent der Einbrüche ein konkretes Ermittlungsergebnis.

Landesweit liegt der Süden des Landes in Sachen Einbruchs-Ermittlungsstatistik aber immerhin über dem Durchschnitt. Auf Südseeland und Lolland-Falster beispielsweise gab es bei 935 gemeldeten Einbrüchen lediglich 53 Ermittlungserfolge, ein Strafanzeigenanteil („sigtelsesprocent“) von mageren 5,7 Prozent.
„Wobei eine Anzeige ja noch kein Urteilsspruch ist. Manche Anzeigen werden wieder fallen gelassen oder das Gerichtsverfahren endet mit einem Freispruch“, so Pressesprecher Mads Dollerup-Scheibel.

Apenrade vorne

Bei Drogendelikten und Schmuggelei liegt in Nordschleswig und Süddänemark (insgesamt 543 Fälle) die Kommune Apenrade mit 141 Fällen vorne. In 89,4 Prozent aller Fälle kam es zu einer Anzeige gegen eine Person, womit Apenrade den höchsten Ermittlungserfolg der Region in diesem Bereich zu vermelden hat. Die Grenzkontrollen haben die Zahlen hierbei wenig verändert. So gab es im dritten Quartal 2015, also vor Einführung der Kontrollen, 523 gemeldete Drogen- und Schmuggelvorfälle in der Region. In Tondern liegt die Zahl im dritten Quartal sowohl für 2015 als auch für 2017 mit 51 genau gleich.

Und wie entwickeln sich Gewaltdelikte im Landesteil? 396 mal meldeten Bürger des Polizeikreises eine Gewalttat an, das sind 0,9 Fälle pro 1.000 Einwohner. Der Ermittlungsprozentanteil lag bei 82,8 Prozent. Mit durchschnittlich 1,2 Meldungen pro 1.000 Bürger liegt der Landesteil Apenrade mit 73 Fällen vorne. Sonderburg verzeichnete in den vergangenen drei Monaten 59 Fälle, Hadersleben 51 und Tondern 36. Nirgends im Land kam es zu so wenig Raubüberfällen wie im Bereich Südjütland und Nordschleswig. Elf mal zeigten Bürger einen Raub an, 16 Mal kam es wegen Raub zu einer Anzeige. Ein Ermittlungserfolg von 145,5 Prozent.

Grenzkontroll-Effekt unklar

Die Polizei für Südjütland und Nordschleswig kann nicht mit Bestimmtheit sagen, ob die Grenzkontrollen einen Effekt auf die Zahl der Einbrüche beispielsweise in der Grenzkommune Apenrade haben. „Selbst wenn die Zahl der Einbrüche gefallen ist, haben wir keine Belege dafür, dass die Grenzkontrollen der ausschlaggebende Faktor gewesen sind“, sagt Polizeiinspektor Kaj Nielsen von der Regionalpolizei. „Es kann viele andere Elemente geben, die da rein spielen. Beispielsweise, dass ein Einbrecher verurteilt ist und eine Zeitlang hinter Gittern sitzt. Auch sollte man hier vorsichtig sein, die Zahlen anhand eines einzelnen Quartals zu bewerten.“

Auf die Frage, wie sich Schmuggel und Drogendelikte in der Region entwickeln, sagt Polizeiinspektor Claus Nørgaard: „Wir stellen fest, dass die Zahlen insgesamt gestiegen sind. Aber es gibt viele Gründe, die in diesem Bereich hineinspielen. Von den Abweichungen von Quartal zu Quartal, kann eine steigende Anzahl von Fällen einem erhöhten polizeilichen Einsatz geschuldet sein. Denn normalerweise sind das nicht Sachen, die ein Bürger meldet. Das gilt sowohl für Delikte auf der Straße mit einem Gramm Haschisch für den Eigenbedarf als auch für schwerere Delikte wie Schmuggel oder der Handel mit größeren mengen Drogen.“

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