Ferienhausbau

Ottosen: Kommune hat mit Informationen geschummelt

Ottosen: Kommune hat mit Informationen geschummelt

Ottosen: Kommune hat mit Informationen geschummelt

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Ole Ottosen kämpft seit Monaten darum, dass die Kommune Fehler eingesteht. (Archivbild) Foto: Paul Sehstedt

Neunmonatiges Ringen um Akteneinsicht belegt nun, dass das geplante Sommerhausgebiet bei Scherriff (Skerrev) ein Verstoß gegen Absprachen und Schutzverordnungen ist.

Neun Monate dauerten Ole Ottosens Bemühungen, um Akteneinsicht in mehrere historische Verwaltungsdokumente zu erlangen, damit er seine Behauptung, die Kommune habe bei der Ausweisung des Sommerhausgebietes bei Scherriff gegenüber der Wirtschaftsbehörde (Erhvervsstyrelsen) getrickst, untermauern konnte.

Nun forderte er in einem offenen Brief an die Politiker und die Verwaltung, dass die Pläne aufgegeben werden, da sie gegen Absprachen, Richtlinien und ältere bestehende Bebauungspläne verstoßen.

Verstoß gegen KP1985

„Aus den relevanten Dokumenten aus der Zeit vor 2017 ist klar ersichtlich, dass das Gebiet ,Skarrev Vest‘ nicht für Sommerhausbebauung genutzt werden kann“, schreibt Ottosen und verweist auf den Flächennutzungsplan „KP1985“, der 1985 festschrieb, dass die bestehenden Freizeitgebiete auf der Halbinsel Loit (Løjt) nicht erweitert werden dürfen.

„Die Kommune versucht, Flächen, die in Loddenhoi liegen, in Scherriff anzurechnen, doch dies ist ein Verstoß gegen den Passus in ,KP1985‘“, erläutert der Kläger, der sich in der Kommune Tondern (Tønder) auch beruflich mit der Thematik beschäftigt.

Forstschutzlinie

„Im Flächennutzungsplan ,KP2009‘ listet die Kommune ausdrücklich die Schutzverordnungen auf, die für ,Skarrev Vest‘ zutreffen, unter anderem die Forstschutzlinie“, argumentiert Ottosen.

Die Pläne für einen größeren Campingplatz dort wurden bereits 2013 aufgegeben, doch darüber informierte die Kommune die Wirtschaftsbehörde nicht, als die Ausweisung des Sommerhausgebietes beantragt wurde.

Ole Ottosen

„Die Pläne für einen größeren Campingplatz dort wurden bereits 2013 aufgegeben, doch darüber informierte die Kommune die Wirtschaftsbehörde nicht, als die Ausweisung des Sommerhausgebietes beantragt wurde. Die Behörde genehmigte die Sommerhausbesiedelung, weil die Kommune nicht angab, dass das Areal von der Forstschutzlinie betroffen ist und in einem Campingplatzgebiet liegt. Das alles ist aus den Akten der Wirtschaftsbehörde ersichtlich, die ich eingesehen habe.“

Hoffnung auf Einsicht

„Ich hoffe, dass die Kommune Apenrade anhand der Fakten erkennt, eine Reihe von bedauernswerten Fehlern begangen zu haben und das Gebiet so bald wie möglich aus dem Plan herausnimmt“, appelliert Ottosen, der sich darüber freut, dass sich die Kommune mit ihrer Teilnahme am Wettbewerb „Dänemarks wildeste Kommune“ (Danmarks vildeste kommune) zu hohen Naturwerten bekennt.

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