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„Einmal im Jahr denken wir dran“ – Was Frauen in der Minderheit zum Weltfrauentag sagen

Ingela Wieking, Anette Lehnhoff, Nina Jebsen und Claudia Knauer äußern ihre Gedanken zum Weltfrauentag und zur Gleichstellung von Frauen.
v.l Ingela Wieking, Anette Lehnhoff, Nina Jebsen und Claudia Knauer äußern ihre Gedanken zum Weltfrauentag und zur Gleichstellung von Frauen.

Gleichstellung: Der Weltfrauentag beleuchtet die Rolle der Frauen in der deutschen Minderheit. Verschiedene Stimmen zeigen, dass es noch Entwicklungspotenzial gibt.

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Zusammenfassung

  • Im Haus Nordschleswig in Apenrade stand zum Weltfrauentag die Rolle von Frauen im Mittelpunkt.
  • Besucherinnen betonten die Bedeutung des Tages, um Gleichstellung, soziale Gerechtigkeit und Anerkennung von Familienarbeit stärker zu thematisieren.
  • Gleichzeitig wurde deutlich, dass trotz engagierter Frauen in Leitungspositionen nach wie vor ein Männerübergewicht in entscheidenden Funktionen besteht.

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Die Frühlingssonne fällt an diesem Sonntag durch die große glasige Dachfassade des Haus Nordschleswigs in Apenrade. Es stehen Stühle bereit, einige Besucherinnen und Besucher bleiben noch kurz stehen, unterhalten sich oder genießen das schöne Wetter, bevor sie weitergehen. 

Drinnen geht es an diesem Nachmittag jedoch um ein Thema, dass weit über diesen sonnigen Tag hinausreicht: den Internationalen Weltfrauentag.

Wie präsent sind der Weltfrauentag und die Frage nach Gleichstellung in der deutschen Minderheit in Nordschleswig?

Diese Frage steht im Raum, als sich Besucherinnen und Besucher zu einem Theaterstück zum Thema „Doppelte Ausgrenzung – Frau + Jüdin“ versammeln. Vor Beginn der Veranstaltung wurden verschiedene Besucherinnen nach ihrer Einschätzung gefragt.

Ein Tag, der Frauen ins Zentrum rückt

Für Ingela Wieking, Bibliothekarin in Zentralbücherei, ist der Weltfrauentag vor allem eine gute Gelegenheit, die Anliegen von Frauen stärker in den Mittelpunkt zu rücken. „Ich finde das einfach gut, wenn die Frauen mit ihren Belangen im Mittelpunkt stehen“, sagt sie. Besonders positiv bewertet sie, dass verschiedene Verbände der Minderheit gemeinsam Veranstaltungen zum Weltfrauentag organisieren. Dadurch bekomme das Thema mehr Aufmerksamkeit.

Für Ingela Wieking ist der Weltfrauentag vor allem eine gute Gelegenheit, die Anliegen von Frauen stärker in den Mittelpunkt zu rücken
Ingela Wieking vor der Veranstaltung

Auch Büchereidirektorin Claudia Knauer sieht den Tag als wichtigen Denkanstoß. „Einmal im Jahr denken wir dran. Das ist natürlich nicht genug, aber besser als gar nichts“, sagt sie. Gleichzeitig hebt sie hervor, dass die Zusammenarbeit verschiedener Verbände in der Minderheit dazu beiträgt, den Weltfrauentag aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.

Beim Blick auf Gleichstellung innerhalb der Minderheit sieht Knauer allerdings noch Entwicklungspotenzial. Zwar gebe es viele Frauen in Leitungspositionen in Schulen, Kindergärten oder Bibliotheken, „aber in den wirklich entscheidenden Stellen ist das Männerübergewicht noch stark“, sagt sie.

Sieht den Tag als wichtigen Erinnerungsanstoß: Claudia Knauer
Sieht den Tag als wichtigen „Erinnerungsanstoß“: Claudia Knauer

Zwischen sozialer Gerechtigkeit und Sichtbarkeit

Für Anette Lehnhoff stehen vor allem soziale und wirtschaftliche Fragen im Vordergrund. Sie nennt gleichen Lohn für gleiche Arbeit sowie bessere Rentenansprüche für Frauen, die Kinder großgezogen haben. Familienarbeit müsse stärker anerkannt werden.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sowie bessere Rentenansprüche für Frauen, die Kinder großgezogen haben, sind wichtige Themen für Anette Lehnhoff
Gleicher Lohn und bessere Rentenansprüche für Frauen, sind wichtige Themen für Anette Lehnhoff

Nina Jebsen, Archivleiterin im deutschen Museum Nordschleswig, spricht dagegen einen anderen Aspekt an: die Wahrnehmung von Frauen in der Öffentlichkeit. „Frauen haben in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert und werden meistens übersehen“, sagt sie. Deshalb müsse sich vor allem eines verbessern: „Die Sichtbarkeit und die Anerkennung.“

Die Sichtbarkeit und die Anerkennung von Frauen muss sich verbessern, findet Nina Jebsen
Die Sichtbarkeit und die Anerkennung von Frauen muss sich verbessern, findet Nina Jebsen