Fussball

Millionenabfindung für gefeuerten dänischen Wolfsburg-Boss

Peter Christiansen war im Sommer 2024 vom FC Københaven zum VfL Wolfsburg gekommen.

Peter Christiansen trägt mit falschen Personalentscheidungen die Hauptverantwortung für die sportliche Talfahrt des VfL Wolfsburg, so der Tenor in deutschen Medien. Der Däne war für den abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten ein teures Vergnügen.

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Zusammenfassung

  • Der VfL Wolfsburg hat nach der 1:2-Niederlage gegen den HSV Trainer Daniel Bauer und Sportchef Peter Christiansen entlassen.
  • Christiansen gilt wegen teurer Transfers, hoher Bezüge und ausbleibender sportlicher Erfolge als Hauptverantwortlicher für die Krise.
  • Dieter Hecking soll den abstiegsbedrohten Klub stabilisieren, während der Verein Christiansen für seinen Beitrag im Frauenfußball dankt.

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Die 1:2-Niederlage am Sonnabend gegen den HSV brachte das Fass zum Überlaufen. Der VfL Wolfsburg hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga zu einer Radikalmaßnahme gegriffen. Neben Trainer Daniel Bauer musste auch der Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen gehen. Dieter Hecking soll den deutschen Meister von 2009, der mit einem der teuersten Kader der Liga Tabellenvorletzter ist, vor dem Abstieg bewahren.

Peter Christiansen wird in deutschen Medien für die sportliche Talfahrt des VfL Wolfsburg verantwortlich gemacht. Ein Bundesliga-Abstieg würde dem VW-Klub teuer zu stehen kommen, aber auch die Anstellung des Dänen an sich ist ein teures Vergnügen gewesen.

Alles wurde nur noch schlimmer

Der VfL Wolfsburg zahlte im Sommer 2024 laut „kicker“ eine Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro für Peter Christiansen an den FC København, der neue Geschäftsführer Sport kassierte laut „Bild“ ein Jahresgehalt von 2,2 Millionen Euro und wird laut „WAZ“ eine Abfindung von bis zu einer Million Euro einstreichen können.

„Als der 51 Jahre alte Christiansen im Sommer 2024 vom FC Kopenhagen nach Wolfsburg kam, musste er zunächst mit dem Personal arbeiten, das er dort vorfand. Als er vor dieser Saison deutlich mehr Einfluss nahm, wurde nichts besser, sondern vieles nur noch schlimmer“, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“.

„Bundesliga-Debütant Simonis war mit seinem ersten Trainerjob im Ausland überfordert. Das aktuelle Aufgebot des VfL umfasst 32 Spieler plus weitere Talente. Doch dem Kader mangelt es an Einstellung und Teamgeist – das beklagten schon mehrere Spieler öffentlich. Die großen Schwachstellen in Angriff und Abwehr wurden auch in diesem Winter nicht behoben. Ein dringend benötigter Mittelstürmer kam weder im August noch im Januar, Verstärkung für die Abwehr erst am letzten Abend vor Ablauf der Transferfrist. Im Ergebnis sind die Wolfsburger so akut vom Abstieg bedroht wie seit den beiden Relegations-Teilnahmen 2017 und 2018 nicht mehr“, so die „Süddeutsche“ weiter.

Umbruch im Frauenfußball gemeistert

Nach dem ersten Trainerwechsel im November war erst einmal nur der Sportdirektor auf der Ebene unter Christiansen ausgetauscht worden: Der Schweizer Schwegler kam für Sebastian Schindzielorz. Jetzt aber greift der vom Mutterkonzern Volkswagen dominierte Aufsichtsrat beim VfL so stark durch wie seit dem Frühjahr 2011 nicht mehr. Damals verloren der Geschäftsführer Dieter Hoeneß sowie Interimstrainer Pierre Littbarski auf einen Schlag ihre bisherigen Jobs. Für sie kehrte mitten im Abstiegskampf der Wolfsburger Meistertrainer Felix Magath zurück.

In der Pressemitteilung des Vereins geht dennoch ein Dank an den Dänen.

„Als Geschäftsführer Sport hat er den personellen Umbruch im Frauenfußball gemeinsam mit unserer sportlichen Leitung erfolgreich gemeistert. Bei den Männern fehlten leider die sportlichen Ergebnisse. Deswegen haben wir entschieden, die Zusammenarbeit mit ihm zu beenden", so der Aufsichtsratsvorsitzende Sebastian Rudolph.

„Ich habe sehr gerne und mit vollem Fokus für den VfL Wolfsburg gearbeitet. Vom ersten Moment an habe ich alles gegeben. Mein Dank gilt den Mitarbeitenden, den Spielerinnen und Spielern, den Fans sowie den Menschen, die diesen Klub mit Leidenschaft und Leben füllen. Für die kommenden Wochen und Monate wünsche ich den Männern im Kampf um den Klassenerhalt, den Frauen im Titelrennen sowie allen Teams der VfL-Akademie viel Erfolg sowie dem ganzen Klub für die Zukunft nur das Beste“, wird Peter Christiansen zitiert.