Deutsche Minderheit

So manche feiern ein Comeback: Jündewatter Laienspielcrew im Probenendspurt

Acht Personen stehen und sitzen in einem Bühnenraum mit Polizeischild hinter einem Tisch mit Requisiten.
Die Theatergruppe aus Jündewatt bereitet sich auf die Premiere ihres aktuellen Stücks vor. Stehend von links: Georg Thomsen, Ursula Petersen, Gudrun Asmussen, Marion Miltzow, Sabine Quandt und Kim Hansen. Sitzend von links: Hella Hartung und Freddy Hansen. Man beachte ein lustiges Detail vorn am Dienststellenschreibtisch: Für eine fiktive Polizeifahndung wurden kurzerhand Politikerinnen und Politiker der Schleswigschen Partei ausgewählt.

In nicht einmal zwei Wochen ist Premiere: Im Deutschen Haus Jündewatt laufen die Proben der örtlichen Theatergruppe auf Hochtouren. Das Publikum kann sich auf ein lustiges Stück und auf ein Wiedersehen mit altbekannten Laiendarstellerinnen und -darstellern freuen.

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Zusammenfassung

  • Im Deutschen Haus Jündewatt probt die Laienspielgruppe intensiv für die Premiere des Stücks „Willkommen in Nedderknöfel“.
  • So manche bekannte Laienspielurgesteine wie die Brüder Kim und Freddy Hansen sowie Gudrun Asmussen feiern ihr Comeback auf der Bühne.
  • Das Publikum erwartet eine schwarzhumorige Komödie rund um einen strafversetzten Polizeiwachmeister, skurrile Dorfbewohnerinnen und mysteriöse Todesfälle.

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Es geht entspannt, mitunter lustig, aber auch konzentriert bei der Probe zu. Im Deutschen Haus Jündewatt (Jyndevad) hat die Laienspielgruppe den Endspurt beim Einstudieren ihres aktuellen Stücks eingeläutet. „Im Januar haben wir mit dem Üben angefangen und proben jetzt kurz vor der Premiere dreimal die Woche“, berichtet Hella Hartung am Rande eines Übungsabends. Sie gehört dem achtköpfigen Theaterteam an und ist zugleich Vorsitzende des Deutschen Hauses.

Das aktuelle Stück „Willkommen in Nedderknöfel“ wird in Jündewatt bei einer Veranstaltung des Sozialdienstes Buhrkall am 13. März und am Tag darauf im Rahmen des Frühlingsfestes des BDN-Ortsvereins Renz-Jündewatt präsentiert. 

Aufführungen im Deutschen Haus:

  • 13. März beim Theaterabend des Sozialdienstes Buhrkall
  • Beginn: 19.30 Uhr 
  • Im Anschluss Kaffee und Kuchen (Kostenpunkt 90 Kronen), keine Anmeldung erforderlich
  • 14. März zum Frühlingsfest des BDN-Ortsvereins Renz-Jündewatt
  • Beginn 18.30 Uhr, Aufführung gegen 20 Uhr
  • Frühlingsfest und Theater einschließlich Essen: 200 Kronen
  • Ohne Essen: 90 Kronen
  • Aus Planungsgründen wird um Anmeldung bei Kurt Schmidt gebeten unter der Telefonnummer 27 33 14 66 (gern per SMS)
  • Anmeldeschluss: Dienstag, 10. März

Rückkehr auf die Bretter, die die Welt bedeuten

Auf der Bühne werden so manche Wiederkehrende zu sehen sein. Neben Ursula Petersen, die immer wieder mal bei Aufführungen in Jündewatt mitmacht, sind auch die Brüder Kim und Freddy Hansen nach längerer Pause wieder dabei. Damit sind zwei Männer dazugestoßen. Bei der vorherigen Aufführung mussten männliche Rollen noch mit Frauen besetzt werden, da die Gruppe ausschließlich aus Darstellerinnen bestand.

Mehrere Personen proben in einem Saal des Deutschen Hauses Jündewatt für ein Theaterstück.
Haben sich nach längerer Verschnaufpause wieder der Jündewatter Laienspielgruppe angeschlossen: Kim (links) und Freddy Hansen.

Ebenfalls auf der Bühne wird Urgestein Gudrun Asmussen zu sehen sein. Sie war eigentlich wieder für die Regisseur- und Souffleuraufgabe vorgesehen, spielt nach einer Absage im Team nun aber ebenfalls mit. 

Ausgefeilte Showelemente

Als Souffleur konnte ein anderer, altbekannter Laienspielhase aus der Minderheit gewonnen werden. Georg Thomsen erklärte sich bereit, als Souffleur zu agieren und der Truppe mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Der 69-Jährige bringt sich auch praktisch ein. 

Für das Herabfallen eines (künstlichen) Vogels hat Thomsen eine Klappe an der Decke installiert. „Die Klappe lässt sich von unten öffnen. Wenn man an der Leine zieht, fällt der Vogel herunter“, erklärt Thomsen mit einem Schmunzeln und demonstriert das raffinierte Detail gleich mal. Es funktioniert – die lustig anmutende Vogelfigur plumpst zu Boden.

Bei der diesjährigen Aufführung ist Marion Miltzow erneut als Darstellerin dabei und auch Sabine Quandt, stellvertretende Vorsitzende des Hauses mit Bühne, spielt wieder mit.

Wie kam es dazu, dass die Brüder Hansen ihr Comeback feiern?

Wieder mehr Zeit fürs Spielen

„Wir haben locker darüber gesprochen, ob wir gemeinsam wieder einsteigen sollen. Wir hatten uns ja aus familiären Gründen zurückgezogen. Jetzt, wo unsere Kinder größer sind, gibt es zeitlich mehr Spielraum“, so Kim Hansen kurz vor der Probe mit komischer Perücke. Er verkörpert einen eigenwilligen Beamten einer Polizeiwache.

Theaterprobe in einem Saal, Spieler auf der Bühne, andere sitzen mit Textheften am Tisch.
Bei den Proben wird mitgelesen und mitgeschaut. Hier verfolgen (von rechts) Marion Miltzow, Sabine Quandt und Hella Hartung gerade eine Szene mit den Schauspielkollegen Kim und Freddy Hansen.

„Am Laienspiel hatten wir hier immer viel Freude und wird sagten uns dann, wenn andere von früher wie Ursula und Gudrun dabei sind, dann steigen wir wieder ein“, sagt Freddy Hansen, der vor gar nicht langer Zeit bei Dreharbeiten im Haus Quickborn in Kollund, wo er Hausmeister ist, sein schauspielerisches Können unter Beweis stellen konnte.

„Dieser Einsatz hat aber nichts mit dem Entschluss zu tun, hier in Jündewatt wieder mitzumachen. Der Dreh in Kollund hatte sich zufällig ergeben. Kim und ich waren schon im vergangenen Jahr hier in Jündewatt dabei. Das Stück fiel wegen der Sanierungsarbeiten aber aus“, so Freddy Hansen. Ein vollgelaufener Keller hatte die Begegnungsstätte für mehrere Monate außer Kraft gesetzt.

Klamauk mit schwarzem Humor

Im Schwank „Willkommen in Nedderknöfel“ verkörpert Freddy Hansen den Polizeiwachmeister Görgen, der von Frankfurt in die tiefste ländliche Provinz strafversetzt worden ist, weil er die Dienstwaffe mit der Radarpistole verwechselt hatte. Oder war es umgekehrt?

Zwei Frauen spielen eine Szene in einem Bühnenbild mit Polizeischild und Schreibtisch.
Ursula Petersen (links) und Hella Hartung beim Üben auf der Theaterbühne im Deutschen Haus Jündewatt.

Im Dorf bekommt er es mit eigenartigen, mitunter aufdringlichen Bäuerinnen, einschließlich der Bürgermeisterin, zu tun, deren Männer allesamt bei mysteriösen Unfällen ums Leben gekommen sind. Der Wachmeister steht vor einem Rätsel. Das Publikum kann sich auf einen Klamauk mit schwarzem Humor freuen.

Die Darstellerinnen und Darsteller müssen so manche sprachliche Hürde meistern. „Fast alle Namen in dem Dorf enden mit Meyer. Da kann man schon durcheinanderkommen“, so Hella Hartung, die selbst in die Rolle der Franziska Neddermeyer schlüpft.

Ganz viel Meyer

Als Zungenbrecher gibt es im Stück auch noch eine Schnackenmeyer (Gudrun Asmussen), eine Schlottermeyer (Sabine Quandt) und eine Rottenmeyer (Marion Miltzow), um nur einige zu nennen. Da ist es beim Einstudieren ein Segen, dass die Bürgermeisterin (Ursula Petersen) einfach nur Kathie genannt wird.

Ihr aktuelles Stück führt die Jündewatter Laienspielgruppe auch wieder bei der befreundeten Dittchenbühne in der Patenschaftsstadt Elmshorn auf. Für den 21. März ist das Gastspiel angesetzt.