Kultur

Engagement endet: Verein hinter Kanonenbatterie gibt auf

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Die Kanonen stehen am südlichen Ortseingang Apenrades (Archivfoto).

Seit 2020 standen sie in Apenrade für historische Erinnerungskultur: die vier Kanonen der „Kronprinsens Kanonbatteri“. Nun hat sich der Trägerverein überraschend aufgelöst – aus Mangel an Mitgliedern und fehlender Unterstützung, wie der Vorsitzende erklärt. Die Verantwortung geht nun auf den städtischen Geschichtsverein über.

Am Montagvormittag hat der Verein Kronprinsens Kanonbatteri eine E-Mail an Apenrades Bürgermeister Jan Riber Jakobsen (Kons.) geschickt und darin mitgeteilt, dass sich der Verein aufgelöst hat.

Hintergrund der Auflösung

Wie Gunnar Pedersen, Vorstandsmitglied und Mitinitiator des Vereins, erklärt, habe es nicht genügend engagierte Personen gegeben, um den Vereinszweck weiterhin erfüllen zu können. Die Auflösung erfolgte kürzlich im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung.

Zweck des Vereins war es, bei festlichen Anlässen – wie etwa der Ankunft des königlichen Schiffs „Dannebrog“ – Salutschüsse von der Kronprinzen-Kanonbatterie abzugeben. Auch die Instandhaltung der Kanonen lag in der Verantwortung des Vereins.

Begleitend zu den Salutschüssen sollten historische Informationen über die Englandkriege sowie über Apenrades Bedeutung als Seefahrerstadt im 19. Jahrhundert vermittelt werden.

„Vielleicht hat auch die Enttäuschung eine Rolle gespielt, dass die von der Kommune versprochenen Parkplätze nahe der Batterie nie realisiert wurden“, heißt es weiter in der E-Mail an den Bürgermeister.

Eine persönliche Note

Pedersen schreibt in seiner Nachricht, dass er stolz darauf sei, Teil des Projekts gewesen zu sein, bei dem ein „historisches Wahrzeichen an markanter Stelle“ errichtet wurde. „Ich finde, wir lösen den Verein mit Würde auf. Und ich habe die Hoffnung – und den Traum –, dass sich neue, jüngere Kräfte finden, die die spannenden Möglichkeiten, die in Apenrades beiden Kanonengruppen liegen – der mobilen ‚Auroras Kanonlaug‘ und der stationären ‚Kronprinsens Kanonbatteri‘ –, weiterführen und weiterentwickeln“, schließt er.

Was nun geschieht

Alle bisherigen Aufgaben des Vereins – etwa die Instandhaltung der Kanonen und deren Lagerung – gehen nun auf den „Aabenraa Byhistoriske Forening“ über, schreibt Gunnar Pedersen.

Das Vereinsvermögen von rund 20.000 Kronen wird an die „Auroras Kanonlaug“ übergeben – unter der Bedingung, dass die Mittel ausschließlich für die Ausbildung von Kanonieren sowohl für die „Auroras Kanonlaug“ als auch für die „Kronprinsens Kanonbatteri“ verwendet werden.

Neue Besitzer der Kanonen

Die Batterie-Stellung selbst ist Eigentum der Kommune Apenrade, die sie dem Kanonenverein zur Verfügung gestellt hat. Auch das Grünareal um die Kanonenbatterie wird von der Kommune gepflegt.

Nicht zu verwechseln mit der Auroras Kanonengilde

In Apenrade gibt es zwei Kanonenvereine. Der zweite ist die Auroras Kanonengilde (Auroras Kanonlaug), die 1999 auf Initiative der Freunde des Apenrader Museums gegründet wurde. Die Kanonen dieses Vereins stammen von einem gleichnamigen Schiff, das 1808 auf der Werft in Apenrade gebaut und mit zwei Sieben-Pfund-Kanonen zur Piratenabwehr ausgerüstet wurde.

„Kronprinsens Kanonbatteri“