Gericht

Ohne Grund angehalten: Autobahn-Drama bei Hadersleben

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Im September 2022 kam es auf der nordschleswigschen Autobahn E45 zwischen Hadersleben und Christiansfeld zu einem tragischen Verkehrsunfall. Zwei Männer müssen sich derzeit vor Gericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten (Symbolfoto).

Ein plötzlicher Stopp mitten auf der Autobahn, eine getötete Frau und vier zerstörte Autos: Der Prozess um einen schweren Verkehrsunfall auf der E45 bei Hadersleben hat begonnen. Zwei Männer stehen wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Die Hintergründe des Dramas werfen viele Fragen auf.

Das Sonderburger Gericht verhandelt seit dieser Woche über einen folgenschweren Verkehrsunfall, der sich vor zweieinhalb Jahren auf der Autobahn E45 zwischen Christiansfeld und Hadersleben zugetragen hatte.

Plötzlicher Stopp sorgt für tödlichen Unfall

Wie die Tageszeitung „JydskeVestkysten“ berichtet, hatte damals ein 30-jähriger Mann aus der Haderslebener Gegend seinen Pkw ohne ersichtlichen Grund mitten auf der Autobahn angehalten, was eine Kette von Kollisionen auslöste. Eine 50-jährige Woyenserin kam dabei ums Leben. Vier Fahrzeuge wurden zerstört.

Unterlassene Hilfeleistung und Fahrerflucht

Der 30-jährige Hauptangeklagte hatte zum Prozessauftakt vor dem Sonderburger Gericht ausgesagt, er habe wegen eines Schocks angehalten – ausgelöst durch ein anderes Fahrzeug, das ihn angeblinkt habe.

Im weiteren Verlauf des Prozesses gestand der Angeklagte laut „JydskeVestkysten“, während der Fahrt auf sein Handy geschaut zu haben. Anschließend habe er den Unfallort verlassen, ohne Hilfe zu leisten oder seine Personalien zu hinterlassen. Zudem stellte sich heraus, dass er ohne Führerschein unterwegs gewesen ist.

Zweiter Angeklagter erinnert sich kaum

Neben dem 30-Jährigen steht ein 52-jähriger Mann aus Apenrade (Aabenraa) vor Gericht. Er war der letzte Fahrer in der Unfallkette gewesen und kann sich laut Aussage kaum an die Einzelheiten erinnern.

Beide Männer plädieren auf nicht schuldig. Der Prozess wird heute fortgesetzt.