Leserinbeitrag

„Gemeinschaftsausflug der Sozialdienste nach Søby und Brande“

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Beim Gemeinschaftsausflug steuerte man das Braunkohlemuseum in Søby an.

Elke Carstensen aus Tingleff berichtet über einen Gemeinschaftsausflug, zu dem die Sozialdienstvereine in der Kommune Apenrade eingeladen hatten. Ziel war unter anderem das Braunkohlemuseum in Søby.

Jetzt war es endlich so weit – von langer Hand geplant, ging es auf den Tagesausflug nach Søby zum Braunkohlemuseum und nach Brande in die Stadt mit den schönsten Straßen-, Giebel- und Gaubenmalereien in ganz Dänemark. So sagt man zumindest.

Der Sozialdienst-Bezirk Apenrade hatte einen Ausflug mit vielen Attraktionen an der frischen Luft geplant, und so war es auch nicht verwunderlich, dass viele Blicke, am Morgen fragend gen Himmel gerichtet waren. Wie wohl das Wetter wird?

Nach einer knapp zweistündigen Fahrt im Bus mit 37 Teilnehmern erreichten wir rechtzeitig das Museumsgelände des Braunkohlelagers in Søby.

Schweres Gerät

Empfangen wurden wir von einer großen, schweren Raupe und zwei großen Loren auf Schienen, wobei diese wohl schon zur Arbeitserleichterung beitrugen, denn ein sehr, sehr großer Teil war schwerste Handarbeit.

Auf dem ca. 350 Hektar großen Gebiet gab es zwischen 1940 und 1970 die einzige Braunkohleförderung in ganz Dänemark. Damit diese Zeit mit der harten Arbeit und Lebensweise nicht in Vergessenheit gerät, hat es sich „Skov – og Naturstyrelsen Midtjylland“ zur Aufgabe gemacht, dieses ursprüngliche Arbeitsareal in Form eines Museums mit Hütten, Wohnhäusern, Werkstätten, Fördermaschinen und Arbeitsgeräten so zu erhalten, wie es ursprünglich funktioniert hat.

In Søby ist eine alte Lore aus vergangenen Bergbauzeiten zu bestaunen.

Auch heute sahen wir viele ehrenamtliche Helfer, die sich um die Anlage kümmerten. Neben der eigentlichen Arbeit ist so auch ein kleines Dorf mit Schule, Kaufmannsladen, Friseur/Barbier und anderem entstanden.

Erinnerung an alte Zeiten

Ja, so war das früher, hörte man immer wieder von den Teilnehmern. Ob es nun „Madam blå“, das Emaillegeschirr in der kleinen Küche, das Gusseisen auf dem kleinen Herd war, die abgenutzten Schulbänke, der kleine graue Ferguson-Traktor, die Lebensmittel im kleinen Krämerladen, das Werkzeug in der Schmiede oder in der Schlachterei: Viele Erinnerungen aus der guten (?) schweren, harten und ärmlichen Zeit wurden vermittelt.

Um das Museumsdorf herum konnte man dann durch ein Waldgebiet mit inzwischen entstandenen Seen spazieren gehen, auf dem sogenannten „Kærlighedssti“.

Marianne Christensen in der Bergarbeiterküche von damals
Mit Fotos, Dokumenten und Geräten wird in Søby die Geschichte des Braunkohleabbaus vermittelt.

Damit das Museum viele Menschen und Gruppen anspricht, findet man hier auch einen Grillplatz mit einem Madhuset, einen Spielplatz für die ganz Kleinen und eine Versammlungsstelle für größere Gruppen, alles in allem auf jeden Fall einen Ausflug wert, meinen wir.

Nächster Zwischenstopp

Nach ca. zwei Stunden bringt uns dann unser Bus nach Brande zu einer wohlverdienten Mittagspause. Gut gestärkt und erholt treffen wir uns dann auf dem Marktplatz mit zwei Reiseführerinnen, die uns die Straßenkunst ihrer Stadt zeigen und erklären.

Brande war 1968 die erste Kleinstadt, die ihre Fassaden durch künstlerische Malereien verschönerte, was sich dann immer weiter entwickelt hat und inzwischen in ganz Dänemark und weit darüber hinaus sehr bekannt geworden ist.

Fangen wir doch mal damit an, dass der Ort Brande vom 31. August bis zum 7. September dieses Jahres seinen großen 850. Geburtstag mit einem großen künstlerischen Festival feiern konnte.

Zwischenstopp bei einem Straßenkunstwerk in Brande
Brande ist für seine Fassadenkunst bekannt.

Der Zustrom von Künstlern und Gästen soll überwältigend gewesen sein. Sehr gut für Brande.

Für uns aber war es mit Sicherheit besser, dass Brande an diesem Tag nicht so überlaufen war. Umso besser konnten die Teilnehmer die fantastischen Malereien bestaunen, die dazugehörigen Erklärungen unserer Stadtführerinnen lauschen und verinnerlichen sowie Fotos machen. Brande ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Nach ebenfalls zwei Stunden „Kunst am Bau“ erwarteten uns an unserem Bus eine gute Tasse Kaffee und ein ganzes Sortiment aus selbst gebackenem Kuchen. Was will man mehr? Ein rundherum gelungener Tag, auch weil das Wetter immer besser wurde.

Teilnehmende des Gemeinschaftsausflugs schauen sich eine bemalte Hauswand an.

Müde und voller positiver Eindrücke traten wir die Heimreise an.

Hinweis

Dies ist ein Leserinnen- oder Leserbeitrag. Er gibt nicht notwendigerweise die Ansicht der Redaktion wieder. „Der Nordschleswiger“ übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit.