Blaulicht

Komplizierter Polizeikontakt nach Einbruch auf dem Knivsberg

Komplizierter Polizeikontakt nach Einbruch auf dem Knivsberg

Eigenartiger Polizeikontakt nach Einbruch auf dem Knivsberg

Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Der Austausch mit der Polizei lief in Verbindung mit einem Einbruch auf dem Knivsberg nicht so, wie erhofft (Symbolfoto). Foto: Politiet.dk

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Einen relativ simplen Einbruch in die Holzwerkstatt der Bildungsstätte Knivsberg zu melden und bestätigen zu lassen, gestaltete sich schwierig. Der Geschäftsführer wundert sich.

Vom 5. auf den 6. Januar sind Unbekannte in die Holzwerkstatt der Bildungsstätte Knivsberg eingebrochen und haben Elektrowerkzeug im Wert von rund 50.000 Kronen gestohlen.

„Sie schlugen eine Scheibe ein und sind so hineingelangt“, berichtet Jugendverbandsleiter Thore Naujeck, der auch für die Bildungsstätte der deutschen Minderheit in Nordschleswig zuständig ist.

Naujeck kümmerte sich umgehend um die üblichen Schritte: den Fall der Polizei melden und dann die Versicherung verständigen. Alles an sich ganz einfach – anscheinend! Doch der simple Verfahrensweg erwies sich als holprig.

Thore Naujeck: „Ich rief gleich an dem Sonnabend, als der Einbruch bemerkt worden war, bei der Polizei an und meldete den Vorfall. Mir wurde gesagt, dass die Polizei nicht sofort kommen könne. Ich rief dann am Montag darauf noch einmal an. Es kam immer noch niemand. Als ich dann um eine Quittung für die Versicherung bat, hieß es auf einmal, dass der Einbruch gar nicht registriert ist, obwohl ich doch gleich zweimal angerufen hatte und Anrufe ja auch aufgezeichnet werden.“

Thore Naujeck wundert sich über die Reaktion der Polizei auf einen Einbruch in der Bildungsstätte Knivsberg (Archivfoto). Foto: Karin Riggelsen

Die Quittung hat Naujeck nach dem Hin und Her mittlerweile erhalten, aber der Jugendverbandsleiter und Chef der Bildungsstätte wundert sich immer noch, zumal die Polizei nun doch kommen und sich vor Ort umschauen will – mehr als zehn Tage später.

„Vielleicht lassen sich an einer unserer Schubkarren ja noch Fingerabdrücke sichern, mit der die Täter die Werkzeuge allem Anschein nach zu ihrem Fahrzeug transportiert haben“, so Naujeck.

Man werde verbandsintern besprechen, ob für die Bildungsstätte Überwachungskameras angeschafft werden sollen, um Einbrecher abzuschrecken.

Kein automatisches Anrücken bei Einbrüchen

Was sagt die Polizei zu der Sache?

„Die Polizei rückt nicht automatisch zu jedem Einbruch an. Das hängt von der Tat und davon ab, ob eine Spurensuche an der Einbruchsstelle noch Sinn ergibt“, so Chris Thorning Vesterdal vom zuständigen Polizeibezirksrevier in Sonderburg (Sønderborg).

Eine Erklärung für den ungewöhnlichen Verfahrensweg und warum die Anzeige trotz zweimaliger telefonischer Meldung nicht gleich im System festgehalten wurde, habe er nicht. Noch nicht. „Wir werden das aber untersuchen und euch zurückmelden“, so Vesterdal auf Nachfrage des „Nordschleswigers“.

Man darf gespannt sein.

Mehr lesen
Gabriel N. Toggenburg

Minderheiten in Europa

„Das Minority Safepack ist kein Stück Butter mit kurzem Verfallsdatum“

Triest/Trieste/Trst Während Frankreichs korsische Bevölkerung Autonomie erhält, kämpfen LGTBIQ-Gemeinschaften in Ungarn gegen diskriminierende Gesetze. Der EU-Jurist Gabriel Toggenburg erklärt im Gespräch mit Bojan Breziger von der slowenischen Tageszeitung „Primorski Dnevnik“ aus Triest (Italien), wie Initiativen wie „Minority Safepack“ und EU-Rechtsprechungen für ein gerechteres Europa sorgen könnten.