Blaulicht

Inzwischen hat sich ein siebtes Opfer der Betrügerbande gemeldet

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Die Polizei rät zu gesundem Misstrauen. Bei dem leisesten Verdacht, dass etwas nicht stimmt, sollte man seine Tür nicht Fremden öffnen, auch wenn es sich um nette Bankmitarbeitende handelt, die einem vermeintlich vor schlimmeren Schaden bewahren wollen.

Trickbetrüger sehen offenbar die älteren Bevölkerungsschichten als leichte Beute. Die Polizei ermittelt auf Hochtouren, um den Kriminellen das Handwerk schnellstmöglich legen zu können. Sie setzt dabei auf die Mithilfe der Bevölkerung.

Obwohl die Medien in ihren Berichten und Artikeln ständig davor warnen, fremden Menschen ihre Bankkarte nebst persönlicher Identitätsnummer (PIN) auszuhändigen, sind in dieser Woche allein im Einzugsbereich von Apenrade und Sonderburg (Sønderborg) wieder mehrere Betrugsfälle bekannt geworden.

Bislang wurden bei der Polizei zwei versuchte und vier gelungene Betrügereien angezeigt. Am Donnerstagmorgen berichtete Polizeikommissar Chris Thorning Vesterdal vom Bezirksrevier in Sonderburg (Sønderborg) von einem siebten Fall, bei dem die Betrüger leider ebenfalls erfolgreich waren.

Gleiches Muster

Die Masche ist immer die gleiche. Die Bande wechselt offenbar nur von Mal zu Mal die Rollen. Gegen 14.30 Uhr am Montagnachmittag klingelte das Telefon eines 80-jährigen Mannes am Solvang in Kollund. Eine freundliche Frauenstimme gab sich dieses Mal als Mitarbeiterin des Geldinstituts „Sparekassen Kronjylland“ aus. Sie kündigte den Besuch eines Kollegen an, der quasi im selben Moment vor der Tür stand. Genau auf diesen Stressaufbau – eine Person am Telefon, eine an der Tür – ist der Betrug angelegt. Das 80-jährige Opfer händigte schließlich dem vermeintlichen Bankmitarbeiter seine Abhebekarte mitsamt Code aus.

Wenig später wurde mit dieser Karte an einem Geldautomaten ein höherer Betrag abgehoben.

Dieselbe Tätergruppe

Nie, wirklich nie, fremden Personen die Bankkarte und die PIN aushändigen.

Steen Kernfelt, Unterdirektor der Apenrader Kreditbank

„Wir gehen in diesem Fall ganz klar davon aus, dass es sich bei den jüngsten Betrugsfällen um ein und dieselbe Tätergruppe handelt. Dafür sprechen Orte, Zeiten, Vorgehensweise und auch die recht ähnlichen Täterbeschreibungen“, sagt Polizeikommissar Chris Thorning Vesterdal. Er hält mit einigen Details hinter dem Berg, um nicht andere auf dumme Ideen zu bringen.

„Nie, wirklich nie, fremden Personen die Bankkarte und die PIN aushändigen“, lautet der eindringliche Appell von Kreditbank-Unterdirektor Steen Kernfelt.

Kurse für Bankkundinnen und -kunden

Die Apenrader Kreditbank hatte nach einer Reihe von Betrugsfällen im vergangenen Jahr im Herbst ihre Kundschaft in ganz Nordschleswig zu Workshops eingeladen, um sie gegen die perfiden Betrugsmaschen Krimineller zu wappnen. Das Angebot galt primär den älteren Jahrgängen.

Die Tatsache, dass Kriminelle offensichtlich erneut in ihrem Haupteinzugsgebiet mit der gleichen Betrugsmasche Erfolg haben, betrübt ihn sehr, auch wenn es seines Wissens nicht Kreditbank-Kundinnen und -Kunden zu den Betrogenen zählen.

Gesundes Misstrauen

Auch die Polizei informiert nimmermüde über die Vorgehensweisen der Trickbetrügerinnen und -betrüger, damit weitere Schadensfälle möglichst verhindert werden. Gesundes Misstrauen schützt, lautet hier einer der Kernsätze.

Wer auch nur einen vagen Verdacht hat, dass etwas nicht stimmt, sollte das Telefongespräch beenden und der Person vor der Tür nicht öffnen. Und vor allem sollten Betroffene aus falscher Scham nicht schweigen, sondern unverzüglich ihre Bank und am besten auch gleich die Polizei verständigen.

Appell an die Bevölkerung

Die Polizei richtet sich aber mit ihrem Appell nicht nur die an Seniorinnen und Senioren, sondern fordert die gesamte Bevölkerung zur Wachsamkeit auf: Wer Auffälliges beobachtet, wird gebeten, sich über die Rufnummer 114 an die Polizei zu wenden, damit der Bande schnellstmöglich das Handwerk gelegt werden kann.

Das rät die Polizei