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Europäisches Parlament: Loránt Vincze ist Chef der Intergruppe Minderheiten

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Loránt Vincze
Loránt Vincze gehört der ungarischen Minderheit im rumänischen Siebenbürgen an.

Intergruppen sind Foren für den informellen Austausch von Ansichten zu spezifischen Themen. Ihre Mitglieder stammen aus verschiedenen Lagern des Europäischen Parlaments.

Die Intergruppe für traditionelle Minderheiten, nationale Gemeinschaften und Sprachen des Europäischen Parlaments (IG10-25) wurde am Mittwoch, 15. Januar, in Brüssel neu gegründet, wie die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) mitteilt.

Der Bund Deutscher Nordschleswiger ist als Dachverband der deutschen Minderheit für Nordschleswig Mitglied der FUEN und der Nordschleswiger Gösta Toft ist Vizepräsident der FUEN.

Rund 40 Mitglieder des Europäischen Parlaments sind Mitglieder der neu gegründeten Gruppe; ihre Namen sind noch nicht bekannt. FUEN-Präsident Loránt Vincze von der ungarischen Minderheit in Rumänien (RMDSZ, Europäische Volkspartei), wurde zum Vorsitzenden der Intergruppe gewählt. Die Wahl der stellvertretenden Vorsitzenden findet am 23. Januar in Straßburg statt. Vincze war in der letzten Legislaturperiode gemeinsam mit François Alfonsi (Korsika/Frankreich; Grüne) und Kinga Gál (Fidesz, Ungarn), die wie Vincze aus der ungarischen Minderheit in Siebenbürgen (Rumänien) stammt, Ko-Vorsitzender.

„Der europäische Dialog innerhalb der Intergruppe hat uns wertvolle Erfahrungen gebracht und unsere Argumente gestärkt. Es liegt im gemeinsamen Interesse der Minderheiten, dass Europa den autochthonen Minderheiten Aufmerksamkeit schenkt, ihnen Rechtsschutz gewährt und sie unterstützt. Dafür werden wir uns weiterhin einsetzen“, betonte Loránt Vincze bei seiner Wahl.

„Die sprachliche und kulturelle Vielfalt Europas ist ein gemeinsamer Wert, der geschützt werden muss. Es ist höchste Zeit, dass die Europäische Kommission dies anerkennt!“, fügte er hinzu.

Intergruppen dienen als Forum für den informellen Austausch von Ansichten zu spezifischen Themen zwischen verschiedenen politischen Gruppen und fördern den Kontakt zwischen Mitgliedern des Parlaments und der Zivilgesellschaft. Jede Intergruppe besteht aus Mitgliedern von mindestens drei unterschiedlichen politischen Gruppen (https://www.europarl.europa.eu/meps/en/about/groupings).

Intergruppen werden vom Europäischen Parlament offiziell anerkannt und zu Beginn jeder Legislaturperiode durch eine Vereinbarung zwischen den Vorsitzenden der politischen Fraktionen eingerichtet. Derzeit gibt es im Europäischen Parlament 28 Intergruppen.

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Die Europäische Vereinigung von Tageszeitungen in Minderheiten- und Regionalsprachen (Midas) wurde 2001 gegründet. 28 Tageszeitungen aus 12 Staaten gehören Midas an. Ziel ist, gemeinsam Strategien zu entwerfen und die Zusammenarbeit beim Austausch von Informationen, bei Druck und Marketing zu fördern. Dieser Bericht entstand im Rahmen dieser Zusammenarbeit. Verfasst wurde er für Midas von Hatto Schmidt.