Eishockey

Neue Ausrüstung lässt Selbstvertrauen von Mattias Pettersson wachsen

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Mattias Pettersson wurde vor einem Jahr aus dem Rentner-Dasein geholt und als Held gefeiert.

Spitzensport wird oft im Kopf entschieden. Beim Torhüter des dänischen Eishockeymeisters scheint dies nicht anders zu sein. Der große Held der Double-Saison ist seit einigen Wochen wieder der Alte. Grund könnten die neuen Torwartschienen sein.

Die Geschichte war schon abenteuerlich, als Mattias Pettersson im Januar 2024 aus dem sportlichen Rentner-Dasein rausgeholt und zum gefeierten Helden wurde.

Der Schwede wurde ein halbes Jahr nach seinem eigentlichen Karriereende in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zu SønderjyskE geholt, als sich drei Tage vor dem Pokal-Final-Four nach Nicolaj Henriksen mit Patrick Galbraith auch der zweite Torhüter verletzt hatte.

Pettersson war erst beim Pokalsieg und dann auch beim Gewinn des Meistertitels der Fels in der Brandung und wurde in die Allstar-Auswahl der Liga nominiert, konnte aber in der neuen Spielzeit nicht an die übermenschlichen Leistungen der Vorsaison anknüpfen.

Der 33-Jährige war nur Liga-Durchschnitt, rein statistisch unter den Torhütern der Liga sogar ziemlich weit unten, doch seit einigen Wochen tritt er wieder ganz anders auf. Auch optisch. Mit seinen auffallend weißen Torwartschienen ist er wieder der Rückhalt der Mannschaft.

Mattias Pettersson wurde im Januar 2024 beim 7:0-Sieg gegen Rungsted zum besten Spieler des Pokalfinales gekürt.

„Ich hoffe, dass es daran liegt“, sagt Mattias Pettersson mit einem Grinsen im Interview mit dem „Nordschleswiger“.

Puck besser zu erkennen

Modell und Farbe der Ausrüstung seien keineswegs unerheblich, unterstreicht er.

„Ich habe mich mit dem alten Modell nicht so wohl gefühlt und wollte etwas Neues probieren. Es ist ein anderes Modell und eine andere Größe. Und mit den schwarzen Torwartschienen war es mich schwerer, den Puck vor mir zu sehen. Die neuen geben mir ein besseres Gefühl“, sagt der Schwede.

Ein gutes Gefühl hat er auch mit Blick auf das Pokal-Final-Four, bei dem am Freitag ab 20.30 Uhr in der Woyenser Arena Tabellenführer Herning Blue Fox der Gegner ist.

„Ich sehe gute Chancen für uns. Wir gehen ein wenig als Underdogs ins Rennen und haben alles zu gewinnen. Das passt uns gut, und wir werden alles tun, um unseren Pokaltitel zu verteidigen“, so Pettersson.

Mattias Pettersson mit seinen neuen Torwartschienen, die dem Schweden Selbstvertrauen gegeben haben.

Gerne denkt er an den Vorjahrestriumph zurück. Auch damals war Herning Blue Fox der Halbfinalgegner. SønderjyskE schaltete den Favoriten aus und deklassierte im Pokalfinale Rungsted mit 7:0.

Ziviler Job aufgegeben

„Das war eine abenteuerliche Reise in der vergangenen Saison. Ich hatte im Prinzip meine Karriere schon beendet, bekam aber plötzlich die Chance, hierherzukommen. Alles war einfach fantastisch. Und weil ich mich hier so wohlfühle, habe ich auch ein weiteres Jahr drangehängt. Wenn man die Chance hat, Hockey zu spielen, sollte man das auch tun“, sagt Mattias Pettersson mit einem breiten Lächeln.

Den zivilen Job als Einkäufer bei „Saab“ hatte er dafür aufgegeben, eine Rückkehr ist keine Option. Und die laufende Saison bei SønderjyskE muss auch nicht die letzte in der Karriere des Torwarts sein.

„Ich habe das Gefühl, dass noch mehr in mir steckt. Ich liebe es, Hockey zu spielen. Das ist es, was ich gerne will. Der zivile Job rutscht erst einmal in die zweite Reihe. Ich werde später mit meiner Familie entscheiden, wie es weitergeht“, so der Schwede, der mit seiner Ehefrau und dreijährigen Tochter in Hadersleben (Haderslev) lebt.

Die schwarzen Torwartschienen brachten Mattias Pettersson in dieser Saison kein Glück.

Titeltraum lebt

Auf dem Eis ist die Zuversicht nach der wochenlangen Talfahrt wieder zurückgekehrt.

„Ich bin vor einem Jahr zu einem guten Zeitpunkt zur Mannschaft gestoßen. Die Wende war geschafft, alle spielten gut, vom Pokalsieg bis hin zur Meisterschaft. In dieser Saison stand uns der Wind ins Gesicht, aber ich habe weiter den Glauben daran, dass wir gewinnen können“, meint Mattias Pettersson.

Vielleicht auch aufgrund der weißen Torwartschienen.