Geschichte

Wrack der gesuchten deutschen M/S Pionier im Skagerrak gefunden

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Thyborøn
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M/S Pionier
Der Truppentransporter M/S Pionier wurde jetzt bei einer Expedition des Seekriegsmuseums gefunden. Foto: Sea War Museum Jutland/handout/Scanpix

Der 1940 versenkte Transporter gehörte zu den meistgesuchten Wracks der Nordsee. Der Fundort hat die Wissenschaftler überrascht – und der Grund für den Untergang scheint gefunden.

Das Wrack des deutschen Transportschiffes M/S Pionier, das am 2. September 1940 versenkt wurde, ist nach langer Suche im Skagerrak gefunden worden. Das teilt das Seekriegsmuseum Jütland in einer Pressemitteilung.

Jahrzehntelang gehörte das Wrack zu den meistgesuchten in der Nordsee, dänische und internationale Taucher suchten jedoch vergeblich den Meeresgrund ab. Das Wrack wurde schließlich in 177 Metern Tiefe deutlich weiter östlich entdeckt, als angenommen wurde.

Gert Normann Andersen, Direktor des Seekriegsmuseums in Thyborøn, ist froh über die Entdeckung: „Für uns ist es einer der bekannteren Untergänge, der sogar vielfach mystifiziert wurde. Es ist also eine schöne Nachricht, dass wir jetzt sagen können, wo es liegt.“

Nun, so Andersen, sei die spannende Frage, womit das Schiff beladen war, als es unterging. Es hat nämlich unter den Historikern Spekulationen darüber gegeben, dass das Schiff möglicherweise mit enormen Vorräten an Kanonen und Sprengstoffen beladen war.

Sie soll die Pionier versenkt haben: Die HMS Sturgeon. Foto: Sea War Museum Jutland/handout/Scanpix

Torpedo oder Sabotage? Die Hinweise verdichten sich

Im September 1940 war die M/S Pionier mit 823 Passagieren an Bord auf dem Weg vom dänischen Frederikshavn ins norwegische Frederiksstad, als es im nördlichen Skagerrak eine heftige Explosion gab – und das Schiff schnell zu sinken begann.

333 Menschen verloren ihr Leben und der Untergang der Pionier galt fortan als eine der schwerwiegendsten Schläge, die die Deutschen während der Besatzung Dänemarks trafen. 93 der Todesopfer wurden nie gefunden, die Überlebenden wurden in Dänemark an Land gebracht.

Nach britischen Angaben war es ein Torpedo der HMS Sturgeon, der die Pionier versenkte – die Deutschen wiesen das während des Krieges allerdings aufs Heftigste zurück. Man behauptete, das Boot wäre auf eine Mine gelaufen oder Opfer einer Sabotageaktion geworden.

„Unser Scan des Wracks untermauert die britischen Berichte. Alles deutet darauf hin, dass das Schiff mittendurch von einem Torpedo zerrissen wurde“, so Museumsdirektor Andersen.

Deutlich zeichnet sich die Pionier auf den Scanaufnahmen vor dem Meeresgrund ab. Foto: Sea War Museum Jutland/handout/Scanpix
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