Natur und Umwelt

Sturm sorgte für Sauerstoff in der Ostsee

Sturm sorgte für Sauerstoff in der Ostsee

Sturm sorgte für Sauerstoff in der Ostsee

Aarhus
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Während Fische sich bei Sauerstoffmangel am Meeresgrund oftmals durch Flucht retten können, sterben viele festsitzende Muscheln und Würmer nach Aufzehrung des Sauerstoffs im Anschluss an Algenblüten. Foto: Volker Heesch

Der stürmische Wind hat geholfen – doch es herrscht noch immer Mangel an lebenswichtigem Atemgas in einem Seegebiet von 1.700 Quadratmeter Fläche.

Nachdem im August aus vielen dänischen Küstenbereichen im Ostseeraum alarmierend niedrige Sauerstoffwerte vor allem in Bodennähe gemeldet wurden, weist der neue Untersuchungsbericht der Forscher des Nationalen Centers für Umwelt und Energie (DCE) mit Messdaten aus dem Zeitraum 24. August bis 21. September auf eine Besserung der Situation hin. Ab Ende August gab es zunächst bei geringen Winden eine Verschlimmerung. Außerdem hatten die ungewöhnlich starken Niederschläge während der Sommermonate sehr viele Nährstoffe in die Küstengewässer geschwemmt und das Wachstum von Planktonalgen verstärkt, deren Zersetzung nach dem Absterben am Meeresgrund Sauerstoff aus dem Wasser entzieht.

Stärkster September-Wind seit 27 Jahren

Ab dem 13. September sorgte dann landesweit stürmischer Wind für einen Austausch des sauerstoffarmen Tiefenwassers mit sauerstoffreicherem Oberflächenwasser. Seit 27 Jahren waren nicht so hohe Windgeschwindigkeiten in einem September in Dänemark gemessen worden. Laut DCE verringerte sich die Fläche mit Sauerstoffschwund von 2.000 auf 1.700 Quadratmeter. In ganz tiefen Bereiche wie in Teilen der Apenrader Förde drang trotz des Sturmes kein sauerstoffreicheres Wasser vor. Es wurde auf 650 Quadratmetern sehr starker Sauerstoffschwund gemessen. Das waren 250 weniger als im August.

Laut DCE, einem Institut, das der Universität Aarhus angeschlossen ist, waren im September leider auch wieder Meeresbuchten und Förden um Nordschleswig von starkem Sauerstoffmangel betroffen.

Bei Alsen Bereiche fast ganz ohne Sauerstoff

Im Kleinen Belt nördlich von Alsen waren Bereiche so gut wie sauerstofffrei. In ganz tiefen Bereichen ist es zur Freisetzung von Schwefelwasserstoff in Verbindung mit Fäulnisprozessen gekommen. Solche Situationen sind besonders gefährlich für Fische. Austritt des giftigen Schwefelwasserstoffes hat vermutlich auch das Fischsterben u. a. im deutschen Teil der Ostsee bei Eckernförde ausgelöst.

Ebenso schlecht war die Lage im Kleinen Belt zwischen Alsen und Ærø. Auch in der Flensburger Innenförde wurde Schwefelwasserstoffbildung festgestellt. Besser war es in der flachen Augustenburger Förde. Der Sturm im September wirkte sich hier auch positiv aus.

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