Gesundheit

Mehr Krankenpfleger dank teurerer Zigaretten

Mehr Krankenpfleger dank teurerer Zigaretten

Mehr Krankenpfleger dank teurerer Zigaretten

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Mehr Krankenpfleger durch teurere Zigaretten schlägt die Regierung vor. Foto: Sophia Juliane Lydolph/Ritzau Scanpix

Die sozialdemokratische Regierung will ein Wahlversprechen einlösen. Und die Raucher in Dänemark sollen es bezahlen.

Die Sozialdemokraten haben im Wahlkampf versprochen, neue Krankenpfleger einzustellen, sollten sie an die Regierungsmacht kommen. Nun sind sie an der Regierung – und wollen ihr gegebenes Versprechen auch einhalten. Bereits im kommenden Jahr sollen 500 neuen Krankenpfleger in Dänemark eingestellt werden – 2021 dann weitere 500. Kostenpunkt: Rund 300 Millionen Kronen.

Woher das Geld kommen soll, wissen die Sozialdemokraten auch bereits. Nämlich von den Rauchern in Dänemark. Die sollen künftig statt 40 Kronen 50 Kronen für eine Schachtel Zigaretten auf den Ladentisch legen.
Regierungschefin Mette Frederiksen (Sozialdemokraten) ist von ihrer Idee begeistert. „1.000 neue Krankenpfleger einzustellen, indem wir die Zigaretten teurer machen, ist wohl in jeglicher Hinsicht die beste Art und Weise, um so etwas zu finanzieren“, so Frederiksen zu Danmarks Radio.

Gemeinsam mit den Regionen

Mit der Ankündigung erhofft sich die Staatsministerin auch ein Signal an alle derzeitigen Krankenpfleger zu setzen, die überlegen, ihren Job zu wechseln.

Die geringere Zahl von 500 Neuanstellungen im Jahr 2020 begründet Frederiksen mit der Herausforderung, Personal zu finden.

Gemeinsam mit den fünf Regionen, die in Dänemark für die Gesundheitsversorgung zuständig sind, will sie besprechen, wie neues Personal gefunden werden kann.
Stephanie Lose (Venstre), Vorsitzende des Verbandes der dänischen Regionen, Danske Regioner, unterstützt das Vorhaben der Regierung, hält es aber für „keine einfache Aufgabe”, in zwei Jahren 1.000 neue Krankenpfleger zu finden.

Viel Lob, aber auch mahnende Worte

„Ich freue mich darüber, dass der Wille da ist, dem Gesundheitsbereich eine hohe Priorität zu geben, und das anerkannt wird, dass es an vielen Stellen hohen Arbeitsdruck gibt“, sagt Lose. Sie mahnt allerdings auch an, dass es Weitsicht brauche, um das Ziel zu erreichen.

„1.000 Krankenpfleger stehen nicht einfach so vor der Tür und warten.“
Sie weist darauf hin, dass viele der Krankenpfleger in Teilzeit arbeiten. Es sei unklar, wie viele dieser Angestellten Vollzeit arbeiten würden, so Lose.

Der dänische Rat der Krankenpfleger (Dansk Sygeplejeråds) hält die angekündigte Initiative der Regierung für einen wichtigen ersten Schritt: „Das ist der ambitionierteste Plan, den wir von den Politikern bisher gesehen haben. Das wäre ein richtig guter Start. Es löst nicht alle Probleme, aber wenn man sich um diejenigen kümmert, die bereits ausgebildet sind, kann man die Lücke, die sich auftut, gut verringern. Bis 2025 werden nämlich rund 6.000 Krankenpfleger fehlen“, so die Vorsitzende des dänischen Krankenpflegerrates, Grete Christensen.

Auch sie ist gespannt, ob es gelingt, so viele neue Krankenpfleger in einem Bereich zu finden, in dem die Arbeitslosigkeit bereits sehr niedrig ist.

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