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Forscher: Kürzere Ausbildung, niedrigere Impfbereitschaft

Forscher: Kürzere Ausbildung, niedrigere Impfbereitschaft

Forscher: Kürzere Ausbildung, niedrigere Impfbereitschaft

dodo/Ritzau
Kopenhagen
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Untersuchungen zeigen, dass der Bildungsgrad bei der Impfbereitschaft eine wichtige Rolle spielt. Foto: Gustavo Fring/Pexels

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Neue Untersuchungen aus dem „HOPE-Projekt“, das den Umgang der Bevölkerung mit der Corona-Pandemie untersucht, zeigen, dass Personen mit kürzerer Ausbildung weniger gewillt sind, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Laut Forscher gibt es dafür zwei Hauptgründe.

Bürgerinnen und Bürger mit kürzerer Ausbildung (korte uddannelser) sind weniger bereit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen als Personen, die mehrere Jahre studiert haben.

Das zeigt ein neuer Bericht aus dem sogenannten „HOPE-Projekt“, in dem Forscher seit März vergangenen Jahres untersuchen, wie die dänische Bevölkerung auf die Corona-Pandemie reagiert und wie sie mit ihr umgeht.

Demnach liegt die Impfbereitschaft in der Bevölkerung bei rund 89 Prozent. Bei Bürgerinnen und Bürgern mit kürzeren Ausbildungen ist die Wahrscheinlichkeit laut Forscher geringer, dass sie den Impfstoff haben möchten. Sie wissen in geringerem Maße, wie sie sich verhalten sollen. Und sie denken in geringerem Maße, dass es wichtig ist, sich testen zu lassen.

Vertrauen in das System

Das Projekt leitet Professor Michael Bang Petersen von der Universität Aarhus. „Wir wissen, dass Bildung sehr wichtig dafür ist, Vertrauen in das System zu haben“, so Petersen.

Dem Bericht zufolge ist es wichtig, sich der sozialen Ungleichheit bewusst zu sein, wenn die Wiedereröffnung voranschreitet.

„Wenn sich die Gesellschaft mehr öffnet, wird sich die Infektion ausbreiten, unter anderem in Gebieten mit sozial benachteiligten Menschen. Das ist das Bild, das wir bisher gesehen haben“, so Bang Petersen.

Zwei Werkzeuge

Damit die Pandemie dieses Frühjahr eingedämmt werden kann, sind laut Experte zwei Werkzeuge wichtig: Impfungen und Tests.

„Wenn sich das Virus wieder ausbreitet, ist es wichtig, im Blick zu haben, ob einige Gesellschaftsgruppen weniger bereit sind, diese Werkzeuge zu nutzen“, sagt der Forscher.

Zwei Hauptgründe

Er ist der Meinung, dass es zwei Hauptgründe dafür gibt, dass sich kürzer ausgebildete Menschen seltener impfen und testen lassen.

„Es ist sehr wichtig, ein hohes Maß an Vertrauen in die Behörden, in die Forschung und in die Wissenschaft zu haben. Hier haben Menschen mit kürzerer Ausbildung vielleicht Probleme mit dem Verständnis, was zu mehr Skepsis führt. Darüber hinaus kann es für eine Person mit kürzerer Ausbildung schwieriger sein, im Job eine Freistellung für Tests und Impfungen zu erhalten oder auf der Webseite zu navigieren, auf der sie einen Termin buchen können“, so Michael Bang Petersen.

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