Covid-19-Mutation

Forscher: Höhere Ansteckungsgefahr ist viel schlimmer

Forscher: Höhere Ansteckungsgefahr ist viel schlimmer

Forscher: Höhere Ansteckungsgefahr ist viel schlimmer

dodo/Ritzau
Kopenhagen
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Dänische Forscher warnen vor der neuen Corona-Mutation aus Großbritannien. Foto: Mufid Majnun/Unsplash

Obwohl die neue britische Corona-Mutation nicht tödlicher zu sein scheint als die „normale“ Corona-Variante, warnen dänische Forscher nun davor, diese auf die leichte Schulter zu nehmen. Im Gegenteil: Eine höhere Ansteckungsgefahr sei noch schlimmer als ein schwerwiegenderer Krankheitsverlauf, sagen sie.

Durch die Absegnung des Corona-Impstoffes Ende Dezember war endlich Licht am Ende des Corona-Tunnels zu sehen. Inmitten der Freude hat eine neue britische Corona-Mutation nun allerdings dazu geführt, dass der Tunnel dunkler wurde denn je. Denn obwohl die neue Corona-Variante namens „B.1.1.7“ nach bisherigen Forschungen nicht tödlicher ist, als das „normale“ Coronavirus, scheint es deutlich ansteckender zu sein.

Forscher warnen nun vor der falschen Vorstellung, dass eine höhere Ansteckungsgefahr nicht so schlimm sei, wie ein schwerwiegenderer Krankheitsverlauf.

„Dass eine Mutation tödlicher ist, klingt vielleicht im ersten Moment etwas einschüchternder, doch auf die Gesamtzahl der Corona-Toten letztendlich gesehen, kann es sich schnell als sehr viel schlimmer herausstellen, dass die Ansteckungsgefahr höher ist“, sagt Epidemieforscher Viggo Andreasen von der Universität Roskilde zum Wissenschaftsportal „Videnskab.dk“.

Auch sein Kollege Mads Albertsen von der Universität Aalborg warnt: „Es ist fast schlimmer, dass eine Variante ansteckender als dass sie tödlicher ist. Denn wenn es viel mehr Infizierte gibt, gibt es auch viel mehr Tote“, so der Forscher.

Ein neuer Bericht der dänischen Behörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten, Statens Serum Institut (SSI), zeigt, dass zwischen dem 14. November und dem 26. Dezember vergangenen Jahres 86 Bürger entdeckt wurden, die mit der britischen Corona-Mutation infiziert waren.

In den letzten Wochen des Jahres 2020 hat sich die Anzahl wöchentlich ungefähr verdoppelt, sodass der Anteil der mit der britischen Variante infizierten Personen in der letzten Woche des Jahres 2,3 Prozent betrug.

Das sei der gleiche Verlauf, der auch in England zu beobachten war: rapide steigende Zahlen von Woche zu Woche. Daher sei davon auszugehen, dass die Mutation in circa einem Monat zu einem großen Problem in Dänemark führen werde, sagt Albertsen, der damit auf die begrenzten Kapazitäten in den Krankenhäusern hindeutet.

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