Kriminalität

Emilie-Meng-Fall: Täter weiterhin auf freiem Fuß

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Korsør
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Foto: Jens Nørgaard Larsen/Ritzau Scanpix

Am Dienstag ist es zwei Jahre her, dass Emilie Meng spurlos verschwand. Die Polizei tappt bei der Tätersuche weiterhin im Dunkeln.

Um vier Uhr morgens am 10. Juli 2016 verabschiedet sich die 17-jährige Emilie Meng am Bahnhof von Korsør von ihren Freunden. Vom Bahnhof möchte sie die zwei Kilometer zu ihrem Elternhaus zu Fuß gehen – doch sie wird dort nie ankommen. Ein halbes Jahr später wird ihre Leiche in einem See bei Borup ­– rund 60 Kilometer östlich von Korsør gefunden.

Der Fall sorgte für reges Aufsehen in der Bevölkerung und die Polizei arbeitete und arbeitet immer noch intensiv an einem Durchbruch bei der Tätersuche. Bisher jedoch ohne Erfolg.

Foto: Ida Guldbæk Arentsen/Ritzau Scanpix

Erschwerte Arbeitsbedingungen

Kurt Kragh, früherer Ermittlungsleiter beim dänischen BKA (Rejseholdet), erklärt, dass es nach einem Zeitraum von zwei Jahren schwer wird, den Täter zu finden. „Es gilt die Regel, dass wenn ein Mordfall nach drei Monaten nicht aufgeklärt ist, wird es langsam schwer“, so Kragh zur Nachrichtenagentur Ritzau. Darüber hinaus werden die Arbeitsbedingungen der Ermittler erschwert, wenn der Täter nicht aus dem lokalen Umfeld stammt und der Täter und das Opfer sich nicht kannten, so der frühere Ermittlungsleiter.

Auch die lange Zeit im Wasser der Leiche kann das Ermitteln von DNA-Spuren erschweren. „Doch wenn sie DNA-Spuren haben, dann wird es der Polizei auch in Zukunft möglich sein, DNA-Vergleiche mit Verdächtigen zu machen“, so Kragh.

Im vergangenen Jahr versuchte die Polizei mit einem Fahndungsfoto eines verdächtigen Autos Hilfe aus der Bevölkerung zu bekommen. Ein helles Auto – möglicherweise ein Hyundai i30, war auf Überwachungsvideos des Bahnhofs entdeckt worden. Daraufhin kamen hunderte von Hinweise bei der Polizei ein, berichtet Ritzau. Eine Frau hatte erzählt, dass sie ein ähnliches Auto und einen Mann, der möglicherweise in Verbindung mit dem Verschwinden des jungen Mädchens gebracht werden kann, beobachtet hätte. Doch trotz der vielen Hinweise ist der Täter weiterhin auf freiem Fuß.

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