Fehmarnbelt

Jetzt geht es los: Startschuss für den Tunnelbau

Jetzt geht es los: Startschuss für den Tunnelbau

Jetzt geht es los: Startschuss für den Tunnelbau

Rødby/Apenrade
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Visualisierung des geplanten Tunnelportals bei Rødbyhavn. Foto: Femern A/S

Am Neujahrstag: Nach 25 Jahren Planung und Vorarbeit ist nun Baubeginn für den eigentlichen Senktunnel, die Tunnelportale und die Zufahrten der festen Fehmarnbelt-Querung.

Scan-Med-Korridor

Der Scan-Med-Korridor ist ein verkehrs- und wirtschaftspolitisches Rahmenprojekt der Europäischen Union. Er soll für eine reibungslose Verkehrsverbindung zwischen den nordischen Ländern Schweden und Finnland und dem Mittelmeerraum sorgen. Als wichtigste Elemente gelten die feste Fehmarnbeltquerung zwischen Dänemark und Deutschland und der Brennerbasistunnel zwischen Österreich und Italien.

Nach einem Vierteljahrhundert Planung, politischer Prozesse und auf deutscher Seite langwieriger juristischer Auseinandersetzungen wird am Neujahrstag 2021 der erste Spatenstich für den Tunnel unter dem Fehmarnbelt gesetzt.

„Eines der größten Bauvorhaben der dänischen Geschichte kann jetzt beginnen“, sagt Transportminister Benny Engelbrecht (Soz.) in einer Pressemitteilung.

Der Sonderburger freut sich darauf, „dass wir den Tunnel 2029 in Betrieb nehmen können“. Und darüber, dass „viele Tausende Mitarbeiter in den kommenden achteinhalb Jahren ihren festen Arbeitsplatz in Rødbyhavn bekommen“.

Virtuelle Feier am Montag

Ursprünglich war eine Feier anlässlich des ersten Spatenstichs für den 4. Januar in Rødbyhavn geplant, doch diese ist wegen der Corona-Restriktionen abgesagt worden.

Stattdessen wird am kommenden Montag virtuell gefeiert – in einer Videokonferenz , an der neben Engelbrecht auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) und der EU-Koordinator für den sogenannten „Scan-Med-Korridor“, Pat Cox. Die Feierlichkeiten vor Ort sollen im Laufe des Jahres nachgeholt werden.

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Eine Visualisierung der Fertigung eines Standard-Tunnelelements. Foto: Femern A/S

Fabrik bei Rødby soll die Tunnelelemente herstellen

Am 23. April 2020 hat die Folketingsmehrheit dem Bauherren Femern A/S das Mandat gegeben, die drei Verträge mit dem Konsortium Femern Link Contractors (FLC) umzusetzen. Vor diesem Hintergrund beginnen die Arbeiten von FLC am 1. Januar. Weil das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig mehrere Klagen abgewiesen hat, kann nun vollumfänglich mit dem Bau begonnen werden.

Zunächst sollen die Tunnelelement-Fabrik bei Rødby und das Tunnelportal auf Lolland errichtet werden. Anschließend werden die Tunnelelemente produziert und auf dem Meeresgrund im Fehmarnbelt platziert.

Das Konsortium Femarn Belt Conratcors (FBC) hat bereits im Frühjahr 2020 mit dem Bau des Arbeitshafens bei Rødby begonnen. Im Laufe des Jahres 2021 soll ein Arbeitshafen bei Puttgarden folgen, zudem soll die Rinne für den Tunnel von FBC ausgehoben werden.

Ex-Verkehrsminister: Widerstand war „hysterisch“

Der ehemalige dänische Verkehrsminister Flemming Hansen (Kons.), der den Vertrag über die feste Fehmarnbeltquerung 2007 für Dänemark verantwortet hat, freut sich, dass nun der erste Spatenstich kommt. Er rechnet damit, dass das Projekt „sehr populär werden wird, wenn es fertig ist“.

Damals war davon ausgegangen worden, dass die Querung bereits im Jahre 2018 fertig sein würde. Doch unter anderem wegen massiver Proteste von Anwohnern, Umweltschützern und Reedereien vor allem auf der deutschen Seite hat sich der Baubeginn immer wieder verzögert.

Mit dem ersten Spatenstich auf deutscher Seite wird nun im Jahr 2022 gerechnet. „Es gibt bei solchen Projekten immer Gegner, aber der Umfang war vollkommen hysterisch und die Gegner bekommen immer mehr Presse als die, die gerne ein ordentliches Projekt haben wollen“, so Hansen zur Nachrichtenagentur „Ritzau“.

Anmerkung: Der Artikel ist um 14:13 Uhr um die untersten drei Absätze ergänzt worden.

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