Nachhaltigkeit

Von Toaster bis Laptop: Kinder lernen Reparieren statt Wegwerfen

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Unter Anleitung von Kristian Lolk Rautert schraubten die Kinder Geräte auseinander.

Sonderburger Grundschülerinnen und Grundschüler lernen, wie man Laptops, Toaster und Handys repariert, statt sie wegzuwerfen. Ein lokales Unternehmen bringt ihnen spielerisch Nachhaltigkeit und Technikverständnis bei.

In der Schulfreizeitordnung (SFO) der Deutschen Schule Sonderburg (DSS) herrschte am Dienstag reges Treiben. Statt Spielzeug und Büchern lagen Schraubenzieher, Laptops und sogar ein alter Fernseher auf den Tischen. Der Grund: Das Sonderburger Unternehmen „Buy2Sell“ war zu Besuch, um den Kindern die Welt der Elektronik näherzubringen.

Schraubenzieher statt Spielzeug

Firmeninhaber Kristian Lolk Rautert und eine Mitarbeiterin hatten eine bunte Mischung elektronischer Geräte mitgebracht. „Schau mal, da sind kleine Schrauben“, erklärte Rautert der Nulltklässlerin Ida. „Hier ist der passende Schraubenzieher. Dreh mal los!“

Sichtlich begeistert machte sich das Mädchen ans Werk. Die Kinder staunten nicht schlecht, als sie die Deckplatte eines Laptops entfernten. „Das alles ist da drin?“, fragte Ida erstaunt angesichts der vielen Chips und Bauteile.

Der große Raum der SFO war am Dienstag voll mit gebrauchten Geräten.

Unter fachkundiger Anleitung lernten die Kinder nicht nur die einzelnen Komponenten kennen, sondern durften sogar selbst Hand anlegen und beispielsweise Batterien ein- und ausbauen.

Von Toastern und Nachhaltigkeit

„Das alles haben Menschen von Hand eingebaut, da steckt sehr viel Arbeit drin“, betont Rautert. Sein Ziel sei es, den Kindern zu zeigen, „wie viel Handarbeit und wie viele Gedanken in einem Produkt stecken“. Gleichzeitig lernten die Kinder den Umgang mit Werkzeug und die Tatsache, dass man Geräte auseinanderbauen und reparieren kann.

SFO-Leiterin Melanie Ohrendorf Bertelsen unterstrich die pädagogische Bedeutung der Aktion: „Es ist wichtig, dass Kinder früh verstehen lernen, wie Geräte funktionieren. Nur wenn sie wissen, wie Elektronik und digitale Elektronik funktionieren, können sie den Wert von Dingen verstehen.“

Die Kinder sahen auf Fotos, wie die Geräte aus ihrem Alltag in Handarbeit hergestellt werden.
SFO-Leiterin Melanie Ohrendorf Bertelsen verfolgte interessiert, wie die Kinder Elektronik auseinandernahmen und wieder zusammensetzten.

Die Initiative geht jedoch über reines Technikverständnis hinaus. „Nicht jeder hat zu Hause die Gelegenheit, an Dingen herumzuschrauben und zu verstehen, wie Geräte von innen aussehen. Nur so verstehen sie auch, dass man Dinge reparieren kann. So lernen sie den Gedanken der Nachhaltigkeit und den Wert von Produkten kennen“, erklärte Bertelsen weiter.

Reparieren statt wegwerfen

Durch die praktische Erfahrung mit Toastern, CD-Playern, Fernsehern und Handys erhielten die Kinder nicht nur Einblicke in die Funktionsweise alltäglicher Geräte. Sie erfuhren auch, dass Elektronik nicht einfach Wegwerfware ist, sondern repariert und wiederverwendet werden kann.

Das Unternehmen „Buy2Sell“ hat seinen Sitz in Sonderburg und bietet immer wieder Mitmach-Aktionen mit gebrauchter Elektronik an. Mehr dazu hier. Pia Simon Rautert konnte als Mitinhaberin der Firma „Buy2Sell“ und Mutter eines Kindes in der SFO einen direkten Kommunikationskanal zwischen der Einrichtung und dem Angebot herstellen.

Die Kinder nahmen Kleinteile auseinander, um das Innenleben von Elektronik zu verstehen.
Lernen, wie die Dinge funktionieren: ein praktischer Nachmittag in der SFO der DSS.