Erneuerbare Energien

Tondern vor Entscheidung zu Solarparks: Chancen und Bedenken im Fokus

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Bürgermeister Jørgen Popp Petersen bringt sich in die Debatte um die Solarparks ein.

Bürgermeister Jørgen Popp Petersen hebt die Rolle erneuerbarer Energien für Klimaschutz, Wirtschaft und ländliche Entwicklung hervor. Am Dienstag befasst sich der Kommunalrat mit dem Thema.

„Die Zukunft wird sicher neue Energielösungen bringen – aber das hilft uns heute nicht weiter“, sagt Bürgermeister Jørgen Popp Petersen bezüglich der in Tondern entfachten Debatte zum Thema erneuerbare Energien.

In den zwei zuständigen Fachausschüssen sind vier Solarparks in der Kommune Tondern mehrheitlich abgelehnt worden, während eine Anlage befürwortet wurde.

In einer Stellungnahme schreibt Popp, dass eine große Mehrheit im Kommunalrat beschlossen hat, dass von den 120.000 Hektar großen Flächen in der Kommune Tondern bis zu 1.500 Hektar für Solaranlagen genutzt werden können.

„Das wird jedoch nicht der Fall sein, da mittlerweile mehrere Projekte eingestellt wurden. In den fünf aktuellen Projekten handelt es sich um insgesamt etwa 700 Hektar“, so Popp.

Sonnenenergie und Biogas im Vergleich

Er stellt auch den Vergleich zwischen Solarenergie und Biogas an: „Ein Hektar mit Solaranlagen produziert bis zu 1,5 Millionen kWh. Ein Hektar Mais, der beispielsweise in einer Biogasanlage verwendet wird, erzeugt etwa 25.000 kWh sowie etwas Abwärme – und dafür werden in der Kommune sehr viele Hektar genutzt. Der Klimavorteil von Solarenergie ist ebenfalls in unseren beschlossenen Klimahandlungsplan aufgenommen worden.“

Inzwischen zeige sich, dass erneuerbare Energie auch ein Motor für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung sei. Die Firma ECCO habe inzwischen ihre eigene Anlage errichtet und aktuell stehe Hydro hinter zwei der fünf Projekte.

„Hydro ist der größte industrielle Arbeitgeber mit rund 800 Arbeitsplätzen in unserer Kommune, und die gewünschte grüne Energie wird die Zukunft des Unternehmens in der Kommune Tondern mit Sicherheit stärken“, schreibt der Bürgermeister.

Gewinne für die betroffenen Gebiete

Den Politikerinnen und Politikern sei es wichtig gewesen, dass die Investoren lokale Verantwortung übernehmen. „Wir finden es vollkommen angemessen, dass man an den Gewinnen beteiligt wird, wenn man die Nachteile trägt. Dadurch trägt die erneuerbare Energie auch zur Entwicklung des ländlichen Raums bei.“

Popp erwähnt, dass die aktuellen Anlagen etwa 84 Millionen Kronen aus dem grünen Fonds empfangen würden und jährlich 4 Millionen an die Lokalbereiche ausgeschüttet werden würden. Damit würden die Investoren den politischen Erwartungen gerecht werden.

Diese finanzielle Unterstützung könne lokale Dienstleistungen wie kleine Lebensmittelläden sichern, Dorfgemeinschaftshäuser weiterentwickeln und auch Radwege ermöglichen. „Eine Finanzierung, die wir garantiert nicht in den kommunalen Haushalten finden können“, so der Bürgermeister.

Die Verantwortung liegt bei der Politik

Er gesteht, dass er niemanden kennt, der einen Solarpark als schön auffasst. „Aber die vorgeschriebene Bepflanzung wird dies ausgleichen“, meint er.

„Wir sind verpflichtet, Wege für die Entwicklung zu finden. Diese Möglichkeit liegt in der Verantwortung von uns Politikerinnen und Politikern. Wir können und dürfen diese Verantwortung nicht auf die Bürgerinnen und Bürger abwälzen, die ihre Meinung bereits geäußert haben“, so Popp.

Der Kommunalrat befasst sich am Dienstag, 26. August, ab 19 Uhr mit der Thematik.

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