Infrastruktur

Autobahn ist vom Tisch, Wunsch nach A11-Ausbau bleibt

Autobahn ist vom Tisch, Wunsch nach A11-Ausbau bleibt

Autobahn ist vom Tisch, Wunsch nach A11-Ausbau bleibt

Tondern/Tønder
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Lastwagen, landwirtschaftliche Maschinen, Personenwagen: Auf der A11 darf alles fahren. Das bedeutet oft, dass vor dem Überholen Schneckentempo angesagt ist. Foto: Transportministerium

Die Bürgermeister von Tondern, Varde und Esbjerg fühlen sich im Infrastrukturplan der Regierung abgespeist. Besonders betroffen zeigt sich die südlichste der drei Kommunen. Gemeinsam argumentierten sie vor dem Transportausschuss für ihren Wunsch, dass die viel befahrene Staatsstraße entlang der Westküste zumindest verbreitert wird.

Wenn man vor die Mitglieder des Transportausschusses im Folketing tritt, kann man nur seine Argumente vorbringen, die den Wunsch des Antragstellers verstärken sollen. Die Folketingsmitglieder können Fragen stellen, ohne dass sie zu erkennen geben, was sie von dem geäußerten Wunsch halten.

So verlief auch der virtuelle Vortritt der Bürgermeister aus den drei Westküstenkommunen Tondern, Esbjerg und Varde. Henrik Frandsen, Jesper Frost Rasmussen und Erik Buhl haben nämlich das Gefühl, dass ihre Kommunen in dem großen Infrastrukturplan der Regierung nahezu vergessen worden waren.

So war der Ausbau der viel befahrenen Hauptstraße A11 in dem Megawerk mit Projekten von einem Kostenvolumen von 105 Milliarden Kronen (Aftale om et sammenhængende Danmark Investeringsplan 2030) nur ganz kurz enthalten. Mit Batteriezügen auf der Strecke Bramming-Tondern-Niebüll wurde Tondern vertröstet.

Auf der Staatsstraße A11, die von der Grenze quer durch die drei Kommunen führt, war schon mal eine Lösung mit einer Autobahn im Gespräch gewesen. Man wünschte sich dieses mit Rücksicht auf den Tourismus, der Wirtschaft und der Einheimischen.

Denn auf der A11 kommt es immer wieder zu Verkehrsstaus. Denn viele Touristen aus Deutschland, die an der dänischen Westküste ihren Urlaub verbringen wollen, nutzen diese Strecke, um an ihr Ziel zu kommen. Am zähesten fließt der Verkehr an den Bettenwechseltagen.

Kein Bedarf für Autobahn

Diesen Wunsch haben die Westküstenkommunen auf beiden Seiten der Grenze unterstützt. In diesem Zusammenhang wurde eng grenzüberschreitend miteinander gearbeitet. 2010 ließ das Transportministerium eine Voruntersuchung durchführen, die zeigen sollte, ob der Verkehrsdruck tatsächlich für einen Ausbau der Strecke berechtige. Die Antwort war Nein wegen des zu geringen Verkehrsaufkommens.

Für Tondern gab es keine Autobahn. Foto: Transportministerium

An der Westküste wird massiv in den Tourismus investiert. Beispielsweise in den Nationalpark Wattenmeer, die Tonderner-Marsch-Initiative, das Museum Tirpitz und die Erlebnisarena Naturkraft. Darüber kann man sich sehr freuen. Es bedeutet aber auch, dass vermutlich noch mehr Feriengäste in die Region und damit auch auf die A11 kommen werden.

Henrik Frandsen, Bürgermeister

Doch die drei Bürgermeister tischen aktuelles Zahlenmaterial auf. Vor drei Jahren wurden in den Kommunen mehr als acht Millionen Übernachtungen allein von deutschen und holländischen Feriengästen verzeichnet. Der Verkehrsdruck durch Tourismus, Wirtschaft und Personenverkehr könnte sogar erhöht werden, glauben die Kommunen, da die B5 auf deutscher Seite zwischen Tönning und Husum erweitert wird. Damit fehlt nur noch das letzte Stück von Husum bis zur Grenze, bis die deutschen Nachbarn die Strecke ab Hamburg verbessert haben.

„An der Westküste wird massiv in den Tourismus investiert. Beispielsweise in den Nationalpark Wattenmeer, die Tonderner-Marsch-Initiative, das Museum Tirpitz und Naturkraft. Darüber kann man sich sehr freuen. Es bedeutet aber auch, dass vermutlich noch mehr Feriengäste in die Region und damit auch auf die A11 kommen werden“, so Bürgermeister Henrik Frandsen (Tønder Listen). Bis ins Jahr 2025 rechnet der Tourismus mit einem Anstieg um 40 Prozent.

Die A11 verläuft durch drei Regionen. Auf der Karte der Verlauf von Seth bis nach Gredstedbro. Foto: Kommune Tondern

Es sei erfreulich, dass die A11 unter anderem im Bereich Ripen (Ribe) optimiert werde, aber der Rest der Strecke müsse auch bedacht werden, sodass die Strecke nicht irgendwo versandet. Eine solide Infrastruktur entlang der Westküste bis nach Hamburg sei entscheidend, unterstreicht Frandsen.

Für mich hat die Autobahn-Lösung nicht mehr die erste Priorität. Wir wünschen uns einen Ausbau, vielleicht mit einer 2:1-Lösung.

Henrik Frandsen, Bürgermeister

„Für mich hat die Autobahn-Lösung nicht mehr die erste Priorität. Wir wünschen uns einen Ausbau, vielleicht mit einer 2:1-Lösung. Mal ist die Straße in einer Fahrtrichtung zweispurig, mal einspurig. Auch das Tempolimit könne dann vielleicht erhöht werden. Das Projekt hätte ja auch in Abschnitte geteilt werden können“, schlägt der Bürgermeister vor. Nun bleibe die Hoffnung, dass die Kommune Tondern zumindest aus dem Sondertopf mit 6,5 Milliarden Kronen für kleinere Projekte, beispielsweise für Fahrradwege, berücksichtigt werde, so Frandsen. Wie das Geld verteilt wird, stehe noch nicht fest.

Ripen bekommt Entlastung

In Ripen kann man sich freuen. Dort soll die Route nördlich des Industrivej bis zum Kreisverkehr beim Plantagevej vierspurig ausgebaut werden, um so den schweren Verkehr aus der Stadt zu ziehen. Weiter soll die Strecke auf dem Stück von Korskro und Varde (11 km) erweitert werden. Baubeginn soll 2024 sein. Kostenpunkt 400 Millionen Kronen.

Die 349 Kilometer lange Hauptstraße A11 verläuft von Seth (Sæd) im Süden bis nach Aalborg durch die Regionen Midtjylland, Nordjylland und Syddanmark. Von Tondern bis nach Varde sind es 87 Kilometer. Etwa 50 Kilometer verlaufen in der Kommune Tondern.

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