Rettung

„Oldemorstoft“ als letzte Rettung für das Zoll- und Steuermuseum?

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Pattburg/Padborg
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Ein bisschen Zollgeschichte ist im Museum Oldemorstoft bereits zu sehen. Mit dem Einzug des dänischen Zoll- und Steuermuseums würde es ganz viel mehr geben. Foto: DN-Archiv

Komitee hat sich an die Kommune Apenrade gewandt mit dem Wunsch, Zeugnisse der Zollgeschichte im Bauer Museum unterzubringen. Der Umzug wird auf drei Millionen Kronen veranschlagt.

Komitee hat sich an die Kommune Apenrade gewandt mit dem Wunsch, Zeugnisse der Zollgeschichte im Bauer Museum unterzubringen. Der Umzug wird auf drei Millionen Kronen veranschlagt.

Dass im Museum Bau zurzeit sortiert, registriert und Platz geschaffen wird, da man ab Januar 2018 nicht mehr Teil des Museums Sønderjylland ist, sondern als körperschaftseigene oder kommunale Einrichtung weitermacht, könnte dem dänischen Zoll- und Steuermuseum zugutekommen. Das 1912 ins Leben gerufene und stets ausgebaute Museum mit Jahrhunderten Zollgeschichte hat eine wahre Odyssee hinter sich und drohte mehrfach, in der Versenkung zu verschwinden oder gar aufgelöst zu werden. Zuletzt war das Museum in „Dahlerups Pakhus“ am Hafen in Kopenhagen ansässig, ehe es geschlossen wurde.

Nun könnte das Bauer Museum, das selbst von der Schließung bedroht war, der Rettungsanker werden.
Ein Museumskomitee mit ehemaligen hochrangigen Mitarbeitern von Zoll- und Steuerbehörde hat es sich auf die Fahne geschrieben, das Museum, das nach der Verwaltungsfusion 1990 auch den Bereich Steuer umfasst, im Ganzen zu bewahren. Nationalmuseum und regionale Museumsverbände wollten, wenn überhaupt, nur Auszüge der großen Materialsammlung übernehmen. Das Komitee möchte aber die gesamte Ausstellung samt Archiv an einem Ort untergebracht und gerettet sehen.

Aufwertung

Das Komitee, dem auch Museumsinspektor Mads Mikkel Tørsleff – Leiter des „Oldemorstoft“ in Pattburg – angehört, wandte sich an die Kommune Apenrade. Das Zollmuseum könnte mit seinen Ausstellungsobjekten im Oldemorstoft unterkommen, und für das Archiv könnte ein geeigneter Raum in der Nähe angemietet werden, so die Idee. Oldemorstoft verfügt bereits über einen kleinen Abschnitt mit Exponaten zur Grenz- und Grenzgendarmgeschichte. Mit der Zollsammlung würde eine enorme Aufwertung erfolgen, so ein Argument der Museumsretter, die auf Wohlwollen und finanzielle Unterstützung der Kommune hoffen.

Der Umzug des Zoll- und Steuermuseums wird auf drei Millionen Kronen veranschlagt. Dieses Geld soll über Fonds beschafft werden. Die jährlichen Betriebskosten wurden von den Antragstellern auf 287.000 Kronen geschätzt. Die Verwaltung in Apenrade hält eher 500.000 Kronen für realistisch. Dieses Geld müsste fortan für das Zollmuseum im Oldemorstoft eingerechnet werden.

Der zuständige Kultur- und Freizeitausschuss der Kommune hat die Angelegenheit auf der jüngsten Sitzung erörtert, eine Entscheidung über eine Beherbergung des Zollmuseums ist aber noch nicht getroffen.
„Die Verwaltung ist gebeten worden, mit der Sache weiterzuarbeiten und Finanzierungsmöglichkeiten zu skizzieren“, so Hans Philip Tietje (Venstre); Vorsitzender des Kulturausschusses der Kommune.
Das Projekt könne sehr interessant für Oldemorstoft und für die Kommune Apenrade werden. „Auf der anderen Seite müssen wir eine halbe Million Kronen finden“, zeigt sich Tietje hin- und hergerissen. Zu klären gelte es auch immer noch, ob das Bauer Museum als körperschaftseigene Einrichtung oder doch als kommunale Einrichtung weiterbetrieben wird, ergänzt der Ausschussvorsitzende.

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