Geschichte

Neustart für „Oldemorstoft“

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Pattburg/Padborg
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Mads Mikkel Tørsleff in der Ausstellungshalle. Der Musemsleiter bereitet zurzeit die Neueröffnung vor. Foto: Karin Riggelsen

Museum in Pattburg öffnet nach langer Auf- und Umräumphase am 1. April in kommunaler Regie.

Für das Heimat- und Landwirtschaftsmuseum „Oldemorstoft“ am Bovvej in Pattburg brechen neue Zeiten an. Nach der Trennung vom nordschleswigschen Museumsverbund ist die Einrichtung unter die Fittiche der Kommune Apenrade gekommen. Seit dem 1. Januar ist das „Oldemorstoft“ offiziell eine „kommunale Aktivität“. Leiter des Museums ist Mads Mikkel Tørsleff.

Der Museumsinspektor wird für den Betrieb zusammen mit einer Aushilfskraft und einem Hausmeister (20 Stunden) zuständig sein. Rund eine Million Kronen beträgt der kommunale Zuschuss.

Aussortieren

Fast ein ganzes Jahr war das Museum geschlossen. Für die Neuausrichtung galt es, aufzuräumen, neu zu gestalten und auch „auszumisten“.
„Es hat sich über die Jahre allzu viel angehäuft, und die Lagerung der Gegenstände war nicht optimal. Durch die Holzregale und die feuchte Luft haben sich Schädlinge wie Holzwürmer breitgemacht. Wir mussten uns von Sachen trennen und bessere Bedingungen für die Lagerung schaffen“, so Mads Mikkel Tørsleff bei einem Rundgang im Keller, wo etliche Materialien vergangener Tage lagern.

Viele Gegenstände gibt es in doppelter oder sogar mehrfacher Ausführung. Diese Dinge kommen raus. Verkaufen kann das Museum die Sachen nicht. Auch verschenken ist keine Option, es sei denn, andere Museen würden übernehmen. „Es handelt sich um gespendete oder vererbte Gegenstände. Verschenken wir sie an Private, könnte damit Geld verdient werden. Die Sachen werde daher weggeworfen oder verschrottet. Das tut einem Museumsmenschen natürlich weh“, so Tørsleff.

Foto: Karin Riggelsen

Zoll- und Steuermuseum

Für ihn gilt es nicht nur, die Landwirtschaftsausstellung in der Pyramide und das Bauernhofmuseum mit Café im Reetdachgebäude auf Vordermann zu bringen. Tørsleff richtet seine Planung auch auf das dänische Zoll- und Steuermuseum. Das soll von Gladsaxe nach Pattburg umziehen. Die Steuerbehörde hat einen jährlichen Betriebszuschuss von 130.000 Kronen in Aussicht gestellt, die Kommune gibt für diesen Abschnitt ebenfalls etwas dazu.

Zollgeschichte ist stets auch Teil von Oldemorstoft gewesen. Die Einbeziehung des Zoll- und Steuermuseums bietet sich an. Die Ausstellung soll in der einen Museumspyramide unterkommen. Die enormen Mengen an Dokumenten und Exponate, die nicht ausgestellt werden können, sollen im ehemaligen Rathaus gelagert werden, so der Plan. Ganz am Ziel ist man mit dem Zoll- und Steuermuseum allerdings noch nicht. Es fehlen noch Mittel, um den Umzug und das Einrichten finanzieren zu können. Hier hoffe man auf die Unterstützung von Fonds, so Tørsleff.

Sonderprogramm

Wenn auch viel auf- und umgeräumt und so manch Neues im Oldemorstoft geschaffen wurde, „werden wir an Aktivitäten festhalten, wie den Ferienpassaktionen“, so Tørsleff. Man könne hier zum Glück auf Freiwillige bauen, die dem Heimatmuseum verbunden sind.

Auch für Schulen, Kindergärten und Privatgruppen wolle man da sein, und natürlich darf auch der Weihnachtsmann nach wie vor auf dem Dachboden nächtigen, erwähnt der Museumsleiter mit einem Schmunzeln.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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