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Müssen Tommy und Annika den fliegenden Holländer fürchten?

Müssen Tommy und Annika den fliegenden Holländer fürchten?

Müssen Tommy und Annika den fliegenden Holländer fürchten?

Schmedagger/Smedager
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Seit Jahren haben die Störche Tommy und Annika im Nest von Schmedagger ihr gemeinsames Zuhause. Foto: Archivfoto DN/TV Syd Webcam

Es war nicht Tommy, sondern ein Storch aus den Niederlanden, der im Nest von Schmedagger angekommen ist. Was bedeutet der fremde Gast für die Zweisamkeit von Tommy und Gattin Annika? Werden sie womöglich sogar getrennt? Laut eines Storchexperten ist vieles möglich.

Kommt es zum ultimativen Showdown mit dem fremden Storch? Wird Tommy das Nest in Schmedagger bei Tingleff/Tinglev erfolgreich gegen den Kontrahenten verteidigen können?

Diese Frage beschäftigt derzeit nicht nur den Storchenverein storkene.dk, nachdem im Nest auf dem Anwesen von Benny Appel ein Storch aus den Niederlanden landete und sich daran machte, das Nest herzurichten. Das Nest ist seit Jahren das feste Sommerdomizil von Tommy und Annika.

„Es kann vieles passieren“, so Storchexperte und Vorstandsmitglied bei „storkene.dk“, Mogens Lange. „Wir wissen nicht, welches Geschlecht der Storch aus den Niederlanden hat. Sollte es ein Weibchen sein, dann dürfte es für Tommy kein Problem werden, es aus dem Nest zu vertreiben“, so Lange. Dass Tommy mit der Niederländerin anbändelt und seiner Annika untreu wird, glaube er nicht. „In der Vergangenheit hat sich Tommy nicht begeistert gezeigt, wenn andere Weibchen in Schmedagger auftauchten“, sagt der Experte.

Entscheidenes Aufeinandertreffen

Sollte der „fliegende Holländer“ ein Männchen sein und Tommy vor seiner Annika beim Nest eintreffen, „wird es sicherlich einen Kampf geben. Tommy wird durch den langen Flug aber müde und schlapp sein. Er wird sich vermutlich erst einmal ausruhen, ehe er die Konfrontation sucht“, erwähnt Mogens Lange.

„Es bleibt zu hoffen, dass die Auseinandersetzung nicht zu heftig wird. Es kommt vor, dass Störche bei solchen Kämpfen sterben“.

Er gehe nicht davon aus, dass die Streithähne bis zum Äußersten gehen, zumal es in der Umgebung weitere Nester gibt. „Erst kürzlich haben wir ein Nest in Eggebek (Eggebæk, red. Anm.) vorbereitet und um Bollersleben (Bolderslev, red. Anm.) herum gibt es noch zwei weitere“, erwähnt Lange.

Es bleibt zu hoffen, dass die Auseinandersetzung nicht zu heftig wird. Es kommt vor, dass Störche bei solchen Kämpfen sterben.

Mogens Lange, Storchexperte

Kommt Annika zuerst nach Schmedagger, wird sie den Nestanspruch gegenüber einem Weibchen ebenfalls deutlich machen. Und wenn der niederländische Storch ein Männchen ist?

„Dann sind auch verschiedene Szenarien möglich. Der fremde Storch ist fünf Jahre alt und geschlechtsreif. Sollte er Sympathien für Annika hegen, ist es nicht ausgeschlossen, das beide miteinander anbändeln. Wenn Tommy und Annika in etwa zeitgleich eintreffen, werden sie das Nest aber für sich in Anspruch nehmen und den fremden Storch verjagen. Das ist erst einmal unsere Hoffnung“, so Mogens Lange.

Storchfreunde sind hin- und hergerissen

Er und sein Verein sind ein wenig in einem Dilemma. Sie wollen auf der einen Seite, dass es Tommy und Annika gut geht und dass sie ihr gewohntes Nest in Schmedagger beziehen können. „Auf der anderen Seite hätten wir auch gerne, dass sich der Storch aus den Niederländen hier niederlässt und einen Partner findet“, so Mogens Lange.

Man müsse nun abwarten, ob der fremde Storch im Nest bleibt oder nach einer Nacht vielleicht doch wieder weiterzieht. „Das hängt davon ab, ob er wieder übernachtet“, so der Experte.

Dass ein Storch aus den Niederlanden nach Nordschleswig gekommen ist, überrascht Mogens Lange nicht. „In den Niederlanden gibt es eine starke Population. Rund 1.300 Paare sind registriert. Da kann der Platz schon mal knapp werden“.

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