Hängeparti

Krusauer Wassermühle bröckelt weiter dahin

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Krusau/Kruså
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Die Mühle zerfällt. Foto: Kjeld Thomsen

Die Krusauer Wassermähle liegt brach und hat sich mittlerweile zu einer Hängeparti entwickelt.

2015 hatte der damalige Wachstumsausschuss der Kommune Apenrade die brach liegende Krusauer Wassermühle zuletzt auf der Tagesordnung. Was soll mit der alten Immobilie geschehen, die immer mehr verfällt? Mit dieser Frage muss sich heute, rund drei Jahre danach, der Ausschuss immer noch auseinandersetzen. Der Versuch, das Gebäude für einen symbolischen Betrag von einer Kroner zu verkaufen mit der Hoffnung, ein Investor bringt das historische Gebäude wieder in Schuss, war vergebens. Die Situation ist unverändert. Genauer gesagt sogar noch schlimmer. Die 1872 errichtete Wassermühle und ihr Trakte verfallen immer mehr und sind Anwohnern nicht nur optisch ein Dorn im Auge. Bei Sturm drohen Teile des maroden Daches oder der Fassade herunterzufallen, so die Befürchtung von Nachbarn.

Gar nicht gut auf die Wassermühle ist unter anderem der Vorstand des Versammlungshauses zu sprechen, das Wand an Wand direkt mit der einstigen Mühle verbunden ist.

„Die Vorderseite sieht ja noch ganz passable aus. Hinten und im Inneren ist aber alles marode“, so Mona Gravdal vom Versammlungshausvorstand.
Wegen Schäden am Dach und an der Regenrinne wird das Versammlungshaus auch direkt in Mitleidenschaft gezogen. Feuchtigkeit dringt ein. „Darauf werden wir die Kommune aufmerksam machen. Sie muss was tun“, so Gravdal.

Ausschussvorsitzender Philip Tietje gesteht ein, dass die Wassermühle eine Hängepartie ist, die Kopf- und Bauchschmerzen verursacht. „Wenn Schäden am angrenzenden Versammlungshaus entstehen, dann müssen wir selbstverständlich handeln“, versichert Tietje. Es gehe dann aber nur um die notdürftigsten Maßnahmen, um Schäden und Gefahr für Menschen und Gebäude abzuwenden. Was grundsätzlich mit der Mühle zu geschehen hat, bleibt unklar.

Welche Nutzung

„Es sind ja verschiedene Szenarien aufgestellt worden. Wenn die alte Mühle in einen ursprünglichen Zustand gebracht wird, kostet es 20 Millionen Kronen oder mehr. Das ist viel Geld. Und es stellt sich die Frage, wie man die Trakte dann überhaupt nutzen soll“, gibt Tietje zu bedenken. Eine andere Überlegung ist, die als bewahrenswert eingestufte Mühle für zwei bis drei Millionen zurückzubauen und nur noch einen markanten Rest übrig zu lassen, der auf die einstige Existenz einer Wassermühle hinweist. „Auch dafür muss die Kommune das Geld aber erst einmal bewilligen“, so Tietje.

Bei aller historischen Bedeutung, die die Mühle in Krusau hat, „sehe ich Parallelen zum Gendarmhof“, so der Ausschussvorsitzende mit Verweis auf eine ähnliche Situation in Renz, wo das historische Gebäude letztlich abgerissen wurde, da es nicht an den Mann zu bringen war.

Sollte sich keine Lösung für die Wassermühle auftun, droht auch ihr der Abriss.
„Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder in Ordnung bringen oder beseitigen. So wie jetzt, kann es nicht bleiben“, sagt Mona Gravdal.

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