Pandemie

Große Sorge wegen Covid-Fällen auf nordjütischen Nerzfarmen

Große Sorge wegen Covid-Fällen auf nordjütischen Nerzfarmen

Große Sorge wegen Covid-Fällen auf nordjütischen Nerzfarmen

Kitschelund/Kiskelund
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Nerzzüchter Jens Wistoft verfolgt die Corona-Situation im Norden Dänemarks mit einem mulmigen Gefühl. Foto: Paul Sehstedt (Archiv)

Die Regierung hat angeordnet, alle Tiere von Nerzfarmen zu töten, auf denen das Corona-Virus ausgebrochen ist. 41 Betriebe in Nordjütland sind betroffen, 20 weitere stehen in Corona-Verdacht. Hiesige Züchter blicken beunruhigt gen Norden.

Als im Juni das Corona-Virus in einem Nerzbetrieb in Nordjütland festgestellt wurde, begannen die Alarmglocken in der Branche zu läuten. Mittlerweile schrillen sie.

Nach den jüngsten Entwicklungen im Norden Dänemarks, wo laut Lebensmittelbehörde in 41 Nerzbetrieben das Corona-Virus festgestellt worden ist, hat die Regierung beschlossen, dass alle Tiere der infizierten Betriebe getötet werden. Mindestens 20 weitere Betrieben könnte das gleiche Schicksal ereilen. Sie stehen in Corona-Verdacht.

Man wolle das Risiko einer Übertragung auf Menschen ausschließen, begründete Lebensmittelminister Mogens Jensen (Soz.) die Maßnahme.

Übertragungswege ungeklärt

In Panik sei er noch nicht, er verfolge die Situation aber schon mit einem mulmigen Gefühl, so Nerzzüchter Jens Wistoft aus Kitschelund, seines Zeichens Vorsitzender des regionalen Pelzzüchterverbandes und kommunales Stadtratsmitglied (Venstre).

„Das Problem ist, dass die Übertragungswege nicht geklärt sind“, so Wistoft.

Seit dem Bekanntwerden der Corona-Infektion in Nordjütland im Juni seien er und seine Mitarbeiter darauf bedacht, noch höhere Hygienestandards einzuhalten.

Sollte das Virus aber nicht vom Menschen, sondern auf andere Weise übertragen werden, dann würden die besten Hygienemaßnahmen für Mitarbeiter letztendlich wenig helfen, so Wistoft, der nichtsdestotrotz an den strengen Vorgaben festhalten möchte.

Solange keine genauen Erkenntnisse über die Infektionsursache vorliegen und darüber, ob auch von Tier auf Mensch übertragen wird, gelte das Prinzip Hoffnung, so Wistoft.

Den Nerzzüchtern im südlichen Landesteil bleibe nichts anderes übrig, als die Daumen zu drücken.

„Es sind regelmäßige Tests in den Besetzungen vorgegeben, und darüber hinaus testen wir uns alle zwei Wochen selbst – freiwillig“, so der Nerzzüchter mit der Hoffnung, dass er und seine Kollegen im südlichen Teil Dänemarks keinen Schaden erleiden.

„Das Corona-Problem ist noch weit oben im Norden. Die Kollegen da sind zu bedauern“, so Wistoft.

Das Problem ist, dass die Übertragungswege nicht geklärt sind.

Jens Wistoft
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