100 Jahre Grenzziehung

Dänisch-deutsche Minderheitengeschichte in Livebildern

Dänisch-deutsche Minderheitengeschichte in Livebildern

Dänisch-deutsche Minderheitengeschichte in Livebildern

kj
Nordschleswig
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Aufnahmen aus dem Film „Ist hier ein geborener Schleswiger?“ von 1920 Foto: Det Danske Filminstitut

Auf der Webseite „Danmark på film“ wird die Geschichte der Minderheiten mit digitalisierten Aufnahmen von früher lebendig.

Das dänische Filminstitut hat gemeinsam mit den Minderheiten im Grenzland eine Karte erstellt, auf der kurze Clips gesammelt wurden, die das Grenzland aus einer früheren Zeit zeigen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Instituts hervor.

Mit Filmen aus den Sammlungen der deutschen und dänischen Minderheiten ist es neben dänischen Clips möglich, Videos aus Schleswig, Husum, Flensburg und anderen norddeutschen Städten zu sehen. Ebenso gibt es neue Filme über die deutsche Minderheit nördlich der Grenze in Nordschleswig.

Geschichte in Livebildern

Das Filminstitut hat alte Filmrollen digitalisiert und bietet einzigartige Einblicke unter filmcentralen.dk in die Geschichte der Minderheiten.

Die Filme sind in drei Themen zusammengefasst:

„Die Abgrenzung zwischen Dänisch und nicht Dänisch entspricht nicht wirklich der Realität. In der Grenzregion leben seit Jahrhunderten zwei Bevölkerungsgruppen nebeneinander. Dies ist das besondere historische und kulturelle Thema, das wir mit Livebildern auf Danmark på film darstellen“, sagt Redakteurin Lisbeth Richter Larsen vom dänischen Filminstitut.

Minderheitenfilme auf Deutsch und Dänisch

„Til mindretallet hører den, der ønsker det“ oder „Minderheit ist, wer will“ – dies ist ein zentrales Prinzip in den Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955, die die Bedingungen von Minderheiten auf beiden Seiten der Grenze zu Krusau (Kruså) gewährleisten, erklärt der Forschungsleiter der Zentralbibliothek für Südschleswig, Mogens Rostgaard Nissen, in seinem geschichtlichen Übersichtsartikel über die dänische Minderheit südlich der Grenze.

Die Geschichte der deutschen Minderheit erzählt der pensionierte Archivar der Historischen Forschungsstelle der deutschen Volksgruppe in Sonderburg (Sønderborg), Frank Lubowitz. Beide Artikel begleiten die Minderheitenfilme auf dem Portal und stehen sowohl in dänischer als auch in deutscher Sprache zur Verfügung.

Die Redakteurin Lisbeth Richter Larsen freut sich, die neuen Filme vorstellen zu können, die dazu beitragen, das Wissen über Minderheiten zu stärken: „Ich wurde in Sonderburg geboren, bin in Hadersleben aufgewachsen, meine Großeltern stammten aus dem Marschland und sind beide zur deutschen Schule gegangen. Das Zusammenleben zweier Sprachen und Kulturen ist etwas ganz Besonderes.“

1864 und die Grenzziehung

Neben den Beiträgen der beiden Kulturinstitutionen in Form von Filmen und Texten präsentiert Dänemark auch eine Zeitleiste zum Film. Hier erhalten die Zuschauer einen Überblick über wichtige Ereignisse in der Geschichte der Grenzregion von 1864 bis 1920, gepaart mit Filmausschnitten. Aufnahmen aus dem Zweiten Schleswig-Krieg 1864 gibt es allerdings nicht, denn damals war der Film noch nicht erfunden, aber es gibt Dokumentationen der Ereignisse.

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