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Von der Schülerin zur Schauspielerin: Liv hat die Rolle

Von der Schülerin zur Schauspielerin: Liv hat die Rolle

Von der Schülerin zur Schauspielerin: Liv hat die Rolle

Hadersleben/Haderslev
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Liv Faaborg Preuss Christensen hat bereits erste Erfahrungen vor der Kamera sammeln können. Dennoch wird die Rolle der Gisela im Film „Befrielsen“ eine neue Herausforderung für die 13-jährige Haderslebenerin. Foto: Annika Zepke

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Liv Faaborg Preuss Christensen steht eine aufregende Zeit bevor: Die Siebtklässlerin von der Deutschen Schule Hadersleben hat eine Rolle in dem dänischen Kinofilm „Befrielsen“ ergattert und wird im Frühjahr mehrere Tage vor der Kamera stehen. Im Interview mit dem „Nordschleswiger“ verrät die 13-Jährige, welche Herausforderungen sie dort erwarten.

Ein Aufruf der Filmgesellschaft Nordic Film Productions sorgte Anfang Februar an den deutschen Schulen in Nordschleswig für Aufsehen: Für den Film „Befrielsen“ des oscarprämierten Regisseurs Anders Walter wurde eine deutschsprachige Schauspielerin im Alter von zehn bis zwölf Jahren gesucht.

Das rief nicht nur die zwölfjährige Dortje Klein aus Pattburg (Padborg) auf den Plan, die „Der Nordschleswiger“ bei ihrem Casting-Abenteuer journalistisch begleitet hat, sondern auch viele andere Mädchen aus dem Grenzland, darunter Liv Faaborg Preuss Christensen. Die 13-jährige Schülerin der Deutschen Schule Hadersleben hat ebenfalls beim Casting mitgemacht – und die Rolle prompt bekommen.

Nun wird sie im März und April auf Fünen (Fyn) als deutsches Flüchtlingsmädchen Gisela vor der Kamera stehen. Die Vorbereitungen für den Film laufen allerdings schon in dieser Woche an: Am Freitag geht es für die Siebtklässlerin nach Odense zu einem mehrtägigen Filmbootcamp. „Der Nordschleswiger“ hat die Nachwuchsschauspielerin vor ihrer Abfahrt noch schnell zu einem Interview getroffen.

In ihrer Freizeit macht die Siebtklässlerin am liebsten Sport: Vor allem Crossfit und Calisthenics haben es Liv Faaborg Preuss Christensen angetan. Foto: Annika Zepke

Vielleicht fangen wir einfach ganz von vorne an: Wie bist du denn auf die Rolle aufmerksam geworden?

Eine Erzieherin aus dem Kindergarten hat den Artikel aus dem „Nordschleswiger“ an meine Mama weitergeleitet, und dann haben wir ein Video für die Filmgesellschaft gemacht. Die haben sich dann noch am gleichen Tag bei uns gemeldet und gesagt, dass ich zu einem Casting nach Kopenhagen kommen soll.

Und dann seid ihr nach Kopenhagen gefahren?

Ja, ich sollte an dem Tag auch noch zu einem anderen Casting, deshalb hatten wir gesagt, dass wir nur danach kommen können.

Das klingt ja, als wärst du häufiger bei Castings. Schauspielerst du in deiner Freizeit?

Nein, eigentlich nicht. Aber es macht mir Spaß zu schauspielern. Und ich habe in ein paar anderen Serien und Filmen schon mitgespielt.

Das heißt, das ist nicht dein erster Film. Wo hast du schon mitgespielt?

Ich habe bei einigen Ramasjang-Sendungen (Ramasjang ist der Kinderkanal des dänischen Rundfunks, Anm. d. Red.) wie Heino fikser alt, Hemmelige dyr und Monster Buster mitgespielt.

Wie war das für dich beim Casting?

Also, ich sollte eigentlich nur die Rolle von Gisela spielen. Und die Casterin Jette hat es gefilmt und dann dem Regisseur gezeigt. Und der fand das gut.

Jetzt war es zwar nicht dein erstes Casting, aber warst du trotzdem aufgeregt?

Ja, auch weil es der erste Film ist, wo ich Deutsch sprechen soll. Also, ich war auf jeden Fall neugierig.

Wie war das für dich, als du erfahren hast, dass du die Rolle bekommst?

Ich war natürlich super glücklich und auch sehr gespannt darauf, mit den Dreharbeiten zu starten und die anderen Schauspieler kennenzulernen. Aber ich war auch ein bisschen nervös, weil ich in dem Film Deutsch sprechen soll. Aber das wird schon gut gehen.

Ist das Deutschsprechen eine Herausforderung für dich?

Also, wenn ich es nicht lesen oder üben kann, dann spreche ich nicht so ganz genau Deutsch. Aber wenn ich es üben kann, dann klappt das gut.

In „Befrielsen“ spielst du ein Flüchtlingsmädchen. Das ist ja etwas ganz anderes als bei deinen früheren Fernsehrollen. Wie bereitest du dich darauf vor?

Im Moment lese ich das Buch „Med ilden i ryggen“, das auch von einem deutschen Flüchtling handelt, um mich in die Rolle ein wenig hineinzuversetzen. Aber das wird auf jeden Fall etwas anders für mich.

Jetzt hast du einige deiner Schauspielkolleginnen und -kollegen bereits kennengelernt. Wie sind die so?

Also bis jetzt habe ich nur den kennengelernt, der die Hauptfigur Søren spielt, und zwei andere deutsche Flüchtlingskinder. Und bislang sind die alle richtig nett – auch der Regisseur. Er ist richtig lieb und gut darin, uns Anweisungen zu geben und zu erklären, wie wir etwas spielen sollen.

Was steht als Nächstes an für dich?

Jetzt geht es für mich erst mal in eine Art Bootcamp mit all den anderen Kinderdarstellern. Und im März fangen wir schon an mit den Dreharbeiten. Ich habe insgesamt zwölf Drehtage, glaube ich.

Und wie lässt sich das mit der Schule vereinbaren?

Wir haben die Schule bereits angeschrieben, und die sagen, das geht in Ordnung. Unsere Dänischlehrerin hat auch gesagt, dass das perfekt passt, weil wir uns in der 9. Klasse mit dem Zweiten Weltkrieg befassen.

Möchtest du später auch von Beruf Schauspielerin werden?

Ja, also ich kann mir auf jeden Fall gut vorstellen, weitere Filme und Serien zu machen. Das wäre richtig cool, denn ich liebe es zu schauspielern.

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