Unwetter

Überschwemmungen in Nordschleswig – Schneesturm zieht nördlich vorbei

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Die Bereitschaftsbehörde im Einsatz am Kelstrup Strand

In großen Teilen von Jütland hat der Schneesturm zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt. In der Kommune Hadersleben verursacht Hochwasser Probleme.

Im südlichen Teil des Landes regnet es, nördlich von Kolding schneit es.

Regen und Wind haben dazu geführt, dass die Ferienhausgebiete Kelstrup und Heisagger (Hejsager) bei Hadersleben (Haderslev) gleich zweifach von Überschwemmungen betroffen ist. Von hinten kommt das Regenwasser und von der Meeresseite das Hochwasser im Kleinen Belt.

Die Bereitschaft und die Kommune hatten sich ausschließlich auf Überschwemmungen aus dem Hinterland vorbereitet.

Carsten Leth Schmidt macht sich ein Bild von der Lage.

„Wir dachten eigentlich, dass wir ordentliche Prognosen bekommen könnten. Dann stellte sich heraus, dass die Herausforderungen von der Meeresseite doch wieder die größten sind“, sagt Carsten Leth Schmidt (SP), Vorsitzender des Technik- und Klimaausschusses der Kommune zu „JydskeVestkysten“.

Hochwasser hält an

Beredskabsstyrelsen arbeitete den ganzen Mittwoch daran, das Wasser abzupumpen.

Er war selbst vor Ort, um sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Der Pegelstand erreichte 1,35 Meter, und 10 bis 15 Häuser standen schnell unter Wasser. Die Kommune und „Beredskabsstyrelsen Sydjylland“ (Bereitschaftsbehörde) kämpfen mit Pumpen gegen die Wassermassen.

Laut dem Dänischen Meteorologischen Institut (DMI) wurde der höchste Pegelstand gegen 6 Uhr erreicht. Doch bis 14 Uhr ist er nur sehr langsam gefallen. Gegen 17 Uhr liegt er bei 1,07 Metern. Donnerstag gegen 18 Uhr soll er laut Prognose von DMI erneut auf dieses Niveau klettern.

Auch im Haderslebener Hafen ist es zu Überschwemmungen gekommen.

Überschwemmung am Haderslebener Hafen

Bei der Messstation Groß-Jündewatt (Store Jyndevad) hat DMI in den vergangenen 24 Stunden fast 23 Millimeter Regen registriert.

Züge eingestellt

Der Bahnverkehr im nördlichen und östlichen Jütland ist durch den Schneesturm stark behindert.

„Wir haben auf mehreren Strecken den Zugverkehr ganz eingestellt. Auf anderen haben wir einen Stundentakt eingeführt. Es gibt also sowohl Verspätungen als auch Absagen“, sagt Nicolai Schmidt Siigsgaard, Chef für Verkehrssteuerung bei „Banedanmark“.

Bis Donnerstag um 12 Uhr sind die Züge auf den Strecken Aarhus – Herning, Vejle – Struer, Aarhus – Viborg – Struer sowie Aarhus – Aalborg eingestellt worden. Unter anderem auf den Strecken Fredericia – Aarhus und Esbjerg – Holstebro verkehren sie im Stundentakt.

Von und nach Randers fahren keine Züge mehr.

„Banedanmark“ hat seine Schneebereitschaft aktiviert: „Das bedeutet, dass Mitarbeitende mit Schaufeln und Besen bereitstehen, um Schnee und Eisbrocken von den Weichen zu räumen. Es können sich bis zu 15 Kilogramm schwere Eisbrocken ansammeln“, so Schmidt Siigsgaard.

Mehr als 2.300 Weichen können jedoch beheizt werden und damit selbst Schnee und Eis schmelzen.

Autofahrerinnen und Autofahrern rät die Polizei in Mittel- und Nordjütland, alle nicht notwendigen Fahrten zu unterlassen.