Coronavirus

Mette Frederiksen: Keine weiteren nationalen Lockdowns

Mette Frederiksen: Keine weiteren nationalen Lockdowns

Mette Frederiksen: Keine weiteren nationalen Lockdowns

Kopenhagen
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Regierungschefin Mette Frederiksen fordert nicht geimpfte Bürger dazu auf, sich impfen zu lassen. Foto: Martin Sylvest/Ritzau Scanpix

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Die Corona-Pandemie ändert sich und trifft jetzt primär Jugendliche und Nicht-Geimpfte. Ziel ist weiterhin, dass vor dem 1. Oktober 90 Prozent der Bevölkerung geimpft ist.

Die Zeit der nationalen Lockdowns ist laut Staatsministerin Mette Frederiksen vorbei. Das sagte die sozialdemokratische Regierungschefin am Montagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Kopenhagen, bei der sie allerdings alle nicht geimpfte Personen dazu aufforderte, sich impfen zu lassen.

Vor dem Pressetreffen war darüber gerätselt worden, ob die Regierung und Gesundheitsbehörden aufgrund der relativ hohen Inzidenz in Dänemark (120) vielleicht doch noch neue Maßnahmen einführen würden, doch die Corona-Pandemie sei unter Kontrolle, hieß es auf der Pressekonferenz.

Superwaffe Vakzin

„Wir können nationale Lockdowns verhindern, weil die Superwaffe haben: das Vakzin. Deshalb ist es aber wichtig, dass die Letzten sich nun auch impfen lassen“, sagte die Staatsministerin.

„Wir haben den Alltag zurückerobert. Wir haben im Sommer mit der Familie gefeiert, waren zur Fußball-EM und gehen wieder zu Konzerten. Aber die Corona-Pandemie hat weiterhin unsere Aufmerksamkeit, weil neue Mutationen entstehen können. Es gibt keine Garantien“, sagte Frederiksen. Außerdem habe die Wirtschaft sich wieder erholt.

Corona-Pandemie ändert sich: Jugendliche betroffen

„Es ist schon ein gewisser Gegensatz, dass wir auf der einen Seite weiterhin gegen die schlimmste Corona-Variante, Delta, ankämpfen, und gleichzeitig die Gesellschaft immer mehr öffnen. Das können wir aber nur aufgrund der Vakzin“, sagte Mette Frederiksen.

75 Prozent hätten bereits die erste Impfung erhalten, 70 Prozent seien fertig geimpft.

Frederiksen erklärte, dass sich die Corona-Pandemie geändert habe. Vor Neujahr waren 13 Prozent der Patienten im Krankenhaus unter 40 Jahren. Heute sind etwa die Hälfte der 300 Krankenhaus-Patienten unter 40.

Frederiksen: „Lasst euch impfen“

Und genau in dieser Gruppe seien viele nicht geimpft, bemerkte Frederiksen. Zwar sei die Impfung weiterhin freiwillig, „aber ihr habt ein größeres Risiko, als je zuvor in der Pandemie. Und ihr könnt das Coronavirus weitertragen.“

Es sei weiterhin das Ziel der Gesundheitsbehörde, dass 9 von 10 Menschen in Dänemark vor dem 1. Oktober geimpft seien.

Höchste Inzidenz bei Nicht-Geimpften

Søren Brostrøm, Direktor der Gesundheitsbehörde Sundhedsstyrelsen, erklärte, dass die Inzidenz bei nicht geimpften Personen über 300 sei, während sie bei geimpften Personen 41 sei.

„Es mag sein, dass ihr Mythen darüber gehört habt, dass das Vakzin unfruchtbar macht, aber hört nicht auf solche Gerüchte, sondern hört auf uns Fachleute. Ich habe noch nie eine so effiziente und sichere Vakzin erlebt, wie die beiden, die wir anbieten“, sagte Brostrøm.

Gesundheitsminister: Dritte Impfung kommt

Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Soz.) erklärte auf der Pressekonferenz, dass es eine dritte Impfung geben werde. Wer genau die Impfung wann erhalten soll, werde derzeit untersucht, so Heunicke. Als Erstes würden aber Risikogruppen bereits in Kürze ein Angebot bekommen.

Außerdem habe Dänemark bei der Grippe-Impfung aufgestockt. Für den bevorstehenden Winter stünden 2,5 Millionen statt 1 Million Impfdosen zur Verfügung.

„Viele beneiden uns für den Deich, den wir gegen das Coronavirus errichtet haben. Wir haben 5,1 Millionen Personen zur Impfung eingeladen und es haben bereits 85 Prozent zugesagt“, sagte der Gesundheitsminister. Damit gehöre Dänemark international zur Spitze.

Der Artikel ist nach Absatz 4 um weitere Aussagen von der Pressekonferenz ergänzt worden. 15.45 Uhr.

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