Naturbrände

Feuerwehren im Dauereinsatz: Der Druck auf die Retter steigt

Feuerwehren im Dauereinsatz: Der Druck auf die Retter steigt

Feuerwehren im Dauereinsatz: Der Druck auf die Retter steigt

Apenrade/Aabenraa
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Die Feuerwehren sind im Dauereinsatz. Foto: Rasmus Skaftved / Ritzau Scanpix

Die Feuerwehrleute von Brand og Redning Sønderjylland bekämpfen derzeit jeden Tag drei- bis viermal so viele Brände wie normalerweise. Viel zu tun also, und der Druck auf die Retter steigt. Wie seine Rettungsbereitschaft damit umgeht, verrät der operative Chef, Torben Groos.

50 Naturbrände in diesem Juli – die Einsatzkräfte von Brand og Redning Sønderjylland kommen mit dem Löschen kaum mehr hinterher. Kein regionales Problem, Wald- und Feldbrände halten im ganzen Land Feuerwehren auf Trab und die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter steigt. In Nordjütland beorderte die Rettungsbereitschaft bereits Mitarbeiter aus dem Urlaub zurück, um der Flammen Herr zu werden.

In Nordschleswig ist die Lage angespannt, aber unter Kontrolle, sagt der operative Chef von Brand og Redning Sønderjylland, Torben Groos. „Wir stehen unter Druck und es war auch schon eng. Aber nie so, dass wir nicht ausrücken konnten. Wir haben ja den riesigen Vorteil, dass wir in Nordschleswig die freiwilligen Feuerwehren haben. Das hilft uns gerade sehr, die Lage im Griff zu behalten.“ Die Zahl der Naturbrände liege derzeit drei- bis viermal so hoch wie normal.

Freiwillige Feuerwehren sind gefragt

Während Berufsfeuerwehren im ganzen Land durch die Dauereinsätze ein enormes Arbeitspensum an den Tag legen müssen und das Personal Extra-Schichten schiebt, um den Einsätzen nachkommen zu können, sind es in Nordschleswig die freiwilligen Feuerwehrmänner, die den Bedarf an Helfern decken. „Wir haben durch unser System der freiwilligen Feuerwehren ja von vornherein mehr Feuerwehrleute und mehr Feuerwachen. Typischerweise rücken wir von mehreren Feuerwehr-Standorten aus, das entlastet die einzelnen Stationen. Das spüren wir jetzt, wo wir so viele Einsätze haben, besonders. Und es gibt Feuerwehrleute, die auch mit ausrücken, obwohl sie Urlaub haben“, berichtet Torben Groos. Daher habe man auch noch keine festangestellten Mitarbeiter aus dem Urlaub zurückrufen müssen, so der operative Chef.

Menschen zu sorglos

„Im Juni und Juli 2017 hatten wir insgesamt 14 Naturbrände. Jetzt im Juli sind es bereits 50, der Monat ist noch nicht zu Ende und es sieht nicht so aus, als ob die nächsten Tage ruhig für uns werden“, sagt Groos.

Die meisten der Brände, zu denen Brand og Redning Sønderjylland in den vergangenen Tagen ausgerückt ist, wurden durch Erntemaschinen oder durch weggeworfene Zigarettenstummel verursacht. „Man kann nicht verstehen, wie die Menschen sich weiterhin so unvorsichtig und dumm verhalten können und ihre Zigaretten einfach wegschmeißen!“, wundert sich Torben Groos.

So schnell kann eine weggeworfene Zigarette ein Feuer entfachen:

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