Grenzkontrollen

Unverständnis über geschlossene Übergänge

Unverständnis über geschlossene Übergänge

Unverständnis über geschlossene Übergänge

Kopenhagen/Nordschleswig
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Nicht nur in Ruttebüll/Rudbøl ist man erzürnt über die geschlossenen Übergänge. Foto: Karin Riggelsen

Acht von dreizehn Grenzübergängen bleiben vorläufig zu. Die Leser des „Nordschleswigers“ zeigen wenig Verständnis für diese Entscheidung.

Auch am Donnerstag, dem letzten Arbeitstag im Folketing, wollte Justizminister Nick Hækkerup (Soz.) keine Öffnung der kleinen Grenzübergänge versprechen. Im Gegenteil meint er, solange es noch Einreisebegrenzungen gebe, habe die Polizei nicht die Mittel, sämtliche Übergänge zu öffnen.

Bei vielen Lesern des „Nordschleswigers“ kam die Meldung nicht gerade gut an.

„Und das war es? In der Sommerpause ändert sich jetzt nichts mehr an den grünen Grenzübergängen? Was haben wir den Dänen getan?“ schreibt einer.

Andere wurden noch deutlicher.

„Totaler Schwachsinn, macht die Grenze auch dort auf. Das ist schon menschenverachtende Willkür. Solche Minister sollte man absetzen“, schreib ein anderer.

„Die lächerliche Symbolpolitik an der Grenze nimmt kein Ende! Das ist die reinste Schikane gegenüber dieser Region! Ich empfinde nur Verachtung für diese Politik und jene die sie unterstützen“, schreibt ein dänischsprachiger Leser.

Nach Unterstützung für die Entscheidung Hækkerups sucht man zumindest unter den Kommentaren bei den Lesern des „Nordschleswiger“ vergebens.

„Ich verstehe wirklich nicht, warum niemand vor Gericht dagegen klagt. Oder ist das dänischen Staatsbürgern nicht möglich? Oder sie greifen einfach zur Bürgerselbstinitiative und gehen einfach rüber“, schreibt eine Leserin mit einer Aufforderung zu zivilem Ungehorsam.

„Keine Normalität“

Auch der Vorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Hinrich Jürgensen schaltet sich in die Diskussion ein. In einem offenen Brief an die Regierung schreibt er auf Facebook, die Regierung habe eine Normalisierung im Grenzland versprochen.

„Ich muss feststellen, dass dies noch nicht geschehen ist“, meint er.

„Es soll dem Mangel an Personal bei der Polizei geschuldet sein. Persönlich glaube ich nicht, dass Menschen von weit her die kleinen Übergänge benutzen, aber für die lokale Bevölkerung ist es von großer Bedeutung, dass sie offen sind. Ich schlage vor, dass sie zumindest für Fußgänger und Radfahrer geöffnet werden“, schreibt er.

Die Venstre-Abgeordnete Eva Kjer Hansen hatte Hækkerup die Fragen zu den Übergängen gestellt. Anschließen empfahl sie dem Justizminister, die Sommerpause im Folketing auch zu einer Denkpause in dieser Sache zu nutzen.

Ein Leser fasst die Stimmung in einem Wort zusammen.

„Skandal“, schreibt er.

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