Deutsche Minderheit

Abschied von Connie Meyhoff Thaysen mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Die Kinder verabschiedeten sich mit persönlichen Worten von ihrer Connie.

Mit Liedern, warmen Worten und viel Herz verabschiedete die Deutsche Schule Lügumkloster ihre langjährige Leiterin in den Ruhestand. Nach 38 Jahren – davon 22 als Schulleiterin – wurde Connie Meyhoff Thaysen mit stehenden Ovationen, Humor und großer Dankbarkeit gefeiert.

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Zusammenfassung

  • Die langjährige Schulleiterin Connie Meyhoff Thaysen der Deutschen Schule Lügumkloster wurde nach 38 Jahren mit einer emotionalen Feier in den Ruhestand verabschiedet.
  • In Reden, Liedern und humorvollen Beiträgen würdigten Kollegium, Schülerinnen und Schüler, Weggefährten und Vertreter des DSSV ihr Engagement für Schule, Minderheit und örtliches Vereinsleben.
  • Ihre Nachfolgerin Vanessa Wittke erklärte, dass sie nicht „ausgesperrt“ sei und überreichte ihr einen symbolischen goldenen Schlüssel.

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„Connie, das ist dein Tag, lehne dich zurück und genieße es“, sagte Anette Meyer, die stellvertretende Schulleiterin der Deutschen Schule Lügumkloster, zum Auftakt der Verabschiedung von Schulleiterin Connie Meyhoff Thaysen, die nach 38 Jahren an der Bildungsstätte in den Ruhestand wechselt. 

Den Weg des Abschieds musste sie nicht allein gehen. Außer dem Schulteam hatten ihre Familie, Freundinnen, Kolleginnen und Kollegen sowie langjährige Weggefährtinnen und Weggefährten in der Turnhalle Platz genommen. 

„Lasst uns singen“

„Um es mit Connies Worten zu sagen: Lasst uns singen“, so Anette Meyer. Sie ist nicht nur eine langjährige Kollegin von Connie Meyhoff Thaysen, sondern auch eine ehemalige Schülerin. Zudem hatte die Schulleiterin bei ihr und dem Kollegen Thorben Borck auch als Kupplerin einen Finger mit im Spiel gehabt. 

Connie Meyhoff Thaysen (l.) und die stellvertretende Schulleiterin Anette Meyer

Und während mit dem „Irischen Reisesegen“ die Straße, die bergab führt, und warme Gedanken besungen wurden, wurden im Rahmen der Abschiedsfeier viele warme Gedanken offenbart.

Die Kinder hofften singend auf häufige Besuche ihrer bisherigen Schulleiterin. „Du wirst ganz viel über dich erfahren, das du noch nicht gewusst hast“, kündigte Vorschulleiterin Julia Wolff an, bevor jedes Schulkind seiner „Connie“ einen Zettel mit persönlich ausgefüllten Fakten über die Schulleiterin überreichte.

Ein abenteuerliches Alter

Die etwa 100 Gäste erfuhren, dass das Alter der Schulleiterin auf zwischen 37 und 102 Jahre geschätzt worden war. 

Die 1988 als 26-jährige Junglehrerin gestartete Pädagogin geht nun mit 64 Jahren und nach 22 Jahren als Chefin von Bord.

„Atemlos rennst du rum, durch die Schule gar nicht dumm! Heute wirst du hier geehrt, für dein Lebenswerk verehrt, verdient setzt du dich jetzt zur Ruh, ja, das ist der Clou“, sangen die Lehrkräfte und der Vorstand.

„Flexibilität war für dich nie ein Problem. Du lebst die Minderheit. Die Schule war nicht nur dein Arbeitsplatz, sondern auch Lebensraum, und dein Engagement ging über das Schulgebäude hinaus. Du warst immer präsent und hast viele Brücken gebaut“, sagte Anette Meyer in ihrer Rede.

Ein Wechselbad der Gefühle

Es sei ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Wir gönnen dir die Rente und wünschen dir mehr Zeit. Wir würden dich aber auch gerne behalten. Du hast mit deiner ruhigen, positiven und offenen Art viele geprägt. Mit deinem Motto: Das kriegen wir schon hin, deiner Haltung und deinem Optimismus wirst du auch den Ruhestand angehen,“ so die Vize-Schulleiterin.

Auch Connie Meyhoff Thaysens Familie amüsierte sich.

Und während es der Chefin schwerfiel, dass sie nicht wusste, was an ihrem letzten Schultag auf sie zukam, hatte ihr Team einen tollen Abschied auf die Beine gestellt.

Für herzhaftes Lachen sorgte der amüsante Film über die „Schulleiterin aus Leidenschaft“, dargestellt von Lehrer Thorben Borck. Damit kam er dem von ihm augenzwinkernd erstrebten Titel als „selbst ernannter Mitarbeiter des Monats“ näher.

Lehrer Thorben Borck schlüpfte in die Rolle der Schulleiterin.

Kein Platz in einem besonderen Club

Die Schulvereinsvorsitzende Britta Paulsen hatte sich Gedanken über ein Geschenk gemacht, damit Connie Meyhoff Thaysen nicht in eine existenzielle Freizeitkrise gerät. Auf dem Lande sei das Angebot etwas überschaubar. 

Im Club der alten Schachteln könne sie noch nicht aufgenommen werden, da sie noch ziemlich knackig und fit sei. Mit einem Buch über Reisen, etwas Kleingeld und einer nicht gerade dezenten Landkarte kann die Erdkundelehrerin ihre neue Freizeit gestalten. 

Die Schulvereinsvorsitzende Britta Paulsen hatte als Mitbringsel eine Landkarte dabei, die sich die Schulleiterin gewünscht hatte.

„Das Reh springt hoch, das Reh springt weit, warum auch nicht, es hat ja Zeit“, gab die Vorsitzende der Ruheständlerin ein Gedicht von Heinz Erhardt mit auf den Weg.

Viele Berufswege hätten sich angeboten

Schulrätin Simone Sippel Pedersen vom Deutschen Schul- und Sprachverein für Nordschleswig (DSSV), verabschiedete die dienstälteste Schulleiterin. Auf der Grundlage von Zeitungsartikeln über die Schulleiterin erklärte sie, Connie Meyhoff Thaysen hätte genauso Musikerin, Forscherin, Putzfrau oder Politikerin sein können.

„Das Kollegium hier wirkt sehr stabil und harmonisch, und das ist ein deutlicher Hinweis, dass die Lehrkräfte hier gerne arbeiten wollen“, so die Schulrätin. 

Schulrätin Simone Sippel Pedersen verabschiedete die dienstälteste Schulleiterin.

Singend verabschiedeten die nordschleswigschen Schulleiterinnen und Schulleiter ihre Kollegin. „Nun ist die Schule für dich aus. Fleißig und aktiv sorgtest du dafür, dass alles lief. Die Zeit ist reif, du wirst nun gehen. Wir sagen Moin, du kannst dich freuen“.

Abschied von einer Bilderbuchlehrerin

„Du bist eine richtige Bilderbuchlehrerin, die sich um die Kinder gekümmert und sich auch in den Vereinen vor Ort eingebracht hat. Als Kollegin warst du ein Gewinn. Durch die vielen Veränderungen hast du dich nicht aus der Ruhe bringen lassen, sondern bist sie besonnen angegangen“, so die pensionierte Lehrerin und langjährige Weggefährtin Ellen Blume.

Zwei langjährige Kolleginnen: Connie Meyhoff Thaysen und Ellen Blume

Sie dankte für alles, was Connie Meyhoff Thaysen durch die Jahre mit Fleiß, Energie und Freude getan hatte.

Nachfolgerin hatte ein besonderes Geschenk 

Die Zukunft klopfte mit Connie Meyhoff Thaysens Nachfolgerin Vanessa Wittke an. 

„Du hast so viel Herzblut in die Schule gesteckt und ich bin ganz stolz, das Erbe anzutreten. Du wirst nicht ausgesperrt, sondern bist immer herzlich willkommen“, so die Nachfolgerin, die für die Einarbeitung dankte, die nicht besser hätte sein können. Sie überreichte ihrer Vorgängerin den goldenen Schlüssel für die Schule. 

Die neue Schulleiterin Vanessa Wittke überreichte Connie Meyhoff Thaysen einen goldenen Schulschlüssel.

Anerkennende Worte und gute Wünsche gab es auch von Pastor Matthias Alpen und vom Vorsitzenden der Kindertagesstätten und Clubs in der Kommune Tondern (DKCT), Morten Thaysen.

Die Sache mit dem Alter

„Es ist ein Privileg, mit Kindern arbeiten zu dürfen“, so Connie Meyhoff Thaysen in ihrer Dankesrede. Sie gab einen zehn Jahre alten Spruch eines Schülers bezüglich ihres Alters preis. 

Als sie ihm erzählt hatte, dass sie schon zur Schulzeit seiner Mutter an der Schule war, meinte er: „Da sahst du sicher ein bisschen frischer aus.“  Das sei jetzt zehn Jahre her, und das sei ihr sicher auch anzusehen. Es sei an der Zeit, zu gehen.

„Vielen, vielen Dank für diesen wundervollen Abschied. Ihr habt mir einen unvergesslichen Tag bereitet“, so die scheidende Schulleiterin, die mit stehendem Applaus und Tränen verabschiedet wurde.

Die Lehrkräfte und der Vorstand sangen mehrfach maßgeschneiderte Lieder.

Und wie könnte es bei der beliebten Hauptperson, die gerne singt, anders sein. Den Schlusspunkt setzten das Kollegium und der Vorstand singend. „Du warst da, wo Tränen flossen, du warst da für jedes Kind. Es ist kaum zu ermessen, wie es wird ohne dich sein.“ 

Vielleicht hilft ab Montag das bewährte Motto von Connie Meyhoff Thaysen: „Wir kriegen das schon hin.“