Deutsche Minderheit

Von Ekensund bis Scherrebek: Nordschleswigs Kunstgeschichte im Fokus der HAG

Ein Blick in die HAG-Versammlung in Tingelff

Während der Generalversammlung der Heimatkundlichen AG in Tingleff wurde über die Jahrestagung in Sankelmark und die Exkursionen nach Röm und ins Flensburger Museum informiert. Archivleiterin Nina Jebsen gab Einblick in intensive Arbeit im „Gedächtnis“ der deutschen Minderheit.

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Zusammenfassung

  • Die Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig informiert bei ihrer Generalversammlung über die kommende Jahrestagung in Sankelmark zum Thema Kunst und Künstler in Nordschleswig.
  • Geplant sind Vorträge zu Ekensunder Malerkolonie, Scherrebeker Webteppichen und Künstlerpersönlichkeiten wie Niko Wöhlk sowie weitere Exkursionen 2026 nach Röm und zum Museumsberg Flensburg.
  • Archivleiterin Nina Jebsen berichtet über die umfangreiche Erschließung und Digitalisierung der Bestände des Deutschen Archivs Nordschleswig, das zunehmend online zugänglich gemacht wird.

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Zur Generalversammlung der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig (HAG) sind am vergangenen Sonnabend über 60 Mitglieder in die Deutsche Nachschule Tingleff (Tinglev) gekommen.

Die Vorsitzende der HAG, Gisela Jepsen, informierte dort über die Jahrestagung am Sonnabend, 7. März, in der Akademie Sankelmark. 

Es werden noch Anmeldungen für die Veranstaltung mit dem Thema „Kunst und Künstler in Nordschleswig von der Jahrhundertwende bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts“ von der Mitarbeiterin Katy Johannsen per Mail k.johannsen@sankelmark.de oder per Telefon (0049) 463055112 entgegengenommen. 

Kunsthistorikerin spricht über die Ekensunder Malerkolonie

Während der Veranstaltung, die um 10 Uhr mit einem Stehcafé beginnt, spricht ab 10.35 Uhr die Kunsthistorikerin und stellvertretende Leiterin des Museumsbergs Flensburg (Flensborg), Madeleine Städtler über die Ekensunder Malerkolonie. 

In einer Sonderausstellung waren in jüngster Zeit die lange verkannten Malerinnen gewürdigt worden, die vor über 100 Jahren am heute dänischen Nordufer der Flensburger Förde tätig waren. 

Die HAG-Vorsitzende Gisela Jepsen während der Exkursion 2025 nach Gelting

Nach dem Mittagessen referiert ab 13.30 Uhr Museumsinspektorin Anne Marie Ludvigsen, Hoyer (Højer), über die einst berühmten Scherrebeker Webteppiche, die in Regie der 1896 gegründeten Kunstwebschule nach Vorlagen berühmter Maler wie2 Heinrich Vogeler, Otto Eckmann oder Hans Christiansen von Kunsthandwerkerinnen bis nach der Jahrhundertwende gefertigt wurden. 

Niko Wöhlk und weitere Kunstpersönlichkeiten

Der seit den 1920er Jahren bis zu seinem Tod 1950 hauptsächlich an der Apenrader Förde tätige Maler Niko Wöhlk, eine der interessantesten Künstlerpersönlichkeiten aus der Frühzeit der deutschen Minderheit im Landesteil, steht im Mittelpunkt des Vortrags „Von Avantgarde zur Tradition“ der Kieler Kunsthistorikerin Bärbel Manitz. 

Bei der HAG-Tagung spielen auch die Scherrebeker Webteppiche eine Rolle.

Nach einer Kaffeepause spricht Prof. Dr. Christian Holtorf, Berlin, über die Beziehungen seines Großvaters, des lange an der Flensburger Förde tätigen Künstlers, Hans Holtorf, einem engen Freund Niko Wöhlks, zu Nordschleswig.

Die Veranstaltung endet nach dem Abendessen um 18 Uhr. Die Teilnahme an der Tagung kostet für HAG-Mitglieder einschließlich Verpflegung 87 Euro, Nichtmitglieder zahlen 100 Euro. 

Rege Beteiligung an den Exkursionen

Während der HAG-Generalversammlung in Tingleff, die auch des verstorbenen, langjährigen Vereinsvorsitzenden Lorenz Peter Wree gedachte, berichtete Gisela Jepsen über eine rege Beteiligung an den Exkursionen des Vereins im vergangenen Jahr nach Gelting, in den Drawitter Wald und nach Lügumkloster (Løgumkloster). 

Auf ein positives Echo sei die Ende 2025 erschienene Jahresschrift mit Beiträgen über die Herrnhuter-Siedlung Christiansfeld und die Zentrale der NS-Leitung der deutschen Nordschleswiger während der 1930er und 1940er Jahre gestoßen. 

Röm und Flensburg werden erforscht

Die Vorsitzende lud zu den Exkursionen 2026 der HAG ein. Sie führen am Freitag, 29. Mai, auf die Insel Röm (Rømø), einer Ganztagesfahrt mit Privatautos, und am Freitag, 11. September, zur Halbtagstour nach Flensburg mit dem Museumsberg als Ziel.

Einladungen mit Einzelheiten werden an die Mitglieder verschickt. Interessierte finden auch Informationen zur Teilnahme und HAG-Mitgliedschaft über die Homepage des BDN, bdn.dk

Nach der Vorlage des Kassenberichtes durch Harald Søndergaard, der auch als Versammlungsleiter fungierte, wurde bei den anstehenden Wahlen Vorstandsmitglied Ernst August Hansen in seinem Amt bestätigt. 

Bestätigt wurde auch Dörte Bossen als BDN-Delegierte. Zu ihrer Stellvertreterin wurde Frauke Petersen bestimmt. Als Revisoren wurden Walter Rohwedder und Frederik Christensen wiedergewählt. 

Einblick in die Arbeit des Deutschen Archivs Nordschleswig

Über eine intensive Arbeit bei der Registrierung der großen Aktenbestände im gerne auch als Gedächtnis der deutschen Minderheit bezeichneten Deutschen Archiv Nordschleswig in Sonderburg (Sønderborg) berichtete Archivleiterin Nina Jebsen.

Arcgivleiterin Nina Jebsen informierte über die Erfassung von Material im Archiv.

 „Wir haben 500 Archivkästen umgepackt, Bananenkästen und Tüten geleert und viel Material gereinigt“, so Nina Jebsen in ihrem Jahresbericht 2025. Sehr groß sei im zurückliegenden Jahr wieder der Einsatz des Teams der Ehrenamtlichen gewesen.

Fortschritte gebe es bei der Regierung von Akten und Material, die im System der Historischen Archive im Internet unter arkiv.dk zugänglich gemacht werden.

7.000 Bilder sind digitalisiert

„Es sind inzwischen 7.000 Fotos digitalisiert, wir wollen sie dieses Jahr freigeben“, so die Archivleiterin. Sie berichtete über Beteiligung des Archivs an Medienproduktionen und Veröffentlichungen und enge Zusammenarbeit mit dänischen historischen Vereinen in Nordschleswig. 

So beteiligt sich das Deutsche Archiv Nordschleswig zusammen mit „Historisk Samfund for Sønderjylland” am historischen Festival „Historiske Dage” am 14. und 15. März in der Øksnehallen in Kopenhagen.