Corona

Landesregierung SH verfolgt die Situation in Dänemark „aufmerksam“

Landesregierung SH verfolgt die Situation in Dänemark „aufmerksam“

SH verfolgt die Situation in Dänemark „aufmerksam“

Kiel/Nordschleswig
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Die Zahl der positiven Tests ist in Dänemark deutlich höher als in Deutschland. Foto: Karin Riggelsen

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Hohe Inzidenzwerte nördlich der Grenze haben in Schleswig-Holstein Forderungen nach Tests und Einreisekontrollen laut werden lassen.

Die Zahl der Neuinfektionen ist in Dänemark in den vergangenen Wochen deutlich angestiegen.

Seit dem Wochenende haben sie sich jedoch auf relativ hohem Niveau stabilisiert. Laut dem Staatlichen Serum Institut (SSI) liegt die Inzidenz am Mittwoch bei 119,4.

„Schleswig-Holstein verfolgt die Situation aufmerksam, auch grenzübergreifend“, schreibt die Pressestelle des Gesundheitsministeriums in Kiel in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem „Nordschleswiger“.

Forderung nach Tests und Kontrollen

Hohe Inzidenzwerte in den Kommunen Apenrade (Aabenraa) und Kolding haben besorgte Reaktionen in Schleswig-Holstein ausgelöst.

„Ich appelliere an alle Reiserückkehrer aus Dänemark sowie alle dänischen Touristen in Schleswig-Holstein gleichermaßen, mit einem zeitnah durchgeführten Corona-Test der Ausbreitung des Virus entgegenzuwirken“, sagte der Fraktionschef der CDU, Tobias Koch, dem „SHZ“.

In Apenrade lag die Inzidenz laut SSI am Montag bei 121,5, in Kolding bei 158,1.

Der die Landesregierung beratende Virologe des Universitätsklinikums Schleawig-Holstein, Helmut Fickenscher, schlägt vor diesem Hintergrund im „SHZ“ vor, es sollten Stichprobenkontrollen an der Grenze eingeführt werden.

Niedrige Werte in Südschleswig

Das Gesundheitsministerium mahnt vor allem zur Vorsicht.

„Jede Person sollte sich vor dem Hintergrund steigender Inzidenzen auch in Urlaubsländern wie Dänemark weiterhin im In- und Ausland an Abstands- und Hygieneregeln halten und eine Maske tragen, wo dies vorgeschrieben und erforderlich ist sowie sich über die dortigen Regeln informieren“, so der Pressesprecher.

In Dänemark sind Masken im öffentlichen Verkehr vorgeschrieben, während man steht und ein- oder aussteigt.

Am Mittwoch waren die Inzidenzen laut SSI in Apenrade und Kolding auf 90,7 beziehungsweise 121,5 gesunken.

Insgesamt liegen die Werte jedoch nördlich der Grenze deutlich höher als südlich. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet am Donnerstag für die Kreise Flensburg, Schleswig-Flensburg und Nordfriesland Werte bei 5,5, 6,0 und 12,1. In Tondern Tønder), Sonderburg (Sønderborg) und Hadersleben (Haderslev) lagen sie Mittwoch bei 24,4, 23,1 und 81,3.

Risikoregion Hauptstadt

Hart betroffen ist vor allem die Region Hauptstadt mit einer Inzidenz von 189,9. In den Kommunen Kopenhagen und Frederiksberg lagen die Werte zeitweise über 300.

Die Bundesregierung hat die Region seit Montag als Risikogebiet eingestuft.

Das Gesundheitsministerium in Kiel erinnert daher daran, dass Reiserückkehrer von dort die gültigen Einreisebestimmungen beachten sollten: „Grundsätzlich sind nach den gültigen Regeln der Bundesregierung Einreisende verpflichtet, sich nach Einreise aus einem Risikogebiet für zehn Tage in Quarantäne zu begeben. Die Quarantäne kann durch Übermittlung eines Test-, Impf- oder Genesenennachweises an die zuständige Behörde beendet werden. Einreisende sollten hierfür die Upload-Funktion am Ende der Digitalen Einreiseanmeldung des Bundes nutzen.“

Betroffen davon sind auch Gäste der Urlaubsinsel Bornholm, die zur Region Hauptstadt zählt.

Deutlich gelassener können Gäste der dänischen Westküste die Lage sehen. An beliebten Zielen wie Blåvandshuk (Kommune Varde) und Hvide Sande/Søndervig (Kommune Ringkøbing-Skjern) liegen die Inzidenzen bei 28,1 beziehungsweise 46,3.

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