Grenzüberschreitendes

Interreg fördert sechs deutsch-dänische Projekte mit 78 Millionen Kronen

Interreg fördert sechs deutsch-dänische Projekte mit 78 Millionen Kronen

Interreg fördert sechs Projekte mit 78 Millionen Kronen

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Kiel
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In Kiel stimmte der Interreg-Ausschuss über die Förderung der Projekte ab. Foto: Nils Baum/Interreg

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Die Anpassung an den Klimawandel, künstliche Intelligenz in der Pflege oder Kulturgeschichte: Die Projekte, die mit Millionen Kronen durch das deutsch-dänische Interreg-Programm gefördert werden, könnten unterschiedlicher nicht sein.

Mit rund 78,3 Millionen Kronen (10,5 Millionen Euro) fördert der Interreg-Ausschuss sechs grenzüberschreitende Projekte. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung hervor. Folgende vier Projekte aus den Bereichen Pflege, Klima und Kultur bekommen Mittel aus dem deutsch-dänischen Programm:

Neuer Fokus auf Kulturgeschichte

„Torch“ möchte neue Sichtweisen auf die deutsch-dänische Kulturgeschichte ermöglichen und erhält dafür ca. 10,7 Millionen Kronen (1,4 Mio. Euro) Unterstützung. Ziel ist es, Museen und Restauratorinnen und Restauratoren enger mit Forschenden von Universitäten zu verbinden. Neue digitale Techniken sollen überdies dazu beitragen, das regionale grenzüberschreitende Kulturerbe auf eine völlig neue Art und Weise zu präsentieren, um ein neues Publikum anzuziehen und die Tourismusbranche nach der Corona-Pandemie zu stärken. 

„Die Idee ist es, regionalen Interessengruppen eine breite Palette wissenschaftlicher und technologischer Erkenntnisse zur Verfügung zu stellen, die es ermöglichen, unser Kulturerbe auf neue Weise zu vermitteln. Wir sind auf dem Weg in ein neues digitales Jahrzehnt, in dem die Menschen Kunstwerke in ihrem Kontext erleben möchten. Damit werden neue Perspektiven auf unsere Kulturgeschichte ermöglicht, was ich unglaublich wertvoll finde“, sagt der Apenrader Stadtratsabgeordnete Jens Wistoft in seiner Funktion als Mitglied des Regionsrats in der Region Süddänemark und dänischer Vorsitzender des Interreg-Ausschusses.

 

Stephan Kleinschmidt und Jens Wistoft vom Interreg-Ausschuss Foto: Nils Baum/Interreg

KI in der Altenpflege

Mit „Care-AI“ soll die Pflege im Seniorenbereich mithilfe künstlicher Intelligenz verbessert werden. Das Projekt wird mit knapp 14,8 Millionen Kronen (2 Millionen Euro) gefördert. Ein größer werdender Anteil älterer Menschen mit Pflegebedarf, eine sinkende Geburtenrate und ein Mangel an Fachpersonal im Bereich Seniorenpflege bilden den Hintergrund für das neue Interreg-Projekt. Es soll untersucht werden, wie Daten über die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Angestellten in Pflegeeinrichtungen genutzt werden können, um fachliche Entscheidungen zu unterstützen, die sowohl die vielfältigen Kompetenzen des Personals als auch die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Menschen berücksichtigen. Hier soll insbesondere künstliche Intelligenz dazu beitragen, die Qualität der Pflege in Altenheimen in Deutschland und Dänemark zu verbessern.

Region klimarobust gestalten

Der Klimawandel erfordert eine klimarobustere Region. Das Projekt „ClimatePol“ möchte daher die politisch-administrativen Strukturen weiterentwickeln, die für die Umsetzung wichtiger Klimaanpassungsmaßnahmen erforderlich sind. Das Ziel: Politische Entscheidungsfähigkeit soll durch eine bessere Koordination und verstärkte Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg gewährleistet werden. Dafür werden rund 13,5 Millionen Kronen (1,8 Millionen Euro) aus dem EU-Programm bereitgestellt. 

„Flensburg ist einer der Netzwerkpartner des Projekts. Wir beteiligen uns aus der Perspektive einer Fördestadt im nördlichen Schleswig-Holstein. Wir betrachten den steigenden Meeresspiegel als die größte Bedrohung durch den Klimawandel. Das Projekt wird wichtige Erkenntnisse darüber liefern, wie wir konkrete Entscheidungen treffen können, um die Stadt vor Überschwemmungen zu schützen“, sagt Stephan Kleinschmidt, Stadtrat der Stadt Flensburg und deutscher Vorsitzender des Interreg-Ausschusses.

„ClimatePol“ soll zunächst darlegen, wie sich das Klima in der Region seit 1850 verändert hat und voraussichtlich bis 2100 weiter verändern wird. Anschließend sollen verschiedene Mikroklimamissionen entwickelt werden, beispielsweise im Umgang mit Regenwasser und Überflutungen an Küsten und in Wohngebieten, in ausgewählten dänischen und deutschen Gemeinden. Schließlich möchte das Projekt ein Handbuch und einen Werkzeugkasten für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger entwickeln, um die grenzüberschreitende Koordinierung von Klimaanpassungsmaßnahmen zu fördern.

Schutz vor Wetterextremen 

Ebenfalls um das Klima geht es im Interreg-Projekt „Poseidon“, das mit 14,2 Millionen Kronen (1,9 Millionen Euro) gefördert wird. Dänemark und Deutschland haben in jüngerer Zeit wiederholt starke Niederschläge und Sturmfluten erlebt. Das Projekt „Poseidon“ möchte der zunehmenden Gefahr durch Wetterextreme entgegenwirken. Zentral für das Projekt ist die Frage, welche Hilfsmittel und Werkzeuge in der Zukunft zu einer besseren Absicherung gegen die Folgen eines sich ändernden Klimas beitragen können? Dabei stehen etwa eine entsprechende Gesetzgebung, fortschrittliche Warnsysteme und die Erstellung einheitlicher Schutzszenarien im Fokus. 

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