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Geflügelpest: In Baistrup wird alles auf null gestellt

Geflügelpest: In Baistrup wird alles auf null gestellt

Geflügelpest: In Baistrup wird alles auf null gestellt

Baistrup/Bajstrup
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Der Baistruper Freiland-Hühnerbetrieb hat Pech. Wegen der Geflügelpest muss die Eierproduktion voraussichtlich bis Mai eine Zwangspause einlegen. Foto: kjt

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Die ersten toten Hühner ließen es befürchten: Im Legehennenbetrieb von Otto Jensen in Baistrup ist die Geflügelpest festgestellt worden. 22.000 Hennen mussten gekeult werden. Die gute Nachricht: Die Existenz des Betriebes ist nicht gefährdet.

Das Gegacker im Legehennenbetrieb von Otto Jensen in Baistrup ist verstummt, die Eierproduktion komplett zum Erliegen gekommen. Schuld hat die Geflügelpest.

„Das ist natürlich ärgerlich. Aber was soll man machen. Es passiert einfach“, so Jensen letzlich gefasst.

In jüngster Zeit häuften sich die Meldungen von Geflügelpest in landwirtschaftlichen Betrieben. Seit Dezember vergangenen Jahres gilt in Dänemark wieder eine erhöhte Warnstufe.  

Nicht nur südlich der Grenze in Deutschland, auch in Regionen Dänemarks kam es zur Ansteckung mit dem tödlichen Virus, das von Wildvögeln mitgeschleppt wird. Den perfekten Schutz gibt es nicht.

Nun hat es auch den Freiland-Hühnerhof von Otto Jensen in Baistrup erwischt. Am Wochenende gab die Nahrungsmittelbehörde „Fødevarestyrelsen“ bekannt, dass bei Tingleff (Tinglev) in einem Betrieb mit 22.000 Legehennen Geflügelpest festgestellt worden ist. 

Auch eine Truthahn-Zucht mit 40.000 Tieren auf Seeland ist laut Behörde betroffen. Sämtliche Tiere müssen auch dort gekeult und entsorgt werden.

Gleich alles in die Wege geleitet

Die Nahrungsmittelbehörde hat in Zusammenarbeit mit Otto Jensen und der Bereitschaft das Keulen und Entsorgen aller Tiere veranlasst.

„Die Hühner sind am Sonntag mittels Gas eingeschläfert worden. Heute sind hier ganz viele Leute, um die Tiere einzusammeln und zu entsorgen“, so Otto Jensen am Montagnachmittag am Telefon.

Um den Betrieb herum wurde eine Sperrzone mit Sicherheitsvorschriften errichtet, um die Verbreitung des für Geflügel tödlichen Virus zu verhindern.

Zunächst lagen im Baistruper Betrieb vereinzelt tote Hühner herum. Das kann bei so vielen immer mal vorkommen. „Es wurden dann immer mehr, und am Sonnabend war klar, dass etwas nicht stimmt“, erzählt der Landwirt.

Proben mit Blaulicht ins Labor

Er verständigte umgehend den Tierarzt, der wiederum die Polizei einschaltete und Proben von toten Hühnern aushändigte. „Der Streifenwagen ist mit den Proben dann mit heulenden Sirenen zum Labor Richtung Kopenhagen gedüst“, so Jensen.

Wenige Stunden später gab es dann die bittere Gewissheit: Die Geflügelpest hatte den Hof in Baistrup erreicht.

Wie das Virus in den Betrieb gekommen ist  – ob direkt durch fremde Vögel, durch Menschen oder auf andere Weise – bleibt unklar. Laut der aktuellen Restriktionen muss Federvieh drinnen bleiben oder mit speziellen Vorrichtungen vor Wildvögeln geschützt werden.

Der Befund in Baistrup hat einen obligatorischen Ablauf in Gang gesetzt. Das Anwesen wurde abgesperrt, die Tötung und Entsorgung des Federviehs veranlasst, und es folgt eine umfassende Desinfektion der Stallgebäude.

„Die Säuberung erfolgt in mehreren Durchgängen und erstreckt sich über zwei Monate. Wenn alles nach Plan läuft, können im Mai neue Hühner hereingesetzt werden. Das war ohnehin so geplant“, erwähnt Otto Jensen.

Schaden überschaubar

Da das Keulen und Entsorgen über einen speziellen Fonds finanziert wird und Otto Jensen über das Unternehmen, das seine Eier abnimmt, gegen einen Betriebsausfall abgesichert ist, halte sich der wirtschaftliche Schaden in Grenzen.

Einen genauen Verlust habe er noch nicht errechnet, kritisch für seinen Betrieb werde es bei Weitem aber nicht, so die Einschätzung des Landwirts.

„Hätte es sich um junge Hühner gehandelt, wäre es schlechter gewesen. So ist es überschaubar“, sagt Otto Jensen.

Er hofft, im Mai wieder ganz normal Eier produzieren lassen zu können, und er hofft auch, nicht wieder mit dem Virus zu tun zu bekommen.

 

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