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Statt Dieseltriebwagen DSB-E-Loks bis Hamburg

Statt Dieseltriebwagen DSB-E-Loks bis Hamburg

Statt Dieseltriebwagen DSB-E-Loks bis Hamburg

Apenrade/Aabenraa
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Bisher werden die bis zu 200 Stundenkilometer schnellen Loks mit Zweisystemtechnik der Baureihe EB nur im dänischen Regionalverkehr eingesetzt. Foto: DSB/Jens Hasse/Chili Foto

Das Bahn-Nachrichtenportal „Lok Report“ berichtet über den vorzeitigen Einsatz von Wagenzügen mit neuen umweltfreundlichen Triebfahrzeugen: Intercitys Kopenhagen-Hamburg halten in Nordschleswig nur in Pattburg.

Die dänische Zeitschrift „Jernbanen“ hatte bereits vor einigen Wochen gemeldet, dass die Dänischen Staatsbahnen (DSB) angesichts der Verspätung der Lieferung der neuen Talgo-Wagenzüge für den grenzüberschreitenden Fernverkehr um ein Jahr bis 2024 die bereits gelieferten Vectron-Loks mit gemieteten Waggons zwischen den beiden Metropolen Kopenhagen und Hamburg einsetzen will.

Ende für umweltbelastende Dieselzüge

Jetzt meldet das Bahn-Nachrichtenportal „Lok Report“, dass die bisher zwischen Kopenhagen und Hamburg eingesetzten IC3-Dieseltriebwagen vorzeitig durch Züge mit DSB-Vectron-E-Loks der Baureihe EB und von der Deutschen Bahn (DB) angemieteten Intercity-Personenwagen ersetzt werden. „Lok Report“ bezieht sich auf eine Pressemitteilung des deutschen Fahrgastverbandes „Pro Bahn“.

IC3-Triebwagen sind bisher im grenzüberschreitenden Verkehr von Dänemark nach Deutschland im Einsatz. Lange standen keine Züge mit Technik für die unterschiedlichen Bahnstromsysteme der beiden Länder zur Verfügung (Archivfoto). Foto: Volker Heesch

Damit scheint ein Ende des Einsatzes der veralteten DSB-Dieseltriebwagen auf der durchgehend elektrifizierten Bahnstrecke von Hamburg über Flensburg (Flensborg), Pattburg (Padborg) und Odense bevorzustehen.

Termin noch unklar

Ein Termin für den Einsatzbeginn der neuen DSB-Loks, die für den Betrieb auf dem deutschen wie dem dänischen Bahnstromnetz eingerichtet sind, wird nicht angegeben. Die Intercityzüge sollen voraussichtlich mit EB-Loks am jedem Zugende eingesetzt werden, um Rangieraufenthalte zu vermeiden. Aus dänischen Eisenbahnkreisen war seit einiger Zeit berichtet worden, dass die teilweise über 30 Jahre IC3-Triebwagen nicht länger über die Sicherheitstechnik für Einsätze im deutschen Schienennetz verfügen.

Ersatzstrecke für Fehmarnroute

Die Intercityzüge zwischen Hamburg und Kopenhagen werden seit Schließung der Bahnverbindung über Fehmarn und Lolland aufgrund des Baus des Fehmarnbelttunnels über die deutsch-dänische Grenze bei Flensburg und durch den Tunnel zwischen den Inseln Fünen (Fyn) und Seeland (Sjælland) geleitet. Bis vor einigen Jahren fuhren die Züge noch als „Eurocity“, doch mangels Komforts in den IC3 waren die Züge zu Intercitys (IC) „degradiert“ worden.

Zusätzliche Halte auf der Wunschliste

Der Fahrgastverband begrüßt die Vereinbarung von DSB und DB über den Einsatz von Wagenzügen mit elektrischer Traktion, mit der auch die Sitzplatzkapazität erhöht werde. Der Verband schlägt vor, dass die Züge zusätzliche Halte in Schleswig-Holstein bekommen. Flensburg wird bisher nicht bedient.

Die Vectron-Elektroloks können bis zu 200 Stundenkilometer schnell fahren und sind spurtstärker als die Dieseltriebwagen, was theoretisch zusätzliche Halte auch in Tingleff (Tinglev), Rothenkrug (Rødekro) oder Woyens (Vojens) zulassen würde. Kürzlich war auch angeregt worden, den neu zwischen Prag und Flensburg eingesetzten Eurocity auf das dänische Streckennetz zu verlängern.

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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