Energie

Trotz Windkraftflaute genug grüner Strom

Trotz Windkraftflaute genug grüner Strom

Trotz Windkraftflaute genug grüner Strom

Kopenhagen
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Foto: Monika Skolimowska/Ritzau-Scanpix

Die dänischen Windräder haben im Sommer 2018 eine geringere Ausbeute gehabt. Der fehlende Strom wurde durch Wasserkraft und deutsche Solarenergie ausgeglichen.

Der heiße und lang anhaltende Sommer 2018 ist vielen Menschen noch in Erinnerung. Das Ausbleiben des typisch dänischen Sommers mit stürmischem Westwind mit Regen hat nach Angaben des Branchenverbandes Dansk Energi die Stromausbeute der dänischen Windkraftanlagen und Meereswindparks deutlich sinken lassen. Im Juli 2018 wurde im Vergleich zum Juli des Vorjahres 60 Prozent weniger Windstrom in Dänemark produziert. Trotzdem ist es im Bereich Stromerzeugung nicht zu einem Anstieg des Ausstoßes klimaschädlichen Kohlendioxids gekommen.

Das Anheizen von Kohlekraftwerken konnte vermieden werden, so Dansk Energi, denn es stand als Ersatz für klimafreundlichen dänischen Windstrom ausreichend Strom aus norwegischen Wasserkraftwerken zur Verfügung. Außerdem wurde während des Tages aus Deutschland überschüssiger Strom aus Fotovoltaikanlagen über die grenzüberschreitenden Leitungen nach Dänemark exportiert.

„Der Austausch von Elektrizität zwischen uns und den Nachbarländern ist gerade das, was es uns sichert, auch bei Flaute genügend grünen Strom zur Verfügung zu haben“, so Torsten Hasforth, Volkswirt bei Dansk Energi.

Kohlendioxid-Ausstoß leicht gestiegen

In den Monaten Mai bis Oktober 2018 war mit der Erzeugung einer Kilowattstunde Strom, die in Dänemark genutzt wurde, der Ausstoß von 155 Gramm Kohlendioxid verbunden. Das war nur etwas mehr als im Schnitt der Vorjahresmonate, als 136 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde notiert wurden. 74 Prozent des Stroms, der im Sommerhalbjahr 2018 verbraucht wurde, war aus regenerativer Erzeugung.

Im Jahre 2006 fielen in Dänemark pro Kilowattstunde Strom im Schnitt noch 510 Kilogramm Kohlendioxid an.
Die Energistatistik 2018 belege, so Hasforth, dass Vorurteile, die grüne Stromversorgung sei nicht konstant genug, nicht zutreffen. Bei Windstromüberschuss liefert Dänemark über die ausgebauten Skagerakkabel Strom nach Norwegen – zum Ausgleich für Strom aus Wasserkraftwerken.

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