Kultur

Dänische Kunst in Berlin sorgt für Verärgerung in Frankreich

jt/ritzau
Berlin
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„Märtyrermuseum" ist aktuell im Kunsthaus Bethanien (Bild) in Berlin zu sehen. Foto: dpa

Eine dänische Ausstellung in Berlin, die die Terroristen von Paris mit Martin Luther King vergleicht, spaltet die Gemüter in Frankreich.

Nachdem die Kunstausstellung „Märtyrermuseum“ in Dänemark schon für Aufregung gesorgt hatte, hat sich diese nun auch nach Frankreich verbreitet. Die kritisierten dänischen Kunstwerke werden aktuell in Berlin ausgestellt, berichtet die englische Zeitung The Guardian.

Die Ausstellung zeigt eine Reihe von Personen, die für ihre Überzeugung starben, darunter der Bürgerrechtskämpfer Martin Luther King und der Philosoph Sokrates – aber auch Ismael Omar Mostefai, der bei einem Terroranschlag 2015 auf die Spielstätte Bataclan in Paris 90 unschuldige Menschen tötete.

Der Austeller dieser Werke ist das dänische Kunstkollektiv „The Other Eye of the Tiger“.

„Während wir die künstlerische Freiheit unterstützen, verurteilen wir zugleich den Vergleich von Martyrium und Terrorismus“, schreibt die französische Botschaft in Berlin, die die Ausstellung mit empörten Augen sieht.

Als die Ausstellung 2016 in Dänemark präsentiert wurde, schwor der damalige Kulturminister, dass er sie sich zu keinem Zeitpunkt anschauen wollte. Auch in den deutschen Medien und im Sozialen Netzwerk erntet die Ausstellung Kritik.

Doch die Kritik versteht der künstlerische Leiter des Theaters Sorth/Hvid, Christian Lollike, in Kopenhagen nicht. „Die Kritik ist unberechtigt. Die Kunst untersucht lediglich, wie die verschiedenen Kulturen einen Märtyrer definieren. Das ist meiner Meinung ganz legitim in der Kunst“, so Lollike.

Neben Ismael Omar Mostafai sind auch andere Terroristen in der Ausstellung vertreten, darunter Mohammad Atta, der an den Terroranschlägen in New York 2001 beteiligt gewesen ist.

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