Deutsche Minderheit

Neuland im Klassenzimmer: Die bewegte Reise der „Voyager 10“

Veröffentlicht Geändert
Mikkel Hamkens hat selbst die Deutsche Schule Hadersleben besucht. Seit etwa sechs Jahren arbeitet der 31-Jährige dort als Lehrer, in den vergangenen beiden Jahren als Lehrer der neuen 10. Klasse der DSH am Torvet.

Zwei Jahre, drei Sprachen, viele Geschichten: Klassenlehrer Mikkel Hamkens – selbst ein echtes Nordschleswiger Eigengewächs – blickt im Interview auf seine bewegte Reise mit der „Voyager 10“ an der Deutschen Schule Hadersleben zurück. Eine Reise mit Herausforderungen, Zusammenhalt und Über-sich-hinauswachsen.

Seit sechs Jahren unterrichtet Mikkel Hamkens an der Deutschen Schule Hadersleben (DSH). Nach seinem Studium in Aarhus hat sich der heute 31-Jährige bewusst gegen den Trend entschieden und ist zurück ins ländliche Nordschleswig gekommen – dorthin, wo er selbst als Schüler die DSH besucht hat. „Ich wollte hier arbeiten und leben“, sagt der junge Lehrer.

Zwei Jahre „Voyager 10“: Pilotprojekt

Als Klassenlehrer der 10. Klasse, der „Voyager 10“ am Haderslebener Torvet, hat Hamkens gemeinsam mit seinem Kollegen Kim Bjerringgaard in den vergangenen zwei Jahren Neuland betreten. Seit dieser Zeit gibt es die 10. Klasse am Marktplatz. Sie ist ein Pilotprojekt, das sich zu einem Erfolg gemausert hat.

„Die Zeit mit der Voyager war – und ist – ein unfassbar gutes Erlebnis“, sagt Hamkens.

Die Gründe, warum Jugendliche diese 10. Klasse gewählt haben, sind vielfältig: Selbstfindung, die Sehnsucht nach Gemeinschaft – oder einfach der Wunsch nach einem besonderen Jahr.
Hamkens hat sich persönlich stark einbringen müssen, wie er sagt, um mit den Jugendlichen auf Augenhöhe zu sein. Damit habe er sich anfangs ein wenig schwergetan. „Man muss sich öffnen – und dann bekommt man jede Menge zurück.“

Gemeinschaft, Vielfalt und Sprachen

Die „Voyager 10“ gibt es seit fast zwei Jahren. Für die Jugendlichen – und Lehrer Hamkens – war es eine besondere Reise.

Die „Voyager 10“ ist bunt gemischt. Im ersten Jahr waren es vor allem Zugezogene, die dort die Schulbank drückten – im aktuellen Jahr sind es viele Kinder aus der dänischen Mehrheitsbevölkerung. Eine Konstante gibt es – und dies sind die unterschiedlichen Sprachkenntnisse. Der Unterricht findet daher meist auf Deutsch, Dänisch und Englisch statt.

„Wir sprechen oft drei Sprachen gleichzeitig“, sagt Hamkens. „Daraus ergibt sich eine sprachlich-kulturelle Vielfalt, die den Schulalltag bereichert.“

Klassenfahrten, die zusammenschweißen

Man müsse sich öffnen, sagt Mikkel Hamkens, dann öffnen sich auch die Jugendlichen. Seine Zeit als Lehrer der neuen 10. Klasse bezeichnet er als unfassbar gut.

Vier Klassenfahrten – von Bornholm bis Brüssel – haben die jüngste Klasse zusammengeschweißt – vor allem die erste Reise nach Bornholm.
Ein vorläufiges Ende der schulischen Reise der Voyager ist im Juni in Sicht: Wegen Schülermangels pausiert die 10. Klasse der DSH.

Es ist ein Abschied, der schwerfallen wird, wie Mikkel Hamkens sagt. Die Hoffnung bleibe, dass es ab 2026 wieder eine 10. Klasse am Haderslebener Torvet geben wird. „Das Potenzial ist da. Einige unserer Schüler haben bereits Interesse bekundet.“