Kulturprojekt

„Glødlampen“: Neue Chance statt Neubau – Wie Apenrade sein Museum neu denkt

Vertreter von Kommune und Museum stellen im früheren VUC-Gebäude in Apenrade Pläne für das neue Kunst- und Seefahrtsmuseum vor. (v. l.) Axel Johnsen (Museumdirektor), Peter Siefert-Clausen (Vorsitzender „Fonden Franciska Clausens Samlinger“), Signe Bekker Dhiman (Soz./Vorsitzende Kulturausschuss), Thomas Andresen (Venstre/zweiter Bürgermeister), Theis Kylling Hummeltoft (Soz./zweiter Bürgermeister), Jan Riber Jakobsen (Kons./Bürgermeister) und Mette Bock (Vorsitzende Museum Sønderjylland)

Früher eine Fabrik, dann eine Schule und bald ein Museum: In Apenrade entsteht ein neues Bildungsangebot, das den internationalen Vergleich nicht scheuen muss. Warum man sich für diese Lösung entschieden hat, erklärte unter anderem der Museumsdirektor.

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Zusammenfassung

  • Apenrade richtet im ehemaligen VUC-Gebäude „Glødelampen“ ein zentrales Doppelmuseum für Kunst und Seefahrt ein.
  • Das Projekt nutzt die bestehende, klimataugliche Bausubstanz, soll bis etwa 2030 realisiert werden und wird überwiegend durch Stiftungen finanziert.
  • Erhofft werden internationale Ausstrahlung, mehr Besucherinnen und Besucher sowie neue Impulse für Innenstadt, Handel, Gastronomie und Kulturleben.

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 Mit dem weltbekannten Museum Louisiana vergleicht Mette Bock, Vorsitzende des „Museum Sønderjylland“ ein neues Museum, das in Apenrade (Aabenraa) entstehen soll. Die Kommune Apenrade hat das frühere VUC-Gebäude „Glødelampen“ (dt. Glühlampe) gekauft. Dort soll ein neues Doppelmuseum, bestehend aus Kunst- und Seefahrtmuseum entstehen – mitten in der Stadt. Bürgermeister Jan Riber Jakobsen (Konservative) spricht bei der Pressekonferenz vor Ort von einer „großen Neuigkeit“ und einem Schritt, der die Stadt verändern könne.

Ein Kurswechsel mit Tempo

Lange lag ein anderer Plan auf dem Tisch: ein Neubau nördlich des Straßenzuges Kilen. Doch der hätte Zeit gekostet. „Dann sprechen wir schnell über eine Eröffnung erst 2035“, sagt Jakobsen. Auch Fristen von Stiftungen hätten weiteren Druck gemacht. Deshalb die getroffene Entscheidung für die „Glühlampe“ 

Das bestehende Gebäude bietet nun eine Abkürzung. Es erfüllt bereits viele Anforderungen, ist klimatauglich und hochwertig gebaut. „Wir haben hier eine einzigartige Chance, schneller ein Museum auf internationalem Niveau zu schaffen“, so der Bürgermeister. Der Kaufpreis liegt bei 46 Millionen Kronen. „Das Gebäude ist sicher mehr wert“, schätzt Jan Riber Jakobsen. Das Geld für die Einrichtung des Museums – geschätzte 112 Millionen Kronen – soll durch Stiftungsmittel finanziert werden.

Der Eingang zeugt noch von den Zeiten, als das Gebäude als Ausbildungsinstitution benutzt wurde.

Für die Kommune ist es auch eine Frage der Haltung: Bestehende Bausubstanz nutzen, statt neu zu bauen. Das ist nachhaltig und günstiger, sind sich die Beteiligten einig. Jakobsen spricht auch für die Stadtratskolleginnen und -kollegen, die „als Kaufleute“ entschieden haben.

Ein Haus mit Geschichte – und Zukunft

Das Gebäude bringt selbst Geschichte mit: einst Fabrik, später Schule, nun Museum. Für Museumsdirektor Axel Johnsen liegt genau darin eine Stärke. Das Haus sei „in hohem Grad in die Stadt integriert“, mit Außenflächen, Spielplatz und Café.

Rund 6.000 Quadratmeter stehen zur Verfügung. Etwa 2.000 Quadratmeter sollen Ausstellungsfläche werden. Der Rest ist eingeplant für Kunstschule, Kinderbereiche und Vorträge. „Das ist das, was ein modernes Museum braucht“, sagt Johnsen, der überzeugt ist, dass hier etwas „Großes entsteht“.

Das Gebäude wurde 2014 neu inszeniert und hat sogar einen Architekturpreis gewonnen.

„Die Voraussetzungen sind gut. Ein Screening hat die Qualität des Baus bestätigt, auch Barrierefreiheit und Klimaanforderungen werden erfüllt. Der Umbau dafür hält sich in Grenzen“, zählt er auf.

Kunst trifft Seefahrt

Inhaltlich entsteht ein Doppelmuseum. Die Werke von Franciska Clausen bekommen ein neues Zuhause – mehr als 2.500 Arbeiten. Auch für andere Künstlerinnen und Künstler soll Platz sein. Dazu kommt die Geschichte der Seefahrt, die Apenrade geprägt hat.

Für Mette Bock, Vorsitzende von Museum Sønderjylland, ist das eine besondere Chance. Das Museum werde Teil der höchsten Kategorie im neuen Museumsgesetz – auf einer Stufe mit Häusern wie Louisiana Museum of Modern Art.

Apenrade könne so zu einem „Kraftzentrum“ werden – für Kunst, Kultur und Gäste aus aller Welt.

Was bringt das den Menschen?

Die Erwartungen richten sich nicht nur nach außen. Auch vor Ort soll sich etwas bewegen.

Das Museum liegt künftig zentraler als die frühere Planung am Kilen. Es wird Teil des Alltags – mit Angeboten für Kinder, Familien und Schulen. Innenräume schaffen neue Möglichkeiten für Gäste und hier Lebende – gerade in den Wintermonaten. Das bietet neue Aussichten für Tourismus außerhalb der Sommermonate.

Gleichzeitig hoffen Politik und Museum auf mehr Leben in der Innenstadt. Mehr Gäste, mehr Übernachtungen, neue Impulse für Handel und Gastronomie. „Apenrade kann ein Grund werden, hierherzukommen, ein ,reason to go’“, sagt Johnsen. Die Prognose vom Museumsdirektor: 40.000 bis 60.000 Besucher im Jahr.

Und die alten Häuser?

„Die bisherigen Museumsstandorte – das Schloss Brundlund und das Gebäude an der H. P. Hanssens Gade – bleiben zunächst bestehen“, antwortet Jan Riber Jakobsen. Der Stadtrat werde sich in den kommenden Jahren damit befassen. „Konkrete Entscheidungen gibt es noch nicht.“

Auch das Projekt am Kilen verschwindet nicht ganz. Die Pläne werden weiterentwickelt – nur ohne Museum. Dort sind Wohnungen geplant.

Ein Projekt mit Signal

Für Vizebürgermeister Thomas Andresen steht fest: Die Politik steht geschlossen hinter dem Kurs. Man habe lange diskutiert, nun sei der Moment für eine Entscheidung gekommen.

Für Jakobsen ist es mehr als ein Bauprojekt. Es ist ein Signal: „Wir denken groß.“

Er hofft auf Ausstellungen, die Namen wie Picasso oder Monet nach Apenrade bringen. Vor allem aber soll die Kunst von Franciska Clausen in ihrer Heimat sichtbar bleiben – dauerhaft.

Axel Johnsen schätzt die Eröffnung des neuen Museums vorsichtig auf das Jahr 2030.