Bildung

Positive Nachricht mit Beigeschmack: DGN liefert guten Unterricht für wenig Geld

Schulleiter Jens Mittag möchte die Gehälter für die Lehrkräfte anheben (Archivbild).

Das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig liegt laut einer Analyse an erster Stelle, wenn es darum geht, die Mittel möglichst effektiv zur Förderung der Schülerinnen und Schüler einzusetzen. Rektor Jens Mittag betont jedoch, dass für ihn andere Werte wichtiger sind als reine Produktivität.

Veröffentlicht

Zusammenfassung

  • Das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig gilt laut einer Cepos-Analyse als besonders effizient beim Einsatz seiner finanziellen Mittel.
  • Mit vergleichsweise geringen Ausgaben erzielt das DGN einen hohen Lerneffekt, obwohl die Lehrgehälter im unteren Bereich liegen.
  • Rektor Jens Mittag will die zusätzlichen staatlichen Mittel vor allem für bessere Bezahlung und das Wohlbefinden des Kollegiums nutzen, auch wenn dies die reine Effizienz senkt.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig (DGN) ist ein Vorbild für alle anderen Gymnasien, wenn es darum geht, die finanziellen Mittel möglichst effektiv einzusetzen. Zu diesem Ergebnis kommt die bürgerlich-liberale Denkfabrik Cepos in einer Analyse.

„Die Zahlen sprechen für uns“, so Rektor Jens Mittag, nachdem er die Analyse studiert hat.

Seit Jahren belegt das DGN laut Cepos den ersten Platz, wenn es darum geht, die fachlichen Leistungen der Schülerinnen und Schüler zu steigern. Die Denkfabrik vergleicht dafür die Abschlussnoten unter Berücksichtigung des Bildungs- und Einkommensniveaus der Eltern. 

Denkfabrik sieht DGN als Vorbild

In der neuen Analyse untersucht sie, wie viel Geld die Gymnasien pro Schülerin und Schüler verwendet haben, um dieses Ergebnis zu erreichen. Und auch hier zeigt sich: Das DGN hat im Schuljahr 2023/2024 deutlich weniger Mittel verwendet, um einen entsprechenden Unterrichtseffekt zu erzielen. 

„Es gibt große Unterschiede, wie gut die Gymnasien die Schülerinnen und Schüler fördern, wenn man sowohl den familiären Hintergrund der Jugendlichen als auch die Ressourcen der Gymnasien berücksichtigt“, sagt Cepos-Forschungschef Karsten Bo Larsen.

Niedrige Löhne

Laut der Analyse könnten Gymnasien ohne Extramittel die durchschnittliche Abschlusszensur um 0,37 anheben, wenn sie genauso effektiv wirtschaften würden wie das DGN – alternativ könnten sie 1,24 Milliarden Kronen sparen.

Für Mittag ist das jedoch keine uneingeschränkt positive Nachricht. Die Löhne am DGN liegen im Vergleich zu anderen Gymnasien am unteren Ende.

„Die Kolleginnen und Kollegen leisten für wenig Geld einen fantastischen Einsatz, indem sie die Schülerinnen und Schüler so stark fördern“, sagt er.

Dies möchte er ändern. Nicht den fantastischen Einsatz, sondern die Gehälter. 

„Wir arbeiten stark daran. Ich möchte gerne mehr in die Lehrerinnen und Lehrer investieren. Es geht auch um ihr Wohlbefinden“, so der DGN-Rektor. 

Als Arbeitgeber hat er natürlich das Ziel, dass sich diese Anerkennung auch in noch besserem Unterricht und damit in noch besseren Leistungen bei den Schülerinnen und Schülern niederschlägt. Er ist sich jedoch auch bewusst, dass sich zusätzliche Mittel für das Kollegium nicht unbedingt eins zu eins in besseren Zensuren ausdrücken würden. 

„Da gibt es eher keinen linearen Zusammenhang“, sagt der Mathematiker Mittag.

Folketing hat mehr Mittel für das DGN bewilligt

Das DGN hat mittlerweile die finanziellen Möglichkeiten erhalten, die im Vergleich niedrigen Löhne anzuheben. Das Folketing hat nämlich beschlossen, es den öffentlichen Gymnasien finanziell gleichzustellen.

Laut Jens Mittag können die Extramittel bedeuten, dass das DGN heute nicht mehr ganz so effektiv wirtschaftet, wie im Schuljahr 2023/2024, das Cepos untersucht hat. Das sieht er jedoch nicht als ein Problem.

„Es gibt wichtige Dinge, die von diesen Zahlen nicht erfasst werden. Als Schulleiter bin ich ein pädagogisch denkender Mensch und setze andere Werte höher als die Produktivität.“